25 Jahre Zweckverband Kühlung: 105 Mio. € in Trink- und Abwasser investiert

Im Abwasserkanal, Foto: Joachim Kloock

Im Abwasserkanal, Foto: Joachim Kloock

21.11.2016 – „Wasser ist die Quelle des Lebens, der Zugang zu sauberem Trinkwasser gilt als Menschenrecht. In der westlichen Welt ist die Verfügbarkeit von Trinkwasser für die Menschen meist zur Selbstverständlichkeit geworden. Gerade Deutschland hat als wasserreiches Land bei der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung kaum einen Notstand zu befürchten. Das verdanken wir an erster Stelle den Kommunen und öffentlichen Körperschaften, die sich dieser Aufgabe jeden Tag aufs Neue stellen.“ – Mit diesen Worten würdigte Umweltminister Dr. Till Backhaus heute die Leistungen des Zweckverbands Kühlung anlässlich seines 25jährigen Bestehens. Die Aufgabe der öffentlichen Trinkwasserversorgung wird in Mecklenburg-Vorpommern gegenwärtig von 54 Wasserversorgungsunternehmen wahrgenommen. Diese versorgen über öffentliche Anlagen 99,7 % der Gesamtbevölkerung mit einwandfreiem qualitätsgerechten Trinkwasser. In die Verbesserung der Trinkwasserversorgung wurden hierzulande seit der Wende insgesamt rund 280 Mio. € investiert, davon 100 Mio. € Fördergelder. Die über 100 abwasserbeseitigungspflichtigen Körperschaften in Mecklenburg-Vorpommern betreiben etwa 600 öffentliche Kläranlagen. Seit 1991 stellten Land, Bund und EU rund 900 Mio. € an Zuwendungen für 2.300 Einzelvorhaben zur Abwasserbeseitigung zur Verfügung. Die Gesamtinvestitionskosten belaufen sich auf geschätzte 2,5 Mrd. €. „Damit konnte der Anschlussgrad der Bevölkerung an die zentralen Anlagen der Abwasserbeseitigung von 64 Prozent im Jahr 1990 auf annähernd 90 Prozent steigen“, so Minister Backhaus. Mit dem zielgerichteten Ausbau der Kanalisationen und Kläranlagen ging eine deutliche Verbesserung der Gewässergüte in Mecklenburg-Vorpommern einher.

Die Bestandaufnahmen zur Wasserrahmenrichtlinie haben gezeigt, dass die Kläranlagen in der Gesamtschau der Belastungsquellen für die Gewässer bei organischen Parametern und Nährstoffen kaum noch ins Gewicht fallen. So ist beispielsweise die mittlere jährliche Gesamt-Phosphorfracht seit 1985 von 1.600 Tonnen auf heute 259 Tonnen gesunken. Das entspricht einer Abnahme um rund 84 Prozent. Ähnliches gilt für Stickstoff. Belief sich die mittlere Gesamt-Stickstofffracht Ende der 80er Jahre auf etwa 13.500 Tonnen, liegt sie heute bei ca. 9.200 Tonnen. Das entspricht einer Abnahme von 32 Prozent. „Der Zweckverband Kühlung mit seinen 22 Kläranlagen und seiner größten Anlage in Bad Doberan hat hieran einen hohen Anteil“, sagte Backhaus. An seiner Spitze stand seit 2008 Geschäftsführer Klaus Rhode, den der Minister heute in den Ruhestand verabschiedete. „Unter seiner Federführung haben die hiesigen Akteure und Behörden oft Neuland beschritten, um die wasserwirtschaftlichen Probleme in den Gemeinden anzugehen und zu meistern.“ Im Ergebnis seien handlungsfähige und kompetente wasserwirtschaftliche Strukturen geschaffen worden. In den vergangenen 25 Jahren hat der Zweckverband mit Fördermitteln von Land, Bund und EU rund 12,7 Mio. € in die Trinkwasserversorgung und rund 93 Mio. € in die öffentliche Abwasserbeseitigung investiert. Gerade in den Tourismusregionen des Landes, in denen Wasserbedarf und Abwasseranfall großen saisonalen Schwankungen unterliegen, sind kluge wasserwirtschaftliche Ansätze notwendig.

Hintergrund

Von den 900 Mio. Menschen in der Europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besitzen immer noch 100 Mio. Menschen im eigenen Haushalt keinen Anschluss an die Trinkwasserversorgung. 67 Mio. Menschen haben keinen Zugang zu verbesserten sanitären Einrichtungen und keine sichere Möglichkeit zur Entsorgung menschlicher Fäkalien. Weltweit haben rund zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. 

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