Archiv für 10. November 2016

Internationaler Jugendaustausch bietet große Chancen

Geschäftsführer Friedhelm Heibrock, Ministerin Drese und der Vorstandssprecher des Landesjugendrings Fabian Scheller bei der Jugendkonferenz in Güstrow

Geschäftsführer Friedhelm Heibrock, Ministerin Drese und der Vorstandssprecher des Landesjugendrings Fabian Scheller bei der Jugendkonferenz in Güstrow

10.11.2016 – Sozialministerin Stefanie Drese hat am Donnerstag junge Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern dazu aufgerufen, verstärkt die Möglichkeiten des internationalen Jugendaustausches zu nutzen. „Neue Erfahrungen sammeln, den Blick auf die Welt ändern, Weltoffenheit entwickeln und mit anderen Kulturen ins Gespräch kommen sind die großartigen Chancen, die ein Auslandsaufenthalt bietet“, sagte Drese bei Eröffnung der Zukunftskonferenz zur Internationalen Jugendarbeit in Güstrow. Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern fördert seit über 25 Jahren die internationale Jugendbegegnung von Verbänden, Vereinen und Kommunen. Dabei stehen Begegnungsfahrten mit gegenseitigem Lerneffekt zwischen jungen Menschen im Vordergrund. Zur Zukunftskonferenz unter dem Titel „Europa der Jugend“ hatten Kooperationspartner aus ganz Mecklenburg-Vorpommern eingeladen, die internationale Jugendarbeit auch als großes Bildungspotenzial für Jugendliche verstehen. Die Ministerin appellierte an die Jugendlichen, weiter an der europäischen Idee zu arbeiten und sie mit Leben zu erfüllen. „Es scheint modern zu sein, Europa zu kritisieren. Mit Sorge sehe ich Entwicklungen in einigen Ländern Europas, die Kleinstaaterei befördern und den großen europäischen Gedanken mit Bürokratie und Fremdbestimmung gleichzusetzen. Deshalb sollten wir die gelebte europäische Idee, die Begegnung von Menschen unterschiedlicher Kultur und unterschiedlicher Sprache weiter befördern. Europa besteht nicht nur aus Konferenztischen in Brüssel – Europa besteht aus Europäern, die sich untereinander austauschen und beflügeln“. Drese verwies auf die neue Bundesinitiative „Chancen eröffnen durch Austausch und Begegnung“ durch die viele junge Menschen die Möglichkeit haben, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Die Initiative versteht sich als grundsätzlich längerfristig angelegte Strategie zur Stärkung des internationalen Jugendaustauschs und soll bundesweit in Zusammenarbeit mit den Trägern der internationalen Jugendarbeit weiterentwickelt werden. Die Zukunftskonferenz „Europa der Jugend“ zur internationalen und europäischen Jugendarbeit in Mecklenburg-Vorpommern ist die Auftaktveranstaltung zur gleichnamigen Kampagne des Landesjugendrings, die bis Ende 2017 laufen wird. Die Konferenz wird vom Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung anteilig gefördert.

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Geflügelpest in MV – Minister ordnet landesweite Aufstallung an

Hühner auf der Außenanlage, www.bicklhof.de

Hühner auf der Außenanlage, http://www.bicklhof.de

10.11.2016 – Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt informierte heute im Rahmen einer Pressekonferenz über die aktuelle Lage in Mecklenburg-Vorpommern vor dem Hintergrund der Geflügelpest. Minister Dr. Till Backhaus zeigte sich in großer Sorge: „Schließlich wurde in der Küstenregion unserer Nachbarn in Polen und in Schleswig-Holstein das hochpathogene aviäre Influenzavirus des Subtyps H5N8 vor wenigen Tagen festgestellt. Auch aus Ungarn sowie im Bereich des Bodensees, in Baden-Württemberg als auch der Schweiz und Österreich liegen inzwischen Nachweise vor.“ „Deshalb haben wir gleich am Dienstag im Land alle berührten Behörden über die Gefährdungslage informiert und auch die Öffentlichkeit und die Geflügelhalter zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen“, so der Minister. Inzwischen liegt ein erster positiver Befund bei einer auf der Insel Riems tot aufgefundenen Reiherente vor. Ebenso besteht der Verdacht des Ausbruchs der Geflügelpest auf der Ostseeinsel Greifswalder Oie. Dort werden im Verlaufe des Tages die weiteren Untersuchungsergebnisse erwartet. „Der Nachweis von HPAI H5N8 und somit von Geflügelpest auf der Insel Riems hat zur Folge, dass ich alle Geflügelhalter dazu aufrufe bis Sonntag eine landesweite Aufstallung vorzunehmen. Ab Montag werden wir verstärkt kontrollieren, ob dieses umgesetzt wurde.“, betonte Dr. Till Backhaus. Um den Fundort des Wildvogels wird außerdem ein Sperrbezirk mit einem Radius von 3 km und ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von 10 km eingerichtet. Die zu ergreifenden Maßnahmen richten sich nach der Geflügelpest-Verordnung des Bundes. „Wir stehen im engen Kontakt mit dem Bund und den Ländern und mit Blick auf bundesweite Maßnahmen in Abstimmung“, sagte Backhaus abschließend. Für eventuelle Rückfragen und Hinweise wurde ein Bürgertelefon unter der Nummer 0385-588 6066 eingerichtet, das werktags von 9 bis 14 Uhr erreichbar ist.

Maßnahmen im Sperrbezirk

  • Wer im Sperrbezirk Geflügel hält, hat das Geflügel in geschlossenen Ställen oder unter einer Schutzvorrichtung zu halten. Die zuständige Behörde kann Ausnahmen genehmigen.

Die zuständige Behörde

  • bringt an den Hauptzufahrtswegen zu dem Sperrbezirk Schilder mit der deutlichen und haltbaren Aufschrift „Geflügelpest – Sperrbezirk“ gut sichtbar an,
  • führt in den im Sperrbezirk gelegenen Beständen, in denen Vögel zu Erwerbszwecken gehalten werden, Untersuchungen über den Verbleib von gehaltenen Vögeln, Fleisch von Geflügel, Eiern, tierischen Nebenprodukten und Futtermitteln
  • kann für die im Sperrbezirk gelegenen Bestände serologische oder virologische Untersuchungen anordnen,
  • kann die Tötung und unschädliche Beseitigung im Sperrbezirk gehaltener Vögel anordnen, soweit dies aus Gründen der Tierseuchenbekämpfung, insbesondere zur unverzüglichen Beseitigung eines Infektionsherdes, erforderlich ist
  • kann die Jagd auf Federwild untersagen, soweit dies aus Gründen der Tierseuchenbekämpfung erforderlich ist.

Tierhalter haben

  • der zuständigen Behörde unverzüglich die Anzahl der gehaltenen Vögel unter Angabe ihrer Nutzungsart und ihres Standorts und der verendeten gehaltenen Vögel sowie jede Änderung anzuzeigen.

Außerdem gilt für den Sperrbezirk Folgendes:

  • gehaltene Vögel, Säugetiere, Fleisch von Geflügel und Federwild, Eier sowie von Geflügel und Federwild stammende sonstige Erzeugnisse und tierische Nebenprodukte dürfen weder in einen noch aus einem Bestand, Futtermittel dürfen nicht aus einem Bestand verbracht werden;
  • die Beförderung von frischem Fleisch von Geflügel aus einer Schlachtstätte, einem Zerlegebetrieb oder einem Kühlhaus ist verboten;
  • gehaltene Vögel zur Aufstockung des Wildvogelbestands dürfen nicht frei gelassen werden; auf öffentlichen oder privaten Straßen oder Wegen, ausgenommen auf betrieblichen Wegen, dürfen gehaltene Vögel, Eier oder Tierkörper gehaltener Vögel nicht befördert werden;
  • die Durchführung von Geflügelausstellungen, Geflügelmärkten oder Veranstaltungen ähnlicher Art ist verboten;
  • Transportfahrzeuge und Behälter, mit denen gehaltene Vögel, frisches Fleisch von Geflügel, tierische Nebenprodukte von Geflügel, Futtermittel und sonstige Materialien, die Träger des hochpathogenen aviären Influenzavirus sein können, befördert worden sind, sowie Fahrzeuge, mit denen ein Bestand mit gehaltenen Vögeln befahren worden ist, sind unverzüglich nach jeder Beförderung nach näherer Anweisung der zuständigen Behörde zu reinigen und zu desinfizieren.

Maßnahmen im Beobachtungsgebiet:

  • Die zuständige Behörde bringt an den Hauptzufahrtswegen zu dem Beobachtungsgebiet Schilder mit der deutlichen und haltbaren Aufschrift „Geflügelpest – Beobachtungsgebiet“ gut sichtbar an.

Außerdem gilt, für das Beobachtungsgebiet folgendes:

  • gehaltene Vögel, frisches Fleisch von Geflügel und Federwild, Eier sowie von Geflügel und Federwild stammende sonstige Erzeugnisse sowie tierische Nebenprodukte von Geflügel dürfen weder in einen noch aus einem Bestand verbracht werden; gehaltene Vögel zur Aufstockung des Wildvogelbestands dürfen nicht frei gelassen werden;
  • die Durchführung von Geflügelausstellungen, Geflügelmärkten oder Veranstaltungen ähnlicher Art ist verboten;
  • Transportfahrzeuge und Behälter, mit denen gehaltene Vögel, frisches Fleisch von Geflügel, tierische Nebenprodukte von Geflügel, Futtermittel oder sonstige Materialien, die Träger des hochpathogenen aviären Influenzavirus sein können, befördert worden sind, sowie Fahrzeuge, mit denen ein Bestand mit gehaltenen Vögeln befahren worden ist, sind unverzüglich nach jeder Beförderung nach näherer Anweisung der zuständigen Behörde zu reinigen und zu desinfizieren.

Tagung stärkt Traditionsbewusstsein in Mecklenburg-Vorpommern

Themenjahr 2017 „Tradition und Brauchtum“ des Urlaubslandes auf Konferenz in Liepen an der Peene eingeläutet – 100 Teilnehmer verabschieden Thesenpapier

10.11.2016 – Trend oder Tradition? Heimatbrauch oder Kitsch? Folklore oder Inszenierung? Zur Tagung „Tradition und Brauchtum und ihr Wert für den Tourismus“ treffen sich heute (10. November) etwa 100 Vertreter aus touristischen Institutionen, der Wirtschaft und Vereinen aus Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland, um sich über die Bedeutung von Traditionen für den Tourismus im Nordosten und neue Perspektiven für die Vermarktung auszutauschen. Mit dabei sind auch Experten aus zwei in diesem Zusammenhang erfolgreichen Regionen, aus dem Schwarzwald und aus dem Salzburger Land. Ziel der vom Landestourismusverband und dem Tourismusverband Vorpommern initiierten Veranstaltung ist es, Touristiker und Einheimische für die Themen Tradition und Brauchtum als touristische Potenziale zu sensibilisieren. Dazu wird auf der Konferenz unter anderem ein Thesenpapier verabschiedet. Die Tagung fungiert darüber hinaus als Auftakt für das Themenjahr 2017 „Tradition und Brauchtum“ des Urlaubsverbandes Mecklenburg-Vorpommern. „Bräuche sind Ausdruck von Tradition. Die industrielle Revolution, das ideologische System der DDR, ein wachsender Bildungsstand oder die Individualisierung der Menschen haben auch in Mecklenburg-Vorpommern zum Verdrängen vieler Bräuche geführt. In Bundesländern wie Bayern, aber auch in Österreich und der Schweiz ist dies anders“, erklärte Jürgen Seidel, Präsident des Landestourismusverbandes. „Zu fragen ist: Können wir uns in Mecklenburg-Vorpommern stärker auf Traditionen beziehen, um touristisch attraktiver zu sein und insgesamt eine stärkere Identität auszuprägen?“ Für immerhin etwa neun Prozent der Urlaubsgäste in Mecklenburg-Vorpommern waren laut der repräsentativen Gästebefragung „Qualitätsmonitor Deutschland-Tourismus 2015/2016“ Tradition und Geschichte ein Grund für die Reiseentscheidung. Auch bei den Urlaubsaktivitäten spiegelt sich das Interesse der Gäste an Traditionen und Bräuchen wider: 54 Prozent besuchen die Sehenswürdigkeiten des Landes, 20 Prozent besichtigen Museen oder Ausstellungen, 15 Prozent besuchen die UNESCO-Welterbe-Stätten und 14 Prozent lassen sich auf Stadtführungen Land, Leute und Geschichte näher bringen.

Der auch für Tourismus zuständige Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe erklärte: „Bei uns kann man traditionelle Feste feiern, landestypische Spezialitäten genießen, historische Bausubstanz bewundern und traditionelle Handwerkstechniken erleben. Tradition und Brauchtum sind in Mecklenburg-Vorpommern touristische Standortfaktoren, um auf regionale Höhepunkte und Besonderheiten aufmerksam zu machen. Ich sehe in diesem Bereich noch viel Potenzial, um neue Impulse für den Tourismus zu setzen, unseren Städten und Gemeinden besondere Ausstrahlung zu geben und damit auch die regionale Identität zu stärken. So können wir neue Zielgruppen durch attraktive Angebote für einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern begeistern.“ Zur Förderung und weiteren Qualifizierung des Landtourismus zwischen Ostseeküste und Seenplatte hat der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit dem Verein Landurlaub und dem Tourismusverband Vorpommern im Januar 2015 drei Netzwerkprojekte ins Leben gerufen, darunter das Projekt „Kulturelles Erbe im ländlichen Raum“. Tilo Braune, Vorsitzender des Tourismusverbandes Vorpommern, sagte: „Das Thema Tradition und Brauchtum birgt Potenziale zur weiteren Entwicklung des ländlichen Raums in Vorpommern. In der Gesellschaft verankerte Traditionen stellen das Besondere der Region heraus und können ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu anderen Urlaubszielen sein. Die Themen, die mit dem Projekt, der Tagung und dem Themenjahr herausgearbeitet werden, sollen neue Anreize schaffen, die Region zu entdecken und wiederkehrende Gäste zu neuen Erlebnissen inspirieren.“

Um den Stellenwert gelebter Traditionen und Bräuche für das Themenjahr 2017 herauszuarbeiten und diese konkret in den Blick von Gästen zu rücken, werden im kommenden Jahr fünf Säulen die touristische Werbung zum Thema tragen: Handwerk mit Bootsbau oder Fischerei, gelebte Bräuche wie die plattdeutsche Sprache und das Tonnenabschlagen, das Landleben mit alten Gebäudeensembles oder Dorffesten, kulinarische Spezialitäten von Sanddorn bis Räucherfisch sowie maritime Traditionen vom Strandkorb bis zum Fischerkaten. Diese Themen bilden den Rahmen für authentische und erlebbare Produkte, die Gäste in das Land locken und dessen Profil schärfen sollen. Jürgen Seidel: „Veranstaltungen wie das Tonnenabschlagen oder die Zeesbootregatten, die Architektur mit regionalen Materialien wie Schilf oder Backstein, die Braukunst oder sogar das Fischbrötchen sind Merkmale, die wir lebendig halten und noch stärker positionieren müssen. Das Plattdeutsche kann gleichfalls im touristischen Marketing zu einem Prozess beitragen, in dem unsere Einwohner mehr Akzeptanz für den Tourismus entwickeln.“  Auf der Fachtagung in Liepen ordnet Prof. Dr. Martin Lohmann vom Institut „New Insights for Toursim“ (NIT) in Kiel die Bedeutung des Brauchtums für den Tourismus ein und arbeitet damit touristische Potenziale von Tradition und Brauchtum heraus. Der Initiator des Salzburger Bauernherbstes, Karl Riegler, und der Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH, Christopher Krull, zeigen an ihrem jeweiligen Beispiel Wege zur Positionierung von Tradition im touristischen Umfeld auf. In weiteren Vorträgen erörtern Touristiker, welche Bräuche erhalten geblieben sind, und wie sie das Profil des Urlaubslandes beeinflussen: Wie helfen sie bei der Gewinnung neuer Gäste, und wie werden sie für diese erlebbar? Wie kann es gelingen, sie zu erhalten und an nachwachsende Generationen weiterzugeben? Lassen sich Traditionen mit Entwicklungen wie Digitalisierung und Internationalisierung vereinbaren? Um diese und weitere Fragestellungen in den Vordergrund zu rücken, wird im Rahmen der Fachtagung ein Thesenpapier verabschiedet, das unter anderem Touristiker, Heimatverbände und Unternehmen für das Thema sensibilisieren und deren Zusammenarbeit fördern kann. Thematisiert werden darin beispielsweise Traditionen und Bräuche als Bausteine für nachhaltigen Tourismus sowie der Wert von Traditionen für die Identität Mecklenburg-Vorpommerns, gerade auch im ländlichen Raum.