Landesweiter LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis 2016 vergeben

Preisträger beweisen, wie aus einer Idee nach viel Forschungsleistung ein marktfähiges Produkt entstehen kann

Ludwig-Bölkow-Technologiepreis, Foto: Pressestelle WM

Ludwig-Bölkow-Technologiepreis

14.11.2016 – Am Montag ist in der Industrie- und Handelskammer für das östliche Mecklenburg-Vorpommern in Neubrandenburg der landesweite LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis 2016 verliehen worden. Preisträger sind in diesem Jahr die Physiolution GmbH aus Greifswald und die Prolupin GmbH aus Grimmen. „Unternehmensaktivitäten in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Innovationen gewinnen für die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend an Bedeutung. Nachhaltiges Wachstum wird von Produkt- und Verfahrensinnovationen getrieben. Die diesjährigen Preisträger – die Physiolution GmbH und die Prolupin GmbH – beweisen mit ihrer Unternehmensentwicklung, wie aus Ideen nach vielen Forschungsleistungen marktfähige Produkte entstehen können. Diese Leistungen werden mit dem LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis gewürdigt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. „Forschung und Entwicklung im Verbund von Wissenschaft und Wirtschaft zeigen Wirkung. Mit solchen innovativen Produkten stellen die Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis“, betonte Dr. Wolfgang Blank, Präsident der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern.

Physiolution GmbH untersucht die Auswirkungen von Medikamenten auf den ph-Wert im Magen-Darm-Trakt

Das Greifswalder Unternehmen hat sich auf die Untersuchung der Wirkstofffreisetzung von festen peroralen (oral zu verabreichenden) Arzneiformen unter biorelevanten Testbedingungen spezialisiert. Damit soll herausgefunden werden, wie sich Medikamente auf den pH-Wert im Magen-Darm-Trakt auswirken. Zusätzlich wurden Geräte entwickelt, die eine verlangsamte Wirkstofffreisetzung darstellen. „Dank der Entwicklung der Physiolution können künftig Wirkeigenschaften von Arzneimitteln unter Laborbedingungen simuliert werden. So können Zeiten und Kosten bei der Arzneimittelforschung verkürzt werden. Davon profitieren Patienten, Ärzte und forschende Pharmaunternehmen. Gleichzeitig wurden bisher vier hochwertige, zukunftsorientierte Arbeitsplätze geschaffen“, sagte Glawe. Die Physiolution GmbH wurde als sogenanntes „Spin Off“ – eine Ausgründung aus einer Institution – der Universität Greifswaldim Jahr 2009 gegründet. Gemeinsam mit dem Institut für Pharmazie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald hat das Unternehmen in einem Verbundvorhaben die Forschung durchgeführt. Das Projektvolumen der Physiolution GmbH betrug dafür insgesamt knapp 126.000 Euro. Es wurde vom Wirtschaftsministerium mit rund 75.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Weitere rund 90.000 Euro wurden dem Verbundpartner, der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, bewilligt.

Mit heimischen Pflanzen auf der Erfolgsspur – Prolupin GmbH entwickelt rein pflanzliche Lebensmittel

Die Prolupin GmbH aus Grimmen hat sich auf die Gewinnung und Modifizierung von Proteinen der Blauen Süßlupine als Lebensmittelzutat und deren gezielte Anwendung im Lebensmittelbereich spezialisiert. Lupinen sind eiweißhaltige Hülsenfrüchte und gelten als Soja-Ersatz. Das Lupinenprotein-Isolat (LPI) wird durch einen patentierten Prozess in einer hochreinen Form gewonnen. Durch die gezielte Entfernung von Bitterstoffen und störenden Aromen kann ein sensorisch maximal neutrales, pflanzliches Protein gewonnen werden. So hat das Unternehmen unter anderem einen Lupinen-Drink (eine rein pflanzliche „Milch“) und eine Lupinen-Joghurt-Alternative entwickelt. „Auf der Basis heimische Pflanzen werden bei der Prolupin GmbH nach intensiver Forschung durch Weiterverarbeitung und Veredlung vom Markt nachgefragte Lebensmittel produziert. Damit ist ein wesentlicher Teil der Wertschöpfungskette in Mecklenburg-Vorpommern angesiedelt“, sagte Glawe. Die Betriebsstätte in Grimmen wurde 2013 in Betrieb genommen und beschäftigt heute 17 Mitarbeiter. Das Wirtschaftsministerium hatte die Ansiedlung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) mit rund 1,03 Millionen Euro unterstützt. Die Gesamtinvestition des Unternehmens betrug rund 2,5 Millionen Euro.

Forschung und Entwicklung ist Schwerpunkt der Wirtschaftspolitik – Verbundforschung nutzen

„Wir setzen auch weiterhin die Rahmenbedingungen für ein positives Innovationsklima in Mecklenburg-Vorpommern. Unternehmen erhalten Unterstützung bei der Produktentwicklung bis zur Marktreife. So werden gleichzeitig qualifizierte Arbeitsplätze erhalten und geschaffen. Um diesen Prozess weiter voranzutreiben, unterstützen wir die Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung“, betonte Glawe. Für die neue EU-Förderperiode von 2014 bis 2020 stehen für die kommenden sieben Jahre 168 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung.

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