Archiv für 7. November 2016

„Ein verborgener Schatz“ – Backhaus verstetigt Grundwasserschutz

Conventersee, Foto Joachim Kloock

Conventersee, Foto Joachim Kloock

7.11.2016 – „Die Landesregierung setzt alles daran, den sehr guten Grundwasserschutz im Land weiter auszubauen und die Sicherheit der Trinkwasserversorgung flächendeckend und langfristig zu gewährleisten. In Mecklenburg-Vorpommern werden wir auch künftig vordringliche Vorhaben des Gewässerschutzes im Rahmen unserer Förderrichtlinien umfassend finanziell unterstützen.“ – Das betonte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt M-V, heute auf dem 21. Gewässersymposium an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock. Dass die EU ihre Ankündigung wahr gemacht hat und eine Nitrat-Klage gegen Deutschland eingereicht hat, sollte auch dem letzten Zweifler die Augen öffnen: „Wir haben ein ernsthaftes Problem mit dem Zustand unserer Gewässer und das deutschlandweit. Wir stehen unter massivem Handlungsdruck. Die seit 2013 mehrfach angekündigte Novelle der Düngeverordnung ist bis heute nicht vorgelegt worden. Ich sage es daher immer wieder: Der Bund muss nun endlich die Beine in die Hand nehmen und wirksame Maßnahmen und Regelungen umsetzen, die EU-konform und bundesweit verbindlich sind – ohne Ausnahmen. Es darf nicht dazu kommen, dass am Ende EU-Gerichte vorgeben, wie Landwirtschaft hierzulande zu funktionieren hat“, so der Minister. Grundwasser ist ein „verborgener Schatz“, sagte der Minister: „Sauberes Grundwasser ist nicht nur für die Trinkwasserversorgung von entscheidender Bedeutung. Es speist unsere Flüsse und gelangt so letztlich ins Meer. Ist es verschmutzt, werden die Schadstoffe über den Wasserkreislauf weit verbreitet. Als größtes Süßwasserreservoir der Erde verdient es größte Beachtung.“

In Mecklenburg-Vorpommern stehen täglich 7,71 Mio. Kubikmeter (7,71 Mio. t) Grundwasser zur Verfügung. Aktuell gibt es 610 Messstellen, an denen die Menge des Grundwassers, und 292 Messstellen, an denen die Güte des Grundwassers überprüft und beobachtet werden. Bis 2027 sollen 200 neue Messstellen entstehen, davon 100 in den nächsten fünf Jahren. „Unser Ziel ist, das Messstellennetz noch engmaschiger zu gestalten, um eine noch präzisere Ursachenanalyse bei potentiellen Grundwasserbelastungen durchführen zu können“, so der Minister. Hauptproblem sind Stickstoff- und Phosphoreinträge aus der Landwirtschaft. Hierbei handelt es sich allerdings um ein deutschlandweites Problem. Hierzulande sind von 53 Grundwasserkörpern 11 aufgrund erhöhter Nitratwerte in einem chemisch schlechten Zustand. Dies entspricht 18 % der Landesfläche. In anderen Regionen Deutschlands sind es bis zu 60%. Mit Nachdruck betonte der Minister jedoch, dass das für die öffentliche Trinkwasserversorgung genutzte Grundwasser in M-V über eine sehr gute Qualität verfügt, da es aus weitaus tieferen Erdschichten gewonnen wird. „Trotz der wichtigen öffentlichen Debatte um den Zustand unserer Gewässer besteht keine Gefahr für die menschliche Gesundheit.“

Zweifelsohne muss Grundwasser als Rohstoff aufbereitet werden, um in Reinwasserqualität als Trinkwasser verwendet werden zu können, erklärte Backhaus. Das liegt in der Natur der Sache. In Mecklenburg-Vorpommern wird dies mittels modernster Technik auf höchstem Niveau betrieben, versicherte er. Die nachhaltige Nutzung des Grundwassers erfordert aber flächendeckende Maßnahmen zum Grundwasserschutz, die das Land frühzeitig ergriffen hat. Bereits 2009 hat sich auf Initiative von Minister Backhaus die Arbeitsgemeinschaft zur Reduzierung diffuser Nährstoffeinträge in Gewässern gegründet. Sie hat einen Maßnahmenkatalog formuliert, um die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) hinsichtlich der diffusen Nährstoffeinträge systematisch und effektiv umsetzen. Dieser wurde 2011 verabschiedet und 2016 an aktuelle fachliche und rechtliche Rahmenbedingungen angepasst. Seit 2010 wurden darüber hinaus rund 3.000 Beratungen, Fachvorträge und Regionalveranstaltungen durchgeführt. „Die enge Zusammenarbeit zwischen der hiesigen Wasser- und Landwirtschaft in diesem Prozess ist beispielgebend“, freute sich der Minister. Auch Wissenschaft und Forschung sind dem Minister zufolge gefragt, weshalb das Agrarministerium den WissenschaftsCampus Phosphorforschung in Rostock jährlich mit 85.000 Euro unterstützt. Seit 1990 sind zudem ca. 2,5 Mrd. Euro in den Ausbau von 571 zentralen Kläranlagen und in 49.000 biologische Kleinkläranlagen investiert worden. In der naturnahen Gewässerentwicklung wurden 250 Vorhaben mit 82 Mio. € bezuschusst. Für die Sanierung von Seen hat das Land für 50 Vorhaben etwa 22 Mio. € bereitgestellt. Bis 2021 wird das Land insgesamt rund 150 Mio. € für den naturnahen Gewässerbau, die Seesanierung und für Agrarumweltmaßnahmen zur Verfügung stellen.

Advertisements

„Ausblick in die Zukunft der Lebensmittelproduktion“ – Branchentreffen der Ernährungswirtschaft

Aktuelle Ernährungstrends, neue Technologien und Arbeitsprozesse sind entscheidend für wirtschaftliche Weiterentwicklung

12. Warnemünder Heringsfest auf dem Fischmarkt Warnemünde, Foto: Joachim Kloock

Frischer Fisch, Foto: Joachim Kloock

Premiere in Wusterhusen (Landkreis Vorpommern-Greifswald): Unter dem Motto „Ausblick in die Zukunft der Lebensmittelproduktion“ fand der erste „HAB-Hallenempfang“ am Montag statt. „Das rechtzeitige Erkennen von Ernährungstrends, neuen Technologien oder Arbeitsprozessen ist entscheidend für die Weiterentwicklung der Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Branchentreffen wie dieses tragen erheblich dazu bei, den intensiven fachlichen Austausch der Beteiligten zu verbessern, Kooperationen zu vereinbaren und damit die Branche insgesamt wirtschaftlich zu stärken“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Veranstalter waren die HAB Hallen- und Anlagenbau GmbH, das Netzwerk „Agrarmarketing M-V e.V.“, die Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern mbH und das Unternehmen BIO am SUND GmbH aus Stralsund.

Digitalisierung in Unternehmen ist bedeutendes Thema der Zukunft – Chancen für Mecklenburg-Vorpommern

Ein Thema des Treffens war die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und die Auswirkungen auf die Unternehmen. Dabei sollen unter anderem Maschinen, Lagersysteme und Betriebsmittel so miteinander verknüpft werden, dass die Produktion effizienter, flexibler und kostengünstiger gestaltet werden kann. So wird für das verarbeitende Gewerbe in Mecklenburg-Vorpommern erwartet, durch die Digitalisierung von Wirtschaftsprozessen eine Steigerung der Bruttowertschöpfung um bis zu 20,5 Millionen Euro sowie über 2.000 zusätzliche Arbeitsplätze zu erreichen (Quelle: NordLB MV-Report Oktober 2015). „Die Digitalisierung in Unternehmen ist ein wichtiges Thema der Zukunft. Ziel ist es, Wertschöpfungsnetzwerke zu bilden, die zu einer weitaus stärkeren Integration von Fertigungs- und Versorgungsketten führen. Da sehe ich für Mecklenburg-Vorpommern gute Chancen, etwa in den Bereichen Gesundheit/Life Science, Ernährung, Energie und Klima, Mobilität, Information und Kommunikation sowie im Maschinenbau Signale zu setzen. Es ist richtig, dass sich die Ernährungswirtschaft mit dem Thema auseinandersetzt“, sagte Glawe.

Informationen zur Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern – Branche ist geprägt von mittelständischen Unternehmen

Die Ernährungsindustrie nimmt in Mecklenburg-Vorpommern einen großen wirtschaftlichen Stellenwert ein. Die Branche ist innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes gemessen an der Zahl der Beschäftigten und des Umsatzes der größte Industriezweig des Bundeslandes. In den 87 Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten waren im ersten Halbjahr 2016 im Durchschnitt über 14.400 Personen tätig, die einen Umsatz in Höhe von 2,2 Milliarden Euro erwirtschafteten. Zu den bedeutendsten Produktionsbereichen gehören die Backwarenindustrie, die Fleischverarbeitung, die Milchverarbeitung, die Fischverarbeitung und die Getränkeherstellung. „Unsere heimischen Betriebe der Ernährungswirtschaft sind vor allem leistungsstarke Mittelständler, die ein hochwertiges und vielfältiges Sortiment produzieren. Dazu kommen Tochterunternehmen internationaler Konzerne“, so Glawe. Als Beispiele nannte er die Dr. Oetker Tiefkühlprodukte GmbH in Wittenburg und die Pfanni GmbH & Co. KG in Stavenhagen. „Diese Kombination aus traditionsreichen und neu gegründeten, regionalen und internationalen Unternehmen trägt zum Branchenerfolg bei. Deshalb werden wir weiter dafür sorgen, dass die Betriebe strategische Unterstützung für Ansiedlungen und Erweiterungen erhalten“, sagte Glawe.

458 Investitionsvorhaben in der Ernährungsbranche haben mehr als 9.800 Arbeitsplätze geschaffen und über 25.000 Jobs gesichert

Seit 1990 sind in Mecklenburg-Vorpommern 458 Vorhaben der Ernährungsbranche bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 2,7 Milliarden Euro in Höhe von rund 474 Millionen Euro unterstützt worden. Die Mittel stammen in der Regel aus der „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE). Durch die Vorhaben sind mehr als 9.800 Arbeitsplätze neu entstanden und über 25.000 Jobs wurden gesichert. In Vorpommern waren es seit 1990 121 Vorhaben mit einer Investitionshöhe von 536 Millionen Euro, die vom Wirtschaftsministerium in Höhe von 106 Millionen Euro unterstützt wurden. Dadurch sind knapp 2.600 Arbeitsplätze neu entstanden und mehr als 4.300 Jobs wurden gesichert. Unter anderem haben sich die SternMaid GmbH in Wittenburg, das Edeka-Fleischwerk in Valluhn, die Toffee Tec GmbH und Sweet Tec GmbH in Boizenburg und das Nescafé Dolce-Gusto-Werk in Schwerin angesiedelt. „Wir werden auch künftig Ansiedlungen und Erweiterungen unterstützen“, sagte Wirtschaftsminister Glawe abschließend.

OZ-Existenzgründerpreis in Rostock vergeben

Rostocker Software-Unternehmen gewinnt Hauptpreis – Gründungswillige erhalten eine Vielzahl von Unterstützungsmöglichkeiten

Grafik auf ipad, www.powerdoo.com

Grafik auf ipad, http://www.powerdoo.com

In Rostock ist der Existenzgründerpreis der Ostsee-Zeitung vergeben worden. Den Hauptpreis hat die powerdoo GmbH aus Rostock gewonnen für die Entwicklung einer Software, die die Erträge von Solaranlagen steigern soll, ohne dass dafür Investitionskosten für eine neue Hardware anfallen. „Mecklenburg-Vorpommern ist ein Vorreiter in Sachen erneuerbarer Energien. Umso mehr freut es mich, dass aus einer innovativen Gründeridee ein Unternehmen mit einem kreativen Produkt am Markt entstanden ist. Die powerdoo GmbH hat eine Lücke in dem wachsenden Markt erkannt. Mit Hilfe der selbst entwickelten Software können Solarmodule überwacht, gesteuert und korrigiert werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit am Donnerstag bei der Preisübergabe.

 

Informationen zum Unternehmen powerdoo GmbH

Die powerdoo GmbH entwickelt innovative und individuelle Software für das Monitoring, die Analyse und das Management von Solaranlagen aller Größen. Bisher konnten nach eigenen Angaben Kunden von Afrika bis Japan gewonnen werden. Zu den größten Kunden gehören internationale Banken, einer der größten Solarmodul-Hersteller Japans und über 1.000 private Haushalte. Insgesamt überwacht das Unternehmen rund 1,7 Gigawatt an Solarleistung, produziert von über 30.000 Wechselrichtern. Das 2014 gegründete Unternehmen besteht bisher aus den beiden Inhabern Johannes Dahl und Steffen Mangold sowie zwei Entwicklern. Derzeit wird ein Forschungsprojekt vorbereitet, um mit weiteren Innovationen weltweit konkurrenzfähig zu sein. „Wissensbasierte und technologieorientierte Gründungen sind eine ideale Voraussetzung, um das Innovationspotential und damit die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaft voranzutreiben. Davon brauchen wir mehr im Land. Das Wirtschaftsministerium bietet Gründern eine Vielzahl von Unterstützungsmöglichkeiten, um den mutigen Schritt in die Selbstständigkeit gehen zu können“, sagte Glawe. In Mecklenburg-Vorpommern setzten im Jahr 2015 nach Angaben des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) rund 5.530 Existenzgründer (2014: 5.770) ihre Vorhaben um.

Für Unternehmertum begeistern – fachliche und finanzielle Unterstützung von Gründern

„Wir wollen weiterhin verstärkt über die Möglichkeiten und Chancen einer Gründung informieren und junge Gründer beraten, qualifizieren und betreuen. Wer sich für das Unternehmertum begeistert, erhält fachliche und auch finanzielle Unterstützung“, betonte Glawe. Der Minister verwies auf das Gründerportal „gruender-mv.de“, das umfassend über Fördermöglichkeiten auf Landes- und Bundesebene informiert. Weitere Unterstützungsmöglichkeiten geben zahlreiche Projekte in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Technologiezentren. Insgesamt stehen 8,3 Millionen Euro aus dem „Europäischen Sozialfonds“ (ESF) im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung von Entrepreneurship“ in der Zeit von 2014 bis 2020 zur Verfügung. Gründer mit technologieorientierten Ideen können ebenfalls sogenannte „Gründerstipendien“ als finanzielle Hilfe zum Lebensunterhalt beantragen. Hierfür stehen aus dem ESF 2,6 Millionen Euro zur Verfügung.

Beteiligungsfonds des Landes erleichtern Gründern den Zugang zu Fremd- und Eigenkapital

„Insbesondere in der Frühphasenfinanzierung und bei kleinen Investitionsvolumina gab es bisher eine Angebotslücke für innovative Gründer, die auf dem Weg zum eigenen Unternehmen waren“, sagte Glawe. Deshalb hat das Wirtschaftsministerium zwei Beteiligungsfonds aufgelegt, um den Zugang zu Eigen- und Fremdkapital zu verbessern – den „Venture Capital Fonds Mecklenburg-Vorpommern“ und den „Beteiligungs-Fonds-Innovation Mecklenburg-Vorpommern“. Hierfür stehen zehn beziehungsweise rund 9,4 Millionen Euro aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) zur Verfügung. „Wir haben eine große Bandbreite an Projekten, Förderungen und Unterstützungsmöglichkeiten, um den Gründergeist im Land zu stärken und innovative Neu-Unternehmen direkt zu begleiten, zu fördern und in der Frühphase mit Kapital zu unterstützen. Das ist uns wichtig, denn die Impulse für Innovationen, neue Technologien und digitale Geschäftsmodelle gewinnen zunehmend an Bedeutung für das Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum im Land“, sagte Glawe.

Weitere Preisträger

Preisträger „Mut zur Selbstständigkeit“: Stufeeins GmbH (Rostock)

Auf dem ehemaligen Gelände der Neptun Werft bietet das Unternehmen ein Dienstleistungszentrum rund um Akten und Daten an. Dabei geht es beispielsweise um die Archivierung und die Digitalisierung von Akten, eine Datenschutzberatung und einen umfassenden IT-Service. Inhaber Steffen Kraeft hat das Unternehmen im Jahr 2012 gegründet und investierte 2015 in einen Neubau mit 2.500 Quadratmeter Lager- und 400 Quadratmeter Bürofläche. Das Gesamtinvestitionsvolumen betrug 2,5 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützte das Vorhaben aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von 483.300 Euro.

Preisträger „Interessante Gründerstory“: Meditex GmbH (Papendorf)

Aus ihrer Tätigkeit als Krankenschwester heraus hat Inhaberin Fanny Fatteicher im Jahr 2014 medizinische Funktionswäsche für Patienten der Onkologie, Dialyse-Patienten und Frühchen entwickelt. Neben mehr Hygiene-Sicherheit durch passgenaue Öffnungen z.B. an Brust, Bauch, Armen und Beinen zur individuellen Behandlung geht es auch um das Wohlbefinden der Patienten, die ihre Kleidung nicht komplett aus- oder hochziehen müssen. Derzeit ist eine Klinik-Studie in Vorbereitung, die Krankenkassenzulassung als medizinisches Hilfsmittel befindet sich im Antragsverfahren. Fanny Fatteicher erhält derzeit ein Landes-Gründerstipendium als Beihilfe zum Lebensunterhalt aus Mitteln des „Europäischen Sozialfonds“ (ESF).

Informationen zum OZ-Existenzgründerpreis

Die Ostsee-Zeitung verleiht im Jahr 2016 zum 14. Mal den sogenannten Existenzgründerpreis. Teilnehmen konnten junge Firmen aus Mecklenburg-Vorpommern, die nicht älter als fünf Jahre sind. Der Hauptpreis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird von der Ostsee-Zeitung gestiftet. Weitere Preise sind der Preis „Mut zur Selbstständigkeit“ über 1.500 Euro, gestiftet von der Creditreform Mecklenburg-Vorpommern und der Preis „Interessante Gründerstory“ über 1.500 Euro, gestiftet von den Volks- und Raiffeisenbanken. Insgesamt hatten sich in diesem Jahr 50 Unternehmen um die Auszeichnungen beworben, von denen acht in die engere Wahl kamen. Eine Jury aus Vertretern der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammern des Landes, der Creditreform Mecklenburg-Vorpommern, der Volks- und Raiffeisenbank Rostock, der Ostsee-Zeitung sowie des Wirtschaftsministeriums hat die finalen Preisträger ermittelt.

Land M-V unterstützt Forschungsverbünde mit bis zu 25 Mio. Euro

Ministerin Hesse: Exzellenzforschungsprogramm stärkt Forschungsstandort MV

Technologiezentrum Warnemünde, Foto: Joachim Kloock

Technologiezentrum Warnemünde, Foto: Joachim Kloock

Fünf Forschungsverbünde in Mecklenburg-Vorpommern erhalten eine Förderung durch das neue Exzellenzforschungsprogramm des Landes. Eine unabhängige Fachjury hatte die Forschungsprojekte aus den eingegangenen Bewerbungen ausgewählt. Mit dem Exzellenzforschungsprogramm will das Land die Spitzenforschung stärken. Die Förderung erfolgt aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) in der laufenden Förderperiode 2014 bis 2020. „Ich gratuliere den Forscherinnen und Forschern, die sich im Wettbewerb durchgesetzt haben. Sie haben die Jury mit ihren Bewerbungen fachlich überzeugt und können nun mit einer Förderung in siebenstelliger Höhe rechnen“, sagte Wissenschaftsministerin Birgit Hesse. „Mit dem Exzellenzforschungsprogramm unterstützen wir insbesondere junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Wir wollen ihnen bei uns im Land eine Perspektive geben und den Forschungsstandort Mecklenburg-Vorpommern stärken“, so Hesse. Für den Wettbewerbsaufruf des Exzellenzforschungsprogramms stehen 25 Millionen Euro zur Verfügung. Davon sind fünf Millionen Euro für die Energieforschung vorgesehen. Ein Forschungsverbund kann bis zu fünf Millionen Euro an ESF-Mitteln erhalten. Die Forschungsverbünde müssen nun ihre vollständigen Förderanträge einreichen.

Themenschwerpunkt Energie

  1. Universität Rostock gemeinsam mit der Universität Greifswald und der Fachhochschule Stralsund

„Netzstabilität mit Wind- und Bioenergie, Speichern und Lasten (Netz-Stabil)“

Prof. Hans-Günter Eckel

Auszug aus dem Votum der Jury:

„Die Antragsskizze untersucht, inwieweit verschiedene Anlagen wie Windkraftanlagen, Biogasanlagen, Speicher und zuschaltbare Lasten zur Netzstabilität beitragen können. (…) Den Gutachtern gefällt insbesondere der im Vorhaben eingebundene Lehrstuhl für Systematische Theologie und Religionsphilosophie. Damit sind die Voraussetzungen zur Weiterentwicklung des Themas Netzstabilität über eine reine ingenieurwissenschaftliche Betrachtungsweise gegeben.“

Weitere Themenschwerpunkte

  1. Universität Rostock gemeinsam mit der Universität Greifswald und dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum Neustrelitz (DLR)

„Stoffumsetzungsprozesse an Moor- und Küstenstandorten als Grundlage für Landnutzung, Klimawirkung und Gewässerschutz (Wetscapes)“

Prof. Nicole Wrage-Mönnig

Auszug aus dem Votum der Jury:

„Die teilnehmenden Projektpartner haben in eindrucksvoller Weise ihre fachliche Kompetenz darstellen können: In Deutschland verursacht die Landwirtschaft auf Mooren ca. drei Mrd. Euro Klimaschäden pro Jahr; etwa 38 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft stammen aus Moorböden. Dabei ist bisher nicht gelungen, die Gründe unterschiedlicher Methan-Emissionen über wieder vernässte Moore zu erklären. (…) Die Gutachter sind davon überzeugt, dass das Konsortium die im Projekt beschriebenen Fragestellungen und Aufgaben erfolgreich bearbeiten kann.“

  1. 3. Universität Greifswald gemeinsam mit der Universität Rostock, den Universitätsmedizinen Greifswald und Rostock sowie dem Friedrich-Loeffler-Institut

„Aufklärung der Pathomechanismen bakto-viraler Koinfektionen mit neuen biomedizinischen Modellen (KoInfekt)“

Prof. Sven Hammerschmidt

Auszug aus dem Votum der Jury:

„Der wissenschaftliche Ansatz befasst sich mit den Koinfektionen von viralen und bakteriellen Infektionen. Diese beim Menschen bedeutsamen kombinierten Infektionen treten auch bei Schweinen auf und sind daher auch für die tiermedizinische Versorgung bedeutsam. Daher sollen die Mechanismen der Koinfektionen zuerst am Schwein untersucht werden. Durch die 80-prozentige Übereinstimmung des Genoms vom Schwein mit dem menschlichen Genom ist eine starke Übertragbarkeit auch für Koinfektionen beim Menschen zu erwarten. Diese Verfahrensweise wird von der Jury als erfolgversprechend angesehen.“

  1. 4. Universitätsmedizin Greifswald gemeinsam mit der Universitätsmedizin Rostock, den Universitäten Greifswald und Rostock und dem Leibniz-Institut für Katalyse Rostock (LIKAT)

„Proteinfehlfaltung, ER-Stress und Proteindegradation – Entwicklung einer systematischen Pipeline für individualisierte Therapien bei erblichen Leber- und Pankreaserkrankungen (PePPP)“

Prof. Markus Lerch

Auszug aus dem Votum der Jury:

„Der gewählte Ansatz der Synthese von Chaperonen wird als innovativ angesehen. Aus Sicht der Jury ist auch die gewählte Strategie richtig, diese Untersuchungen zuerst an Krankheiten mit geringerer Patientenrelevanz (geringere Anzahl an Erkrankungen) und besseren Vorarbeiten (Johanson Blizzard Syndrom, Morbus Wilson) durchzuführen, um später eine Übertragbarkeit auf komplexere Erkrankungen, wie Parkinson und Alzheimer, und damit eine Fortsetzung der Forschungsarbeiten vorzunehmen.“

  1. Universitätsmedizin Rostock gemeinsam mit der Universitätsmedizin Greifswald und den beiden Universitäten Greifswald und Rostock

Card-ii-Omics Kardiovaskuläre Implantatentwicklung-Infektionen-Proteomics: Prävention, Diagnostik und Therapie von Implantatinfektionen (Card-ii-Omics)

Prof. Emil C. Reisinger

Auszug aus dem Votum der Jury:

„Das Projekt verknüpft gezielt vorhandene Kompetenzen beider Universitäten/Universitätsmedizinen des Landes. Von Seiten der Universität Rostock wird die Kompetenz der Biomedizintechnik eingebracht und durch Greifswald die vorhandenen Kompetenzen der Genomforschung. Beides sind jeweils Schwerpunkte an ihren Universitäten und können auf exzellente Vorarbeiten verweisen. Mit dieser Projektskizze werden diese beiden vorhandenen Wissenschaftscluster erstmalig verknüpft.“

Lichtwoche Rostock 2016 -Rückblick vom Samstag