Zuckerrübenkampagne in M-V eröffnet – Bauern erwarten sehr gute Erträge

In der Hansestadt Anklam eröffnete Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute die Zuckerrübenkampagne 2016/17

Zuckerrübe, Foto gemeinfrei

Zuckerrübe

13.9.2016 – „In diesem Jahr erwarten die 385 Zuckerrübenanbauer im Land einen sehr guten Ertrag von 730 dt/ha“, prognostizierte der Minister. In 2016 wurden hierzulande Zuckerrüben auf einer Fläche von 19.300 ha angebaut. Es könne demnach mit Anlieferungen von rund 1,4 Mio. t Zuckerrüben gerechnet werden. Das sind ca. 100.000 t mehr als im Vorjahr. Für die Landwirtschaft und die Region Anklam ist die Rübenverarbeitung von enormer Bedeutung. „Seit über 130 Jahren sichert sie Arbeitsplätze, landwirtschaftliches Einkommen und gesunde Fruchtfolgen“, betonte Minister Backhaus. Derzeit sind 207 Mitarbeiter, davon 18 Auszubildende, in der Zuckerfabrik Anklam beschäftigt. Auch leistet die Zuckerrübe, so Backhaus, einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und damit zum Schutz von Boden und Wasser. Als Tiefwurzler erschließt sie Stickstoffmengen aus tieferen Bodenschichten und sorgt für ausgeglichene Stickstoff-Salden. Die Eröffnung der Zuckerrübenkampagne nahm der Minister auch zum Anlass, um an den Bioethanol-Unfall und das Fischsterben in der Peene vor einem Jahr zu erinnern: „Die Natur, insbesondere der Naturpark Flusslandschaft Peenetal, hat einen großen Schaden erlitten. Ich hätte mir gewünscht, dass wir ein Jahr nach dem Vorfall Klarheit über konkrete Ursachen und Auswirkungen haben. Ich freue mich, dass die Zuckerfabrik Anklam dennoch vielfältige Maßnahmen eingeleitet und umgesetzt hat, um solche Ereignisse künftig zu verhindern.“ Der EU-Binnenmarktpreis für Zucker, der über die Zuckermarktordnung reguliert wird, liegt mit derzeit durchschnittlich 436 €/t Weißzucker unter dem Weltmarktpreis von rund 480 €/t. Letzterer war in der Vergangenheit enormen Schwankungen (100 bis 600 €/t Weißzucker) ausgesetzt. Rund zwei Drittel des weltweit erzeugten Zuckers werden direkt in den Erzeugerländern verbraucht. Nur ein Drittel des Zuckers wird auf dem Weltmarkt gehandelt. Mit Auslaufen der Zuckermarktordnung muss sich die europäische Zuckerwirtschaft ab Oktober 2017 den Anforderungen des Weltmarktes stellen.

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