Greifswald stellt sich in Sachen Klimaschutz bis 2050 ambitionierte Ziele

Verkehr, Foto: Joachim Kloock

Verkehr, Foto: Joachim Kloock

Die Stadt Greifswald will ihren Energiebedarf bis zum Jahr 2050 halbieren und den CO2-Ausstoß gegenüber 2005 (aus diesem Jahr stammt die erste CO2-Bilanz für Greifswald) um 80 Prozent senken. Sie gehört damit zu einer Gruppe von insgesamt 22 Kommunen, die vom Bund den Zuschlag für einen „Masterplan 100% Klimaschutz“ erhalten hat. Am Freitag, dem 30 September, findet im Technologiezentrum (jetzt WITENO GmbH) die Auftaktveranstaltung für die neue Kampagne statt. „Um dieses ambitionierte langfristige Ziel erreichen zu können, müssen die Greifswalder Einwohner, Unternehmen und Organisationen an einem Strang ziehen und bereits heute die Weichen für diese Entwicklung stellen“, betonte Bausenator Jörg Hochheim. Mit den Masterplan-Kommunen werden Leuchttürme des nationalen Klimaschutzes geschaffen, an denen sich andere Kommunen orientieren können. Das Vorhaben in Greifswald wird deshalb zu 95 Prozent vom Bundesumweltministerium finanziert, nur fünf Prozent der Kosten sind durch die Stadt selbst zu tragen. Greifswald erhält für die Aufstellung des Masterplans über vier Jahre verteilt insgesamt 389.000 Euro. Koordiniert wird das Projekt durch einen Masterplanmanager. Im ersten Jahr wird ein Konzept erarbeitet, das beschreibt, mit welchen ökologischen und wirtschaftlich sinnvollen Maßnahmen die Einsparungen erreicht werden können. In den darauffolgenden drei Jahren wird die Umsetzung des Konzeptes vorbereitet und eine Beispielmaßnahme gefördert.

Hintergrund: Die Bürgerschaft der Universitäts- und Hansestadt Greifswald hatte 2010 ein Klimaschutzkonzept für Greifswald beschlossen. Darin setzte sich die Stadt das Ziel, den CO2-Ausstoß  bis zum Jahr 2020 um 14 Prozent gegenüber 2005 zu senken. Zur Umsetzung unterschiedlichster Aktivitäten wurde das Klimaschutzbündnis Greifswald 2020 gegründet, dem Unternehmen und Einrichtungen mit hohem Energieverbrauch angehören, darunter die Stadtverwaltung, die Universität und die beiden großen Wohnungsunternehmen, sowie der wichtigste ortsansässige Energieerzeuger, die Stadtwerke. Ab 2013 wurde die Stadt durch einen vom Bund geförderten Klimaschutzmanager unterstützt. Dieses Förderprogramm lief im Juli 2016 aus. Um die Klimaschutzaktivitäten weiterführen zu können, hat sich Greifswald erfolgreich um eine Förderung durch das Bundesprogramm „Masterplan 100% Klimaschutz“ beworben. Dieses wurde erst zum zweiten Mal aufgelegt. Nach derzeitigen Prognosen geht die Stadt Greifswald davon aus, dass Stand 2014 etwa 8% weniger CO2 pro Einwohner im Vergleich zu 2005 ausgestoßen wurde, das ist etwa die Hälfte der bis 2020 erwünschten Einsparung.

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