Gemeinsame Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums Mecklenburg-Vorpommern und der Freien Hansestadt Bremen

Digitalisierung der maritimen Wirtschaft – Zukunftsweisende Signale von der Wirtschafts- und Verkehrsministerkonferenz der norddeutschen Küstenländer in Hamburg

Werft - Heckansicht eines Schiffes mit Schraube, Foto: Joachim Kloock

Werft, Foto: Joachim Kloock

Die norddeutschen Wirtschafts- und Verkehrsminister und -senatoren haben sich heute in Hamburg im Rahmen ihrer jährlich stattfindenden Konferenz unter anderem über das zukunftsweisende Thema der Digitalisierung der maritimen Wirtschaft ausgetauscht. Anlass sind zwei geplante Anträge im Rahmen der Förderinitiative Mittelstand 4.0 beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, weitere Kompetenzzentren für innovative Lösungen für die Digitalisierung und Vernetzung der Wirtschaft mit einem expliziten Schwerpunkt in der maritimen Wirtschaft zu schaffen. Den antragstellenden Akteuren aus den Ländern Bremen und Mecklenburg-Vorpommern ist eine enge Abstimmung und Verzahnung gelungen. Insbesondere der länderübergreifende Ansatz in beiden Anträgen wurde von den Ministern und Senatoren sehr gelobt. „Fachwissen macht nicht an Ländergrenzen Halt“, betont Martin Günthner, Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen der Freien Hansestadt Bremen. „Deswegen ist es uns wichtig, alle Kompetenzen zu bündeln und dadurch zu stärken. Die neuen Technologien verändern unsere Arbeitswelt zusehends und machen Dinge möglich, die noch vor ein paar Jahren undenkbar gewesen wären. Hieraus wollen wir im Sinne der Stärkung der maritimen Wirtschaft die richtigen Schritte ableiten, um auch zukünftig eine starke Wirtschaft zu haben.“

Bremen geht mit dem Antrag DigiMar – Dialog- und Kompetenzzentrum 4.0 zur Digitalisierung der Maritimen Wirtschaft in Norddeutschland – ins Rennen. Ein besonderer Fokus liegt auf praxisnahen Umsetzungsprojekten mit maritimen Unternehmen und Kompetenzträgern aus allen fünf norddeutschen Ländern. Drei Beispiele sollen dies veranschaulichen: Das Fraunhofer IGD aus Rostock koordiniert das Projekt „Das digitale Schiff“, in dem künftige Anwendungsbeispiele für 3D-Schiffs-Daten in unterschiedlichen Phasen des Lebenszyklus eines Schiffes demonstriert werden. Unter dem Thema Docking 4.0 wird German Dry Docks aus Bremerhaven gemeinsam mit Reedereien auf der Grundlage von Online-Schiffsdaten neue Formen der Zusammenarbeit demonstrieren. Konkret bedeutet das: Eine Wartung eines Schiffsmotors erfolgt nicht automatisch nach fünf Jahren, sondern wenn bestimmte Messwerte auf dem Schiff dies anzeigen. Der Reeder muss das Schiff dann nicht zwingend in ein bestimmtes Dock bringen, sondern die Werft setzt mobile Teams ein und nutzt weltweite Werftkooperationen, damit die Dockingzeit für den Reeder auf ein Minimum reduziert werden kann. Drittes Beispiel bilden die Hafenkooperationsanwendungen, die auf der Grundlage gemeinsamer Daten neue Formen der digitalen Zusammenarbeit zwischen den norddeutschen Häfen aufzeigen sollen.

Im Antrag Mecklenburg-Vorpommerns steht der maritime Tourismus im Zentrum und verfolgt das Ziel, Digitalisierungslösungen für den Kreuzfahrtschiffbau, für die Versorgungslogistik von Kreuzfahrtschiffen, für den Touristen an Bord und im Hafen, für die medizinische Versorgung auf dem Schiff sowie für die Aus- und Weiterbildung in der Kreuzfahrtbranche in fünf Leitprojekten zu entwickeln und umzusetzen. „Die Digitalisierung fordert die maritime Wirtschaft stark heraus. Unsere Volkswirtschaft und unsere gesamte Arbeitswelt werden sich revolutionieren. Vieles steckt noch in den Kinderschuhen. Wir sollten die Chancen ausloten und die Synergien nutzen, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können“, forderte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe. Die norddeutschen Wirtschafts- und Verkehrsminister und -senatoren begrüßen die Initiativen aus Mecklenburg-Vorpommern und Bremen ausdrücklich und betonen den Mehrwert und die Chancen für den norddeutschen maritimen Mittelstand, sich in den nächsten Jahren intensiv mit neuen Produkten und Geschäftsmodellen zu beschäftigen.

Advertisements