„Ausblick in die Zukunft der Lebensmittelproduktion“ – Branchentreffen der Ernährungswirtschaft

Aktuelle Ernährungstrends, neue Technologien und Arbeitsprozesse sind entscheidend für wirtschaftliche Weiterentwicklung

12. Warnemünder Heringsfest auf dem Fischmarkt Warnemünde, Foto: Joachim Kloock

Frischer Fisch, Foto: Joachim Kloock

Premiere in Wusterhusen (Landkreis Vorpommern-Greifswald): Unter dem Motto „Ausblick in die Zukunft der Lebensmittelproduktion“ fand der erste „HAB-Hallenempfang“ am Montag statt. „Das rechtzeitige Erkennen von Ernährungstrends, neuen Technologien oder Arbeitsprozessen ist entscheidend für die Weiterentwicklung der Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Branchentreffen wie dieses tragen erheblich dazu bei, den intensiven fachlichen Austausch der Beteiligten zu verbessern, Kooperationen zu vereinbaren und damit die Branche insgesamt wirtschaftlich zu stärken“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Veranstalter waren die HAB Hallen- und Anlagenbau GmbH, das Netzwerk „Agrarmarketing M-V e.V.“, die Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern mbH und das Unternehmen BIO am SUND GmbH aus Stralsund.

Digitalisierung in Unternehmen ist bedeutendes Thema der Zukunft – Chancen für Mecklenburg-Vorpommern

Ein Thema des Treffens war die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und die Auswirkungen auf die Unternehmen. Dabei sollen unter anderem Maschinen, Lagersysteme und Betriebsmittel so miteinander verknüpft werden, dass die Produktion effizienter, flexibler und kostengünstiger gestaltet werden kann. So wird für das verarbeitende Gewerbe in Mecklenburg-Vorpommern erwartet, durch die Digitalisierung von Wirtschaftsprozessen eine Steigerung der Bruttowertschöpfung um bis zu 20,5 Millionen Euro sowie über 2.000 zusätzliche Arbeitsplätze zu erreichen (Quelle: NordLB MV-Report Oktober 2015). „Die Digitalisierung in Unternehmen ist ein wichtiges Thema der Zukunft. Ziel ist es, Wertschöpfungsnetzwerke zu bilden, die zu einer weitaus stärkeren Integration von Fertigungs- und Versorgungsketten führen. Da sehe ich für Mecklenburg-Vorpommern gute Chancen, etwa in den Bereichen Gesundheit/Life Science, Ernährung, Energie und Klima, Mobilität, Information und Kommunikation sowie im Maschinenbau Signale zu setzen. Es ist richtig, dass sich die Ernährungswirtschaft mit dem Thema auseinandersetzt“, sagte Glawe.

Informationen zur Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern – Branche ist geprägt von mittelständischen Unternehmen

Die Ernährungsindustrie nimmt in Mecklenburg-Vorpommern einen großen wirtschaftlichen Stellenwert ein. Die Branche ist innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes gemessen an der Zahl der Beschäftigten und des Umsatzes der größte Industriezweig des Bundeslandes. In den 87 Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten waren im ersten Halbjahr 2016 im Durchschnitt über 14.400 Personen tätig, die einen Umsatz in Höhe von 2,2 Milliarden Euro erwirtschafteten. Zu den bedeutendsten Produktionsbereichen gehören die Backwarenindustrie, die Fleischverarbeitung, die Milchverarbeitung, die Fischverarbeitung und die Getränkeherstellung. „Unsere heimischen Betriebe der Ernährungswirtschaft sind vor allem leistungsstarke Mittelständler, die ein hochwertiges und vielfältiges Sortiment produzieren. Dazu kommen Tochterunternehmen internationaler Konzerne“, so Glawe. Als Beispiele nannte er die Dr. Oetker Tiefkühlprodukte GmbH in Wittenburg und die Pfanni GmbH & Co. KG in Stavenhagen. „Diese Kombination aus traditionsreichen und neu gegründeten, regionalen und internationalen Unternehmen trägt zum Branchenerfolg bei. Deshalb werden wir weiter dafür sorgen, dass die Betriebe strategische Unterstützung für Ansiedlungen und Erweiterungen erhalten“, sagte Glawe.

458 Investitionsvorhaben in der Ernährungsbranche haben mehr als 9.800 Arbeitsplätze geschaffen und über 25.000 Jobs gesichert

Seit 1990 sind in Mecklenburg-Vorpommern 458 Vorhaben der Ernährungsbranche bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 2,7 Milliarden Euro in Höhe von rund 474 Millionen Euro unterstützt worden. Die Mittel stammen in der Regel aus der „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE). Durch die Vorhaben sind mehr als 9.800 Arbeitsplätze neu entstanden und über 25.000 Jobs wurden gesichert. In Vorpommern waren es seit 1990 121 Vorhaben mit einer Investitionshöhe von 536 Millionen Euro, die vom Wirtschaftsministerium in Höhe von 106 Millionen Euro unterstützt wurden. Dadurch sind knapp 2.600 Arbeitsplätze neu entstanden und mehr als 4.300 Jobs wurden gesichert. Unter anderem haben sich die SternMaid GmbH in Wittenburg, das Edeka-Fleischwerk in Valluhn, die Toffee Tec GmbH und Sweet Tec GmbH in Boizenburg und das Nescafé Dolce-Gusto-Werk in Schwerin angesiedelt. „Wir werden auch künftig Ansiedlungen und Erweiterungen unterstützen“, sagte Wirtschaftsminister Glawe abschließend.

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