Tourismus als Wirtschaftsfaktor und Treiber der Regionalentwicklung in MV

Differenzierte Entwicklung in den Regionen nötig – neuer Übernachtungsrekord?

Ostseebad Warnemünde, Foto: Joachim Kloock

Ostseebad Warnemünde, Foto: Joachim Kloock

28.12.2016 – Mecklenburg-Vorpommerns Tourismusminister Harry Glawe hat eine positive Bilanz für das Tourismusjahr 2016 gezogen. „Touristisch sind wir deutlich vorangekommen. Gästezahlen und Übernachtungen wachsen kräftig weiter. Unser Land ist ein stark nachgefragtes und beliebtes Reiseziel. Wir stehen dennoch vor vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen, vor allem im Wettbewerb mit anderen. Hierzu zählen das Angebot von attraktiven Unterkünften und ein abwechslungsreiches touristisches Freizeitangebot vor Ort. Entscheidend ist es Wege zu finden, wie der Tourismus durch qualitatives Wachstum seine Wirkung als Wirtschaftsfaktor und Treiber der Regionalentwicklung weiter ausbauen kann. Gegenwärtig werden die Leitplanken für die weitere touristische Entwicklung erarbeitet“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Harry Glawe. Die Landestourismuskonzeption entsteht unter einer breiten Beteiligung der Vertreter aus Branche, Politik und Wirtschaft sowie aller Interessierten.

30 Millionen Übernachtungen in 2016?

Von Januar bis September legt Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben des Statistischen Amtes weiter zu: +2,7 Prozent bei den Ankünften (6,2 Millionen Gäste) und +3,1 Prozent bei den Übernachtungen (25,4 Millionen Übernachtungen). „Bis Jahresende können wir mit mehr als 30 Millionen Übernachtungen einen neuen Übernachtungsrekord erzielen. Die Vorzeichen sind gut. Trotz des eher durchwachsenen Wetters im Sommer werden wir wahrscheinlich erstmals mehr 30 Millionen Übernachtungen schaffen. Wachstumstreiber sind insbesondere die Campingplätze, die Hotels sowie die Erholungs- und Ferienheime“, so Tourismusminister Glawe weiter. Im Jahr 2015 ist mit 29,5 Millionen Übernachtungen das bislang beste Ergebnis erzielt worden.

Differenzierte Entwicklung in den Regionen nötig

Es ist im Land eine differenzierte touristische Entwicklung nötig. Entlang der Küste und im Binnenland ist Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren in Bezug auf die Kapazitäten maßvoll gewachsen. „Reserven haben wir vor allem noch im ländlichen Raum. Im Binnenland geht es um die Entwicklung zusätzlicher Angebote. Die Potenziale können wir noch besser ausschöpfen. In den Küstenregionen kommt es vor allem auch auf qualitatives Wachstum an: mehr Wertschöpfung durch den einzelnen Gast und eine Verlängerung der Saison“, betonte Tourismusminister Glawe weiter.

Investitionen in wirtschaftsnahe Infrastruktur – 108 Millionen Euro Gesamtinvestitionen

Im Jahr 2016 sind im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) zur Förderung von Investitionen im Bereich der wirtschaftsnahen Infrastruktur (GRW) rund 84,0 Millionen Euro bewilligt worden (einschl. Mittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE)). Mit dem Einsatz dieser Fördermittel konnten 68 Vorhaben in Mecklenburg-Vorpommern mit Investitionen in Höhe von rund 108,0 Millionen Euro ermöglicht werden. „Mit der Unterstützung des Wirtschafts- und Tourismusministeriums sind eine Reihe von touristischen Vorhaben in 2016 angeschoben worden. Insbesondere Maßnahmen zur Saisonverlängerung stehen im Fokus“, sagte Tourismusminister Glawe. Hierzu zählen die grundhafte Erneuerung des Schlosses Griebenow zur touristischen Nutzung, die Erweiterung und Modernisierung des Empfangsgebäudes und die Errichtung eines Naturlehrpfades im Bärenwald Müritz, die Modernisierung und Erweiterung der bestehenden Nashornanlage im Zoologischen Garten Schwerin; das Haus des Gastes in der historischen Burganlage Plau am See sowie die Infrastruktur für die Abfertigung von Kreuzfahrtschiffen im Alten Hafen Wismar. „Es ist wichtig, die touristische Infrastruktur weiter auszubauen, um die Angebotsvielfalt für Besucher und Einheimische zu erhöhen. Deshalb werden wir die Kommunen weiter dabei unterstützen, beispielsweise den Bau von Radwegen, Wasserwanderrastplätzen, Strandpromenaden und zoologischen Einrichtungen voranzubringen“, sagte Glawe. (Weitere ausführliche regionale Beispiele aus dem Jahr 2016 –> ab Seite 4 folgend)

Internationalisierung weiter vorantreiben

Das Internationale Haus des Tourismus wurde nach einer Bauphase von zwei Jahren im Juli 2016 in Rostock eröffnet. „Es ist bundesweit das erste Zentrum, in dem die wichtigen touristischen Institutionen und Branchenverbände gemeinsam untergebracht sind und effizient zusammenarbeiten können“, sagte Tourismusminister Glawe. „Wichtig ist auch die weitere verstärkte internationale Ausrichtung des Tourismus und die Profilierung der Destination Ostsee“, betonte Glawe. Als Beispiel nannte der Tourismusminister das im Internationalen Haus des Tourismus im kommenden Jahr angesiedelte Baltic Sea Tourism Center. „Mit dem Center soll die Zusammenarbeit der Tourismusorganisationen weiter vorangetrieben und international wettbewerbsfähig gemacht werden“, sagte Glawe.

Mehr internationale Gäste für das Urlaubsland gewinnen

Im Zeitraum Januar bis September 2016 wurden vom Statischen Amt über 321.600 Ankünfte (+1,5 Prozent) und knapp 886.000 Übernachtungen (+0,9 Prozent) internationaler Gäste registriert. „Wir können bei den internationalen Gästen in unserem Land noch weiter zulegen. Es gilt weiter, in unseren Zielmärkten wie zum Beispiel im deutschsprachigen Ausland, wie Österreich und der Schweiz für Mecklenburg-Vorpommern zu werben“, sagte Tourismusminister Glawe. Deutliche Zuwächse gab es bei den Übernachtungen aus der Schweiz (153.219 Übernachtungen/ +4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum Januar bis September), Österreich (73.262 Übernachtungen/+6,4 Prozent) sowie der Tschechischen Republik (30.035 Übernachtungen/+12,6 Prozent).

Wirtschaftsfaktor Tourismus im Überblick

Die Ausgaben der Touristen betragen im Land 7,75 Milliarden Euro. Die touristische Wertschöpfung beträgt 4,1 Milliarden Euro und macht damit 12 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung (34,2 Milliarden Euro) in Mecklenburg-Vorpommern aus. Die direkte touristische Wertschöpfung liegt bei 9,6 Prozent und damit weit vor dem Bundesschnitt von 4,4 Prozent und der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei mit 3,1 Prozent. Jeder sechste Erwerbstätige (17,8 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern ist direkt oder indirekt im Tourismus beschäftigt. Über 131.000 Menschen arbeiten in Tourismusunternehmen und tourismusnahen Unternehmen. Die Ausgaben der Touristen betragen rund 7,75 Milliarden Euro. „Tourismus ist ein verlässlicher Wirtschaftszweig im Land. Wir werden touristische Maßnahmen, vor allem die, die der Saisonverlängerung und der Qualitätssicherung touristischer Angebote dienen, im kommenden Jahr weiter unterstützen. Eine Herausforderung bleibt die Fachkräftegewinnung und auch -sicherung für Unternehmen. Wir brauchen mehr ganzjährige Beschäftigungsverhältnisse“, sagte Tourismusminister Glawe abschließend.

Advertisements