Archiv für 24. Januar 2017

Let it grow – Die bedrohte Vielfalt des Lebens als Schwerpunktthema des Jahres im Zoo Rostock

Wahrzeichen der historischen Bärenburg wird im POLARIUM erhalten – Zooschule feiert 50. Jubiläum, der Zoo bald seinen 120. Geburtstag – Zoo Rostock ist eine der besucherstärksten Freizeiteinrichtungen des Landes

23.1.2017 – Ein erfolgreiches Jahr liegt hinter dem Rostocker Zoo und mit dem POLARIUM steht ein vielversprechendes Zukunftsprojekt vor dem Baustart. Der Zoo war auch 2016 eine der besucherstärksten Freizeiteinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern. 638.982 Besucher wurden an der Rennbahnallee gezählt, im Vergleich zum Vorjahr fast eine Punktlandung (2015: 639.513). In diesem Jahr stellt der Zoo Rostock die bedrohte Vielfalt des Lebens thematisch in den Fokus und beteiligt sich damit an der europäischen Kampagne der EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) „Let it grow“ (Lass es wachsen). Die Zooschule feiert 2017 ihr 50. Jahr des Bestehens und der Zoo bereitet sich auf seinen 120. Geburtstag in 2019 vor. „Wir freuen uns über die hohen Besucherzahlen und werden auch künftig als Team alles geben, um den Zoo als eine touristische Attraktion, eine Oase der Erholung und einen Ort der Bildung und des Naturschutzes für alle Altersklassen abwechslungsreich und interessant zu gestalten“ sagte heute Zoodirektor Udo Nagel auf dem traditionellen Jahresauftakt mit den Kooperationspartnern. Gleichzeitig dankte der Zoodirektor allen Unterstützern, Förderern und Freunden des Zoos, den Mitgliedern des Zoovereins und den vielen Ehrenamtlern, die zusätzliche Projekte und Veranstaltungen zum Artenschutz ermöglichen.

Verantwortung für unsere Umwelt

Die EAZA, ein Verband mit etwa 300 europäischen Zoos und Aquarien, initiiert regelmäßig internationale Artenschutz-Kampagnen . Die aktuelle Initiative „Let it grow“ widmet sich dem Thema Biodiversität, das heißt der Vielfalt an Lebensräumen wie Wasser, Wald und unberührte Natur sowie dem Arten- und Sortenreichtum in der Flora und Fauna. Diese Vielfalt ist durch extensive Landwirtschaft, das Bevölkerungswachstum und das unkontrollierte Ansiedeln von Pflanzen und Tieren aus anderen Teilen der Erde stark gefährdet. Mit einer Vielzahl an Veranstaltungen, Exkursionen und Mitmachaktionen unter dem Motto „Let it grow“ will der Zoo auf die biologische Vielfalt aufmerksam machen und für ihren Schutz werben. (siehe Extrablatt). „Das gemeinsame Ziel ist es, mit der Umwelt vor der eigenen Haustür behutsam umzugehen, sie zu Häfen für natürliche Tier- und Pflanzenarten zu machen und ein funktionierendes Ökosystem zu schaffen. Jeder kann mithelfen, unseren Kontinent vor Biodiversitätsverlust zu schützen“, so Zoodirektor Udo Nagel.

Der Bärenburgturm wird Teil des POLARIUM

Heute wurde symbolisch die letzte Wand der historischen Bärenburg zum Einsturz gebracht. Aber etwas Vertrautes wird bleiben. „Der Wasserturm mit Storchennest soll erhalten werden. Das war Vorgabe für die Planer“, betonte der Zoodirektor. „Er ist das unübersehbare Aushängeschild der alten Bärenburg, mit der viele Generationen in Rostock aufgewachsen sind. Der Turm mit dem Wasserfall gehörte mehr als 50 Jahre lang zur historischen Einsicht von der Eichenallee auf die Bärenanlage. Er wird weiterhin mit einem Storchennest behaubt sein, statt Wasser künftig aber nur noch Schatten spenden.“ Von der Baufreimachung des 1,2 Hektar großen Geländes waren die Eisbären, Mandrills, Binturongs, Pinguine und Nasenbären betroffen. Einige Tiere sind an andere Zoos abgegeben, einige im Rostocker Zoo umquartiert worden. Für die dort heimischen Rauchschwalben und Haussperlinge wurden als Ausgleichsmaßnahmen Nistkästen angebracht. Für die Räumung des Baufeldes sind zwei regionale Unternehmen verantwortlich: die Werges GmbH Kröpelin und die Pommern Natura GmbH aus Sassen-Trantow. Insgesamt werden bis Mitte März knapp 6.000 Kubikmeter Schutt abtransportiert, 1.000 Kubikmeter allein durch den Abriss der Bärenwassergräben und 2.000 Kubikmeter durch das Bärenhaus. Der Abriss ist voraussichtlich Mitte März abgeschlossen, der Bauantrag ist eingereicht. Ziel ist, dass die Rohbauten bis zum Einbruch des Winters stehen. Gebaut werden insgesamt drei Gebäudekomplexe: für die Eisbären, die Pinguine und das Besucherzentrum mit Einblicken in das Eisbärengehege und einem Ausstellungsraum mit mehreren Quallenkreiseln und Aquarien. Die dafür nötige umfangreiche Technik wird in einem Kellergeschoss untergebracht, um das Besucherzentrum so freizügig wie möglich erleben zu können. „Im Frühjahr werden wir eine Aussichtsplattform errichten, so dass die Zoobesucher ab Ostern einen Blick auf das Baugelände werfen können“, kündigte Nagel an. Mit Baubeginn wird es dann auch regelmäßige Führungen und Informationen zum Fortschritt der Arbeiten geben. Die neue Erlebnislandschaft und Heimstätte der Eisbären und Pinguine soll zum 800. Stadtgeburtstag von Rostock im Jahr 2018 eröffnet werden.

Nachwuchshoffnungen bei Sabas, Onong und Kikori

Rund 4.000 Tiere in 380 Arten leben im Zoo Rostock. Im vergangenen Jahr wuchsen im Zoo über 125 Jungtiere auf, wurden die Eröffnung des Hausmaushauses, der neuen Außenanlage für die Zwergflusspferde sowie des Wikingerspielplatzes gefeiert, entstand ein neues Terrarium für Jemenchamäleons im DARWINEUM und konnte mit Gorillajunge Kwame ein neuer Besucherliebling in der Tropenhalle begrüßt werden. Es hieß aber auch, vorübergehend Abschied von den Eisbären und Pinguinen zu nehmen, um den Weg für das neue POLARIUM frei zu machen. Aktuell liegt die jährliche Inventur hinter den Tierpflegern, bei der alle Tiere gezählt und überprüft werden. „Tierbestandsmanagement bedeutet auch, alle Tierarten hinsichtlich ihrer optimalen Haltung zu überprüfen“, erklärte Zookuratorin Antje Zimmermann. „Insbesondere am Jahresbeginn schauen wir, ob die Gruppenzusammensetzungen dem Sozialverhalten der einzelnen Arten entsprechen. An Hand der Inventur werden die Anforderungen für das neue Jahr ermittelt und festgestellt, welche Tiere neu in den Zoo kommen sollten und welcher Nachwuchs des vergangenen Jahres den Zoo verlassen wird. So wird es unter anderem auch langsam Zeit, für die 2015 geborenen fünf jungen Geparden ein neues Zuhause zu finden.“

Und welche Tierarten könnten in diesem oder im kommenden Jahr durch Nachwuchs überraschen? Mit großer Spannung blicken die Tierpfleger dabei vor allem auf drei Reviere. Da ist zum einen der Rostocker Orang-Utan Sabas, der sich inzwischen zu einem stattlichen Männchen mit den typischen dicken Backenwülsten entwickelt hat. Zur lebhaften Gruppe des 13-Jährigen gehören Dinda (10), Miri (12) und Hsiao-ning (13). Auch die beiden Zwergflusspferde Nimba (3) und Onong (2), klassische Einzelgänger, kommen ins geschlechtsreife Alter und könnten dem Zoo einen Minihippo bescheren. Das gleiche gilt für Wimbe (4) und Kikori (3), die beiden Baumkängurus, die ebenfalls nur zur Paarung zusammenkommen. Im Mittelpunkt wird in diesem Jahr jedoch die Planung des Tierbestandes für das POLARIUM sowie die neue Vogelvoliere am ehemaligen Café Tordalk stehen.

Neuerungen auch im DARWINEUM

Neben den Neubau-Projekten wird es auch Veränderungen im DARWINEUM geben. Ab Ostern können kleine und große Besucher das DARWINEUM mit den angesagten tiptoi-Stiften entdecken und auf interaktive Wissenstour durch die Jahrtausende gehen. „Wir freuen uns über die Kooperation mit der Firma Ravensburger“, sagte Nagel. „Spielerisch den Zoo erkunden und dabei etwas lernen, das ist ein Ansatz, der immer wieder mit Begeisterung von den jüngsten Besuchern angenommen wird. Und dafür ist Ravensburger ein hervorragender Partner.“ An verschiedenen Punkten der Ausstellung gibt es Marken, die mit dem digitalen Hörstift tiptoi berührt werden können. Dort bekommen die Besucher interessante Informationen zu den jeweiligen Themen über einen Kopfhörer vermittelt. Auch im Veranstaltungsbereich sind zahlreiche Neuigkeiten in Vorbereitung. So wird es eine Nächtliche Tropenexpedition durch das DARWINEUM extra für Kinder ab acht Jahren geben, die schon zu den Winterferien im Februar gebucht werden kann. Aus Anlass des Reformationsjahres können Zoobesucher eine ganz besondere Bibel-Führung erleben: Auf einem Rundgang erfahren sie Erstaunliches über die Tiere, die auch in der Bibel eine Rolle spielen. Diese Führung entstand in Zusammenarbeit mit Professor Martin Rösel von der Theologischen Fakultät der Universität Rostock.

Wie in jedem Jahr locken zahlreiche Veranstaltungen in den Zoo (s. Terminübersicht), so die 19. Klassik-Nacht „Summertime“ am 9. Juni, für die der australische Dirigent Nicholas Milton und die isländische Sopranistin Herdís Anna Jónasdóttir verpflichtet werden konnten. Schon am 13. Mai gibt es die Zoonacht „Tiere, Lichter und Magie“ und am 8. September wird das kleine Jubiläum „5 Jahre DARWINEUM“ gefeiert. Für besondere Aufmerksamkeit in der Bildungslandschaft sorgt in diesem Jahr die Zooschule: 2017 besteht sie 50 Jahre und ist damit eine der ältesten Einrichtungen dieser Art in ganz Deutschland. Zur Festveranstaltung am 22. April werden Zoopädagogen aus ganz Deutschland erwartet. Außerdem sind Ausstellungen und Präsentationen von Schülerarbeiten geplant. Und auch der Zoo hat bald Geburtstag: 2019 feiert er 120 Jahre, damit ist er der älteste und größte an der deutschen Ostseeküste. Dafür schmückt sich der Zoo schon ab diesem Jahr; mit einer Vielzahl von Blumeninseln wird er ab dem Frühjahr sprichwörtlich aufblühen. .

Advertisements

Verkehrsminister würdigt erfolgreiche Arbeit des Flughafens Rostock-Laage

Flughafen Rostock-Laage, Foto: Joachim Kloock

Flughafen Rostock-Laage, Foto: Joachim Kloock

23.1.2017 – Der Flughafen Rostock-Laage hat heute seine Bilanz für das Jahr 2016 verkündet. Mehr als 250 000 Passagieren sind im vergangenen Jahr von und nach Laage geflogen. Verkehrsminister Christian Pegel wertet dieses Ergebnis als wichtigen Gradmesser für die Arbeit des Flughafens, seiner drei kommunalen Gesellschafter und der Landesregierung. „Wir haben im Januar 2014 eine Million Euro pro Jahr Landeshilfe bis einschließlich 2017 zugesagt“, blickt der Minister zurück auf den Zeitpunkt, zu dem in seinen Augen die Grundlagen für diese erfreuliche Entwicklung gelegt wurden. „Zugleich hatten die kommunalen Gesellschafter angekündigt, ihre jährlichen Beiträge für diesen Zeitraum auf gleichem Niveau wie vor 2014 fortzusetzen.“ Damals wurde auch vereinbart, dass die Entwicklung der Fluggastzahlen wichtiger Gradmesser für den Erfolg dieser Entscheidung sein solle. Und somit ein Kriterium für die Entscheidung für das weitere Vorgehen nach 2017. „Die Erwartungen von damals sind nach meiner Überzeugung gut erfüllt worden“, sagt der zuständige Infrastrukturminister. Der Flughafen habe die erhofften Synergieeffekte mit dem Kreuzfahrttourismus in hervorragender Weise angebahnt und umgesetzt. „Indem wir das unkomplizierte Ein- und Auschecken für die Kreuzfahrtgäste am Flughafen sicherstellen, stärken wir den Flughafen und den Rostocker Hafen als Kreuzfahrtterminal zugleich. Das sichert auch wichtige Wertschöpfung im Hafen und bei den Zulieferbetrieben für die Kreuzfahrer“, betont der auch für die Häfen des Landes zuständige Minister. Jetzt gehe es darum, den erfolgreichen Kurs des Flughafens zu konsolidieren und zu verstetigen. Als herausragenden Erfolg wertet Christian Pegel auch die Ausweitung und Stabilisierung von Charter- und Linienflugbetrieb am Flughafen Rostock-Laage. “ Über München als zweitgrößtes deutsches Luftverkehrskreuz, das mittlerweile täglich von Laage angeflogen wird, gelangt man heute in nahezu alle europäischen Länder und zu wichtigen interkontinentalen Flugzielen. Im Sommerflugplan 2017 werden zudem Verbindungen von und nach Wien und Zürich hinzukommen. Diese sind als Abflughäfen für den Tourismus in unserem Land von entscheidender Bedeutung. Das zeigt deutlich, was hier in den vergangenen drei Jahren geschafft und aufgebaut worden ist.“ Dieses Lob richtet Christian Pegel explizit auch an Flughafen-Geschäftsführer Dr. Rainer Schwarz, der nun aus seiner Funktion ausscheiden wird.

Landesausgaben für Kindertagesförderung in MV werden kräftig erhöht

Kindergarten - Pause, Foto: Joachim Kloock

Kindergarten, Foto: Joachim Kloock

23.1.2017 – Das Land wird auch in den kommenden Jahren seine Ausgaben für Krippen, Kindergärten und die Tagespflege kräftig aufstocken. Darauf hat heute Sozialministerin Stefanie Drese in Schwerin hingewiesen. So steigen die Aufwendungen des Landes in der Kindertagesförderung im Jahr 2017 auf über 216 Millionen Euro. Zum Vergleich: im Jahr 2015 betrugen die Aufwendungen rund 184 Millionen Euro, im Jahr 2016 212 Millionen Euro. „Zudem investieren wir weiterhin viel Geld in Qualitätsverbesserungen“, sagte Ministerin Drese. „Diese und viele weitere Maßnahmen haben zur Folge, dass sich die Ausgaben des Landes für den Kita-Bereich insgesamt in den letzten zehn Jahren weit mehr als verdoppelt haben.“ Zusätzlich wird die Landesregierung nach Auskunft von Drese mit dem nächsten Doppelhaushalt das zugesagte 30-Millionen-Programm zur Absenkung der Elternbeiträge für die Kitas auf den Weg bringen: „Wenn der Landtag zustimmt, reduzieren wir damit ab dem 1. Januar 2018 die Elternbeiträge in Krippe und Kindergarten über einen direkten Landeszuschuss um 50 Euro pro Kind und Monat. Das bedeutet wie versprochen eine Entlastung von 600 Euro pro Jahr für jedes Kind“, sagte Drese. In einem weiteren Schritt sollen die Eltern, die für zwei oder mehr Kinder Elternbeiträge entrichten müssen, noch einmal zusätzlich entlastet werden. Drese: „Für das zweite Kind muss dann nur noch die Hälfte und ab dem dritten Kind überhaupt kein Elternbeitrag mehr gezahlt werden.“ Die Sozialministerin bekräftigte darüber hinaus ihr Ziel einer für die Eltern komplett beitragsfreien Kita:  „Perspektivisch müssen unsere Kitas kostenfrei werden. Frühkindliche Bildung und eine gute Betreuung dürfen nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Dafür werde ich mich in den kommenden Jahren mit ganzer Kraft einsetzen“, betonte Drese.

Betreuungsverhältnis: Universitäten im Land belegen Spitzenplatz

Zahlen sind gute Werbung für unseren Studienstandort

Blick auf die Universität Rostock, Foto: Joachim Kloock

Universität Rostock, Foto: Joachim Kloock

23.1.2017 – Mecklenburg-Vorpommern liegt beim Betreuungsverhältnis von Professorinnen bzw. Professoren und Studierenden an den Universitäten auf einem Spitzenplatz. Das geht aus dem „Uni-Barometer“ in der Januar-Ausgabe 2017 der Wissenschaftszeitschrift „Forschung & Lehre“ hervor. Das Statistische Bundesamt hatte die Zahlen für die Wissenschaftszeitschrift erhoben. Im Jahr 2015 kamen demnach an den Universitäten im Nordosten 50 Studierende auf eine Professorin bzw. einen Professor. Im bundesweiten Vergleich belegt Mecklenburg-Vorpommern damit nach Thüringen und Bremen den dritten Platz. „Unsere Universitäten bieten eines der besten Betreuungsverhältnisse bundesweit. Die Zahlen können sich sehen lassen und sind eine gute Werbung für unseren Studienstandort“, sagte Wissenschaftsministerin Birgit Hesse. „Die Universitäten im Land machen ein vielfältiges Studienangebot. Studierende in Greifswald und Rostock lernen in altehrwürdigen Gebäuden und leben an der Ostsee in einer der schönsten Regionen Deutschlands. Dies sind sehr gute Gründe, ein Studium in Mecklenburg-Vorpommern aufzunehmen“, warb Hesse. Die Zahlen der Erhebung beziehen sich auf Universitäten, nicht jedoch auf Fachhochschulen. Am besten sah es in Thüringen und Bremen mit 47 Studierenden pro Hochschullehrerin bzw. Hochschullehrer aus. Schlusslicht ist Nordrhein-Westfalen mit 89 Studierenden pro Professorin bzw. pro Professor. Im bundesweiten Durchschnitt lag das Betreuungsverhältnis im Jahr 2015 bei 67 Studierenden pro Hochschullehrerin bzw. Hochschullehrer. Im Jahr 2014 waren es noch 66 Studierende. Allerdings ist auch die Zahl der Studierenden deutschlandweit gestiegen.

Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ am 28./29. Januar in Greifswald

Juliane Spitz (18), Querflöte, Musikschule Stralsund, Foto: Joachim Kloock

Juliane Spitz, Foto: Joachim Kloock

23.1.2017 – Am kommenden Wochenende (28./29. Januar) wird in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald der 54. Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ der Region Nordost-MV ausgetragen. Auch 10 junge Musikerinnen und Musiker der Musikschule Greifswald stellen sich an beiden Tagen mit ihrem Wettbewerbsprogramm vor und hoffen auf eine Weiterdelegierung zum Landeswettbewerb. Dabei treten drei sogar doppelt an. Der Landeswettbewerb findet dieses Mal am 1./2. April 2017 in Parchim statt. In diesem Jahr stellen sich 147 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 94 Wertungen aus den Regionen Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald sowie aus den Hansestädten Stralsund und Greifswald in verschiedenen Wettbewerbskategorien der Fachjury. Die meisten Wertungsspiele finden in der Kategorie Klavier solo statt. 39 Pianistinnen und Pianisten werden im Konzertsaal der Musikschule und im Straube-Raum des Institutes für Kirchenmusik und Musikwissenschaft den Flügeln Töne entlocken. Im Jahn-Gymnasium, Haus II, treten die Sänger, Holz- und Blechbläser, Streicherensembles und die Akkordeon- Kammermusik auf. In einer kleinen Wertungsrunde werden am Samstag die E- Gitarristen und Drummer die Kapelle im Sankt Spiritus rocken. An beiden Wettbewerbstagen findet um 18:30 Uhr eine feierliche Abschlussveranstaltung in der Barockaula der Universität statt. Dort werden die Ergebnisse bekannt gegeben und Auszüge der Wettbewerbsprogramme zu hören sein. Der Eintritt für die öffentlichen Wertungsspiele und die Abschlussveranstaltungen ist frei. Der komplette Zeitplan ist unter www. jugend-musiziert.org  unter RW Nordost MV zu finden.

Am Dienstag, dem 31. Januar, findet im Konzertsaal der Musikschule der Universitäts- und Hansestadt Greifswald die inzwischen traditionelle Urkundenübergabe für alle Teilnehmer der Region Greifswald statt. Hier werden auch noch einmal Auszüge der Wettbewerbsprogramme erklingen. Beginn der Veranstaltung ist um 18:30 Uhr.

3D in der Tischlerwerkstatt – „Kollege Roboter“ arbeitet besonders filigran

Innovation im Handwerk schafft neue Möglichkeiten und stärkt die Marktposition – mehr Forschung und Entwicklung im Handwerk nötig

tischlerei_eigenstetter_02

3D-Roboter, Foto: Tischlerei Eigenstetter

23.1.2017 – Die Rehnaer Tischlerei Eigenstetter im Landkreis Nordwestmecklenburg setzt auf Innovation und neue Wege im traditionsreichen Handwerk. Das von der Tischlerei Eigenstetter entwickelte Roboterfräszentrum soll dort unterstützten, wo erfahrene Tischler sehr viel Zeit benötigen würden. Komplizierte Formen und Verläufe sowie die Herstellung von Großteilen sind für den selbstständig arbeitenden Präzisionsautomaten kein Problem. „Es ist ein mutiger Schritt und braucht einen langen Atem, solch ein ehrgeiziges Vorhaben anzugehen und umzusetzen. Der Erfolg gibt dem Entwicklungsteam des Unternehmens aber Recht, das sich damit neue Marktchancen erarbeitet hat. Auch wenn ‚Kollege Roboter‘ jetzt ein Großteil der Aufgaben übernimmt, wächst das dreißig Jahre alte Unternehmen durch die automatisierten Fertigungsprozesse und stellt neue Fachkräfte ein. Inzwischen arbeiten bereits 20 Mitarbeiter in dem mittelständischen Handwerksunternehmen“, so der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe in Schwerin.

Planung und Aufbereitung der 3D-Daten, Programmierung, Materialbestellung, Fräsen und manuelle Nachbearbeitung – System automatisiert Arbeitsprozesse

Das Unternehmen wird mit der komplexen Weiterentwicklung des Frässystems in die Lage versetzt, besonders große freigeformte Frästeile anzufertigen, was die Tischlerei auch als Zulieferer für größere Neubauten interessant macht. So wird die Konstruktion und die Einrichtung von größeren Wendeltreppen oder aufwändigen individuellen Ausstattungen für Hotels, Bürohäuser und Schiffe erleichtert. Ein zusätzlicher Anwendungsbereich ist der Bau sehr großer Laminier- oder Gussformen. Zugleich können damit die Fertigungszeiten deutlich verkürzt und in erheblichem Umfang Material eingespart werden. Ein weiteres Projektziel betrifft die Verwendung neuer Werkstoffe, um bei gleichwertigen Werkstoffeigenschaften das Gesamtgewicht zu reduzieren. Die Tischlerei entwickelt und testet derzeit einen durchgängigen Prozessablauf. „Von der Planung und Aufbereitung der 3D-Daten über die Programmierung, die Materialbestellung bis hin zum Fräsen und der manuellen Nachbearbeitung erleichtert das System den Tischlern die Arbeit“, sagte Glawe.

Mehr Forschung und Entwicklung nötig

Im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) stellt das Wirtschaftsministerium in der EU-Förderperiode 2014 – 2020 insgesamt rund 168 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Ein Schwerpunkt ist die Technologieoffensive im Handwerk. Das Wirtschaftsministerium unterstützt Kooperationen und den Technologietransfer zwischen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der regionalen Wirtschaft (Verbundforschung), einschließlich des Handwerks. In den Jahren 2015 und 2016 wurden 25 Handwerksunternehmen (Stand Anfang Dezember 2016) im Bereich FEuI durch das Wirtschaftsministerium gefördert. „Hier ist noch Luft nach oben. Immer komplexere Methoden und Technologien stellen die Handwerksbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern vor Herausforderungen. Wir wollen den Handwerksunternehmen den Zugang zu neuen Technologien erleichtern. Das verbessert die Wettbewerbssituation nachhaltig und sichert langfristig Fachkräfte im eigenen Unternehmen“, forderte Wirtschaftsminister Glawe.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Das Wirtschaftsministerium unterstützt das innovative Projekt der Tischlerei mit ihrem Projektpartner, dem Rostocker Fraunhofer-Anwendungszentrum Großstrukturen in der Produktionstechnik (Fraunhofer AGP), mit Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von 116.450 Euro. Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp 233.000 Euro.  

Informationen zum Unternehmen

Das 1986 von Axel Eigenstetter in Rehna gegründete Familienunternehmen hat überall in Deutschland Spuren seiner qualitativ hochwertigen Maßarbeit hinterlassen, so unter anderem auch in Hamburger Villen, Ferienhäusern an der Elbe oder im Schloss Bernstorf. Die Tischlerei Eigenstetter GmbH ist spezialisiert auf den Innenausbau von Häusern sowie auf die Herstellung von Fenstern und Türen. Das Unternehmen aus Nordwestmecklenburg beschäftigt 20 Mitarbeiter. Der Anteil der Arbeiten, der numerisch gesteuert (NC) abläuft, wächst kontinuierlich. www.eigenstetter.com

Fraunhofer-Anwendungszentrum Großstrukturen in der Produktionstechnik als erste selbstständige Einrichtung in Mecklenburg-Vorpommern eröffnet

Ernennung zum Institut ist Ergebnis unternehmerischen Erfolgs, wissenschaftlicher Reputation und kontinuierlicher, wirtschaftsnaher Forschungsaktivitäten

2017-01-17_jubilaeum_webbild_480x320px

© Fraunhofer IGD

23.1.2017 – Am Freitag hat Wirtschaftsminister Glawe das Fraunhofer-Institut Großstrukturen in der Produktionstechnik eröffnet. Die seit dem Jahr 2000 als Fraunhofer Anwendungszentrum (AGP) in Rostock ansässige wissenschaftliche Einrichtung ist zum Institut ernannt worden. „Das ist die erste selbstständige Einrichtung der renommierten Fraunhofer-Gesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Die Ernennung ist das Ergebnis des unternehmerischen Erfolgs, der wissenschaftlichen Reputation und der kontinuierlichen, wirtschaftsnahen Forschungsaktivitäten der engagierten Mitarbeiter. Das ist ein großer Erfolg für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Das AGP ist seit dem 01.01.2017 vorerst eine Fraunhofer-Einrichtung, was vom Status her einem Fraunhofer-Institut entspricht. Nach zwei Jahren Bewährung erfolgt die endgültige Ernennung zum Institut.

Neuartige Schweißportale, innovative Stahlbauhallenkonstruktionen und Fertigungsverfahren für komplexe Produktionsabläufe – marktreife Produkte und Verfahren entwickelt

Die Forschungsgebiete der Einrichtung umfassen die Bereiche Fertigungsverfahren, Automatisierungstechnik, Qualitätstechnik, Unternehmensorganisation und Produktentwicklung unter anderem für die Geschäftsfelder Schiffe und Offshore, Bauwesen, Stahlbau sowie Flugzeug- und Schienenfahrzeugbau. Derzeit arbeiten 69 wissenschaftliche und technische Mitarbeiter in Rostock, dazu kommen etwa 50 wissenschaftliche Hilfskräfte. „Die Bedeutung der Einrichtung für die Technologie- und Innovationsentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern ist unbestritten – in zahlreichen Projekten haben Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen des Landes den engen Kontakt zu Fraunhofer gesucht, um gemeinsam Forschungs- und Entwicklungsvorhaben voranzutreiben“, sagte Glawe. Im Zeitraum von 2007 bis 2016 war die zunächst unter dem Namen Fraunhofer Anwendungszentrum für Großstrukturen in der Produktionstechnik (AGP) firmierende Einrichtung in insgesamt 37 Projekten aktiv. Seit dem Jahr 2010 war das AGP Partner in 16 Verbundforschungsprojekten. So wurden beispielsweise gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft neuartige Schweißportale und Stahlbauhallenkonstruktionen erforscht sowie innovative Vermessungsmethoden für Großbauteile und Fertigungsverfahren für komplexe Produktionsabläufe entwickelt. Zudem arbeitet die Fraunhofer-Einrichtung im Rahmen eines Kooperationsvertrages eng mit den Lehrstühlen Fertigungstechnik und Fügetechnik der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik an der Universität Rostock zusammen. „Der wichtige Ansatz nachfrageorientierter wirtschaftsnaher Forschung wird hier in Rostock umgesetzt. Die Fraunhofer-Einrichtung bildet die Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, um mit den Unternehmen gemeinsam innovative Produkte und Verfahren mit Marktreife zu entwickeln“, sagte Glawe.

Erweiterung des Rostocker Standortes geplant – Erprobung von automatisierten Anlagen in neuer Versuchshalle

Fraunhofer plant derzeit eine Erweiterung des Standortes in Rostock. Um den Ausbau auf über 100 Mitarbeiter sicherzustellen, soll das Bauvorhaben ab dem Jahr 2018 realisiert werden. Vorgesehen ist, auf einem benachbarten Grundstück eine neue Versuchshalle mit einer Höhe von knapp zehn Metern und einer Breite von 15,5 Metern zu errichten. Dort sollen vor allem die Fertigung und Montage von Großstrukturen, besonders die Entwicklung und Erprobung entsprechender automatisierter Anlagen, unter realistischen Bedingungen durchgeführt werden. Die voraussichtlichen Kosten des Vorhabens betragen rund 14 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium plant eine Unterstützung unter anderem aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) und Landesmitteln.

Informationen zur Fraunhofer-Einrichtung

Die Fraunhofer-Einrichtung Großstrukturen in der Produktionstechnik ist eine Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. München. Unter dem Gesellschafts-Dach arbeiten nach Angaben der Gesellschaft 67 Institute und Forschungseinrichtungen an Standorten in ganz Deutschland. 24.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erzielen ein jährliches Forschungsvolumen von mehr als 2,1 Milliarden Euro.