OZ-Existenzgründerpreis in Rostock vergeben

Rostocker Software-Unternehmen gewinnt Hauptpreis – Gründungswillige erhalten eine Vielzahl von Unterstützungsmöglichkeiten

Grafik auf ipad, www.powerdoo.com

Grafik auf ipad, http://www.powerdoo.com

In Rostock ist der Existenzgründerpreis der Ostsee-Zeitung vergeben worden. Den Hauptpreis hat die powerdoo GmbH aus Rostock gewonnen für die Entwicklung einer Software, die die Erträge von Solaranlagen steigern soll, ohne dass dafür Investitionskosten für eine neue Hardware anfallen. „Mecklenburg-Vorpommern ist ein Vorreiter in Sachen erneuerbarer Energien. Umso mehr freut es mich, dass aus einer innovativen Gründeridee ein Unternehmen mit einem kreativen Produkt am Markt entstanden ist. Die powerdoo GmbH hat eine Lücke in dem wachsenden Markt erkannt. Mit Hilfe der selbst entwickelten Software können Solarmodule überwacht, gesteuert und korrigiert werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit am Donnerstag bei der Preisübergabe.

 

Informationen zum Unternehmen powerdoo GmbH

Die powerdoo GmbH entwickelt innovative und individuelle Software für das Monitoring, die Analyse und das Management von Solaranlagen aller Größen. Bisher konnten nach eigenen Angaben Kunden von Afrika bis Japan gewonnen werden. Zu den größten Kunden gehören internationale Banken, einer der größten Solarmodul-Hersteller Japans und über 1.000 private Haushalte. Insgesamt überwacht das Unternehmen rund 1,7 Gigawatt an Solarleistung, produziert von über 30.000 Wechselrichtern. Das 2014 gegründete Unternehmen besteht bisher aus den beiden Inhabern Johannes Dahl und Steffen Mangold sowie zwei Entwicklern. Derzeit wird ein Forschungsprojekt vorbereitet, um mit weiteren Innovationen weltweit konkurrenzfähig zu sein. „Wissensbasierte und technologieorientierte Gründungen sind eine ideale Voraussetzung, um das Innovationspotential und damit die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaft voranzutreiben. Davon brauchen wir mehr im Land. Das Wirtschaftsministerium bietet Gründern eine Vielzahl von Unterstützungsmöglichkeiten, um den mutigen Schritt in die Selbstständigkeit gehen zu können“, sagte Glawe. In Mecklenburg-Vorpommern setzten im Jahr 2015 nach Angaben des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) rund 5.530 Existenzgründer (2014: 5.770) ihre Vorhaben um.

Für Unternehmertum begeistern – fachliche und finanzielle Unterstützung von Gründern

„Wir wollen weiterhin verstärkt über die Möglichkeiten und Chancen einer Gründung informieren und junge Gründer beraten, qualifizieren und betreuen. Wer sich für das Unternehmertum begeistert, erhält fachliche und auch finanzielle Unterstützung“, betonte Glawe. Der Minister verwies auf das Gründerportal „gruender-mv.de“, das umfassend über Fördermöglichkeiten auf Landes- und Bundesebene informiert. Weitere Unterstützungsmöglichkeiten geben zahlreiche Projekte in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Technologiezentren. Insgesamt stehen 8,3 Millionen Euro aus dem „Europäischen Sozialfonds“ (ESF) im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung von Entrepreneurship“ in der Zeit von 2014 bis 2020 zur Verfügung. Gründer mit technologieorientierten Ideen können ebenfalls sogenannte „Gründerstipendien“ als finanzielle Hilfe zum Lebensunterhalt beantragen. Hierfür stehen aus dem ESF 2,6 Millionen Euro zur Verfügung.

Beteiligungsfonds des Landes erleichtern Gründern den Zugang zu Fremd- und Eigenkapital

„Insbesondere in der Frühphasenfinanzierung und bei kleinen Investitionsvolumina gab es bisher eine Angebotslücke für innovative Gründer, die auf dem Weg zum eigenen Unternehmen waren“, sagte Glawe. Deshalb hat das Wirtschaftsministerium zwei Beteiligungsfonds aufgelegt, um den Zugang zu Eigen- und Fremdkapital zu verbessern – den „Venture Capital Fonds Mecklenburg-Vorpommern“ und den „Beteiligungs-Fonds-Innovation Mecklenburg-Vorpommern“. Hierfür stehen zehn beziehungsweise rund 9,4 Millionen Euro aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) zur Verfügung. „Wir haben eine große Bandbreite an Projekten, Förderungen und Unterstützungsmöglichkeiten, um den Gründergeist im Land zu stärken und innovative Neu-Unternehmen direkt zu begleiten, zu fördern und in der Frühphase mit Kapital zu unterstützen. Das ist uns wichtig, denn die Impulse für Innovationen, neue Technologien und digitale Geschäftsmodelle gewinnen zunehmend an Bedeutung für das Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum im Land“, sagte Glawe.

Weitere Preisträger

Preisträger „Mut zur Selbstständigkeit“: Stufeeins GmbH (Rostock)

Auf dem ehemaligen Gelände der Neptun Werft bietet das Unternehmen ein Dienstleistungszentrum rund um Akten und Daten an. Dabei geht es beispielsweise um die Archivierung und die Digitalisierung von Akten, eine Datenschutzberatung und einen umfassenden IT-Service. Inhaber Steffen Kraeft hat das Unternehmen im Jahr 2012 gegründet und investierte 2015 in einen Neubau mit 2.500 Quadratmeter Lager- und 400 Quadratmeter Bürofläche. Das Gesamtinvestitionsvolumen betrug 2,5 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützte das Vorhaben aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von 483.300 Euro.

Preisträger „Interessante Gründerstory“: Meditex GmbH (Papendorf)

Aus ihrer Tätigkeit als Krankenschwester heraus hat Inhaberin Fanny Fatteicher im Jahr 2014 medizinische Funktionswäsche für Patienten der Onkologie, Dialyse-Patienten und Frühchen entwickelt. Neben mehr Hygiene-Sicherheit durch passgenaue Öffnungen z.B. an Brust, Bauch, Armen und Beinen zur individuellen Behandlung geht es auch um das Wohlbefinden der Patienten, die ihre Kleidung nicht komplett aus- oder hochziehen müssen. Derzeit ist eine Klinik-Studie in Vorbereitung, die Krankenkassenzulassung als medizinisches Hilfsmittel befindet sich im Antragsverfahren. Fanny Fatteicher erhält derzeit ein Landes-Gründerstipendium als Beihilfe zum Lebensunterhalt aus Mitteln des „Europäischen Sozialfonds“ (ESF).

Informationen zum OZ-Existenzgründerpreis

Die Ostsee-Zeitung verleiht im Jahr 2016 zum 14. Mal den sogenannten Existenzgründerpreis. Teilnehmen konnten junge Firmen aus Mecklenburg-Vorpommern, die nicht älter als fünf Jahre sind. Der Hauptpreis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird von der Ostsee-Zeitung gestiftet. Weitere Preise sind der Preis „Mut zur Selbstständigkeit“ über 1.500 Euro, gestiftet von der Creditreform Mecklenburg-Vorpommern und der Preis „Interessante Gründerstory“ über 1.500 Euro, gestiftet von den Volks- und Raiffeisenbanken. Insgesamt hatten sich in diesem Jahr 50 Unternehmen um die Auszeichnungen beworben, von denen acht in die engere Wahl kamen. Eine Jury aus Vertretern der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammern des Landes, der Creditreform Mecklenburg-Vorpommern, der Volks- und Raiffeisenbank Rostock, der Ostsee-Zeitung sowie des Wirtschaftsministeriums hat die finalen Preisträger ermittelt.

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