Archiv für 31. August 2016

Zeugnisse hinter Gittern: 29 Strafgefangene ‎machen ihren Schulabschluss

Justizministerin Uta-Maria Kuder: „Ein großer Dank ‎allen Lehrern und Bediensteten. Die Ausbildung ist ein ‎elementarer Bestandteil der Resozialisierung“‎

Zeugnis, Grafik/Quelle: experto.de31.8.2016 – „Abschlüsse sind der Schlüssel zu einem selbstständigen Leben. Eine erfolgreiche Ausbildung trägt somit auch für entlassene Strafgefangene zu einem Leben ohne neue Straftaten bei. Darum ist der Unterricht hinter Gittern ein elementarer Bestandteil der Resozialisierung. Die Lehrer der Volkshochschulen und auch die Justizbediensteten haben durch ihre Arbeit mit den Schülern einen enorm wichtigen Beitrag zum Opferschutz geleistet. Ihnen gebührt großer Dank. In diesem Sommer haben in Neustrelitz und Bützow 29 Gefangene ihre Mittlere Reife bzw. Berufsreife erlangt. Diesen Erfolg sollten sie nach ihrer Haftentlassung unbedingt zu nutzen wissen“, sagte Justizministerin Kuder. Acht Gefangene der Jugendanstalt Neustrelitz erlangten in diesem Sommer die Berufsreife. Sechs Gefangene im Alter von 16 bis 24 Jahren schlossen die Mittlere Reife ab. Der Beste mit einem Notendurchschnitt von 1,5. Der neue Schulkurs mit 14 Jugendlichen ist bereits gestartet, drei von ihnen sind jünger als 16. Teil der Schulausbildung im Jugend­strafvollzug ist auch die Anerkennung der Klasse 8, die in Neustrelitz sieben Jugendliche erreichten. Hinzu kamen berufliche Bildungsmaßnahmen in Metalltechnik, Farb- und Raumgestaltung sowie Hotel- und Gastgewerbe. In der JVA Bützow absolvierten neun Strafgefangene die Mittlere Reife, sechs Gefangene den Abschluss zur Berufsreife. Die Teilnehmer waren zwischen 24 und 40 Jahre alt. Die Besten hatten Notendurchschnitte von 1,1 im Berufsreifekurs und 1,2 im Realschulkurs. Die neuen Kurse starten im September. Unterrichtet werden in Neustrelitz und Bützow acht bzw. sieben Fächer, darunter Mathematik, Deutsch und Englisch. Die Schüler erhalten neutrale Zeugnisse ohne Hinweis auf den Strafvollzug.

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Weitere Förderbewilligungen des Bundes ermöglichen milliardenschweren Breitbandausbau in Mecklenburg-Vorpommern

Perfekte Zusammenarbeit mit dem Computer gif30.8.2016 – „Damit sind jetzt zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro Investitionen in eine neue zukunftsfeste Breitbandinfrastruktur in den kommenden Jahren gesichert“, zeigte sich Infrastrukturminister Christian Pegel am Rande der Übergabe der Fördermittelbescheide aus dem zweiten Call des Bundesförderprogramms für den Breitbandausbau im ländlichen Raum durch Bundesminister Alexander Dobrindt am heutigen Tage in Neubrandenburg hocherfreut. Von den knapp unter 100 gebildeten Projektgebieten, mit denen das gesamte Land Mecklenburg-Vorpommern flächendeckend für den Breitbandausbau überplant wurde, sei in der Summe aus erstem Call, für den die damals 24 Fördermittelbescheide Ende April übergeben wurden, und der am heutigen Tage übergebenen 53 Bescheide aus dem zweiten Call insgesamt für 77 Projektgebiete im Land die Förderung und damit der Ausbau gesichert. „Der Bundesminister hat heute für die 53 neuen Förderbescheide weitere 457 Millionen aus der zweiten Förderrunde für Mecklenburg-Vorpommern bewilligt“, freute sich Infrastrukturminister Christian Pegel. Insgesamt seien damit durch den Bund zwischenzeitig aus der ersten und zweiten Förderrunde 709 Millionen Euro Förderung sicher zugesagt. Mit dem durch den Landtag in seiner Juli-Sitzung beschlossenen Nachtragshaushalt stünden die Kofinanzierungsmittel auch für diese weiteren 53 Anträge zur Verfügung, so Pegel, der in den letzten 3 Wochen für die 24 bereits im April durch den Bund bewilligten Projekte insgesamt 94 Millionen Euro an die Kreise ausgereicht hatte. Ohne diese zusätzlichen Finanzmittel, die aus der Rücklage des Landes stammen, wären diese Förderungen und damit der Breitbandausbau im Land nicht in diesem ungewöhnlichen Maße möglich gewesen, betonte der Infrastrukturminister. „Mit den seit heute insgesamt 77 finanziell abgesicherten Breitbandausbau-Projektgebieten von insgesamt knapp unter 100 im ganzen Land kommen wir dem gemeinsamen Ziel von Land, Kreisen und Kommunen bedeutend näher“, betonte Pegel. Zielstellung sei weiterhin, dem Ziel der Bundesregierung, mindestens 50 Megabit pro Sekunde an jeder Hauswand und in jedem Unternehmen bis Ende 2018, möglichst nahe zu kommen. Deshalb wolle das Land gemeinsam mit den Landkreisen das Mögliche tun, um in allen Bereichen, in denen Fördermittel fließen dürfen, erfolgreiche Anträge zu stellen. Der nächste Förderaufruf des Bundes endet am 28.Oktober 2016. Bundesweit waren im 2. Call 139 Anträge gestellt worden, 67 davon und damit knapp die Hälfte aus Mecklenburg-Vorpommern. 53 dieser Anträge waren gleich mit der ersten Antragstellung erfolgreich – damit knapp 80 Prozent. „Wir werden nun die 14 beim ersten Mal noch nicht erfolgreichen Anträge aufarbeiten und im nächsten Förderdurchlauf des Bundes einreichen“, so der Minister.

Deutsche NaturfilmStiftung auf dem Darß gegründet

Kraniche auf Fischland-Darß-Zingst, Foto: TMV/Engler

Kraniche auf Fischland-Darß-Zingst, Foto: TMV/Engler

30.8.2016 – Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft reifte mit dem seit 2005 jährlich stattfindenden Darßer NaturfilmFestivals die DNA des Deutschen Naturfilms heran. Sie gipfelt nun in der Gründung der Deutschen NaturfilmStiftung, wie Umweltminister Dr. Till Backhaus heute auf der Landespressekonferenz in Schwerin offiziell verkündete. „Damit erhält der Naturfilm dauerhaft eine Heimat bei uns im Land und wird zu einer wichtigen Größe beim Schutz von Flora und Fauna“, sagte er weiter. Beteiligt an der als gemeinnützige GmbH gegründete Stiftung sind die Deutsche Wildtier Stiftung und der Förderverein Nationalpark Boddenlandschaft je zur Hälfte. Sie soll die bisher geleistete Arbeit im Bereich des Naturfilms verstetigen und ab dem 1. Januar 2017 auch das Festival veranstalten, so der Minister. Erklärtes Ziel ist einerseits den Stellenwert des Naturfilms bei den Machern, Sendern, beim Publikum, aber auch im Naturschutz und in der Politik zu erhöhen. „Die Stiftung soll engagierten Naturfilmern Rückenwind verschaffen. Mit Intendanten, Programmdirektoren will sie über Verantwortung, Etats und Sendeplätze debattieren“, führte Backhaus aus. Anderseits soll sie dazu beitragen, die formale und inhaltliche Qualität der Filme weiter zu verbessern – durch Erfahrungsaustausch, Forschung und die Auszeichnung der Besten. Schon heute ist die Verleihung des Deutschen Naturfilmpreis ein fester Bestandteil des Darßer Naturfilmfestivals. Inzwischen bewerben sich jedes Jahr rund 100 aktuelle Produktionen. Durch die einmalige Lage im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, die familiäre Atmosphäre vor Ort und Besucher aus der ganzen Bundesrepublik hat sich das Festival mittlerweile zu einer nationalen Instanz gemausert. „Die Mischung aus Guckfest, Seminar, Familientreffen und Urlaub ist bundesweit einmalig“, lobte Minister Backhaus, der diese Entwicklung als Schirmherr und Förderer von Anbeginn begleitete. Breite Anerkennung findet das Festival nicht zuletzt wegen der transparenten, ausgewogenen und gründlichen Entscheidungsfindung. Dafür wird jedes Jahr eine neue, unabhängige Jury aus Film- und Medienprofis und anerkannten Ökologen berufen. Die Gründung der Deutschen Naturfilmstiftung in Wieck bezeichnete der Minister als nächsten konsequenten Schritt: „Mecklenburg-Vorpommern besticht mit drei Nationalsparks, drei Biosphärenreservate, 7 Naturparks und dem bundesweit ersten Nationalen Naturmonument durch eine besonders intakte Natur. Wo ist eine NaturfilmStiftung besser aufgehoben als hier?“ Auch sei die Stiftung in Verbindung mit dem Festival und dem Filmpreis ein wichtiger Imageträger für die Marke M-V. „Sie birgt ein enormes Potenzial für die Festigung und die Weiterentwicklung unseres Status als Natur-, Gesundheits- und Tourismusland – vor allem in der Nachsaison!“, ist sich Minister Backhaus sicher. Im vergangenen Jahr feierte das Darßer Naturfilmfestival 10-jähriges Jubiläum. Jedes Jahr kommen bis zu 3.000 Besucher auf die Halbinsel an der Ostsee. Das diesjährige Festival findet vom 5. bis 9.Oktober 2016 statt. Nähere Informationen gibt es unter www.Deutscher-Naturfilm.de

Ministerpräsident Sellering warnt Union bei Rentenangleichung vor Wortbruch

Ministerpräsident Erwin Sellering, Foto/Quelle: MP M-V

Ministerpräsident Erwin Sellering, Quelle: MP M-V

30.8.2016 – „Die Menschen in Ostdeutschland warten seit mehr als 25 Jahren darauf, dass es gleiche Renten in Ost und West gibt. Wir haben bei der Bildung der heutigen Bundesregierung vereinbart, dass die Rentenangleichung bis Ende 2019 kommen soll. Es ist schon eine Unverschämtheit gegenüber den Menschen in den ostdeutschen Ländern, dass Teile der Bundestagsfraktion aus CDU und CSU, darunter sogar ein Abgeordneter aus Mecklenburg-Vorpommern, die Rentenangleichung absagen wollen. Dieses Problem muss jetzt endlich gelöst werden“, forderte Ministerpräsident Erwin Sellering heute in Schwerin.  Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles habe einen vernünftigen Vorschlag zur Rentenangleichung vorgelegt. „Er entspricht dem, was wir bei Bildung der Bundesregierung vereinbart haben“, erinnerte Sellering.  Der Vorschlag der Bundesarbeitsministerin sieht vor, dass die Rentenangleichung in zwei Schritten zum Jahresbeginn 2018 und zum Jahresende 2019 erfolgen soll. „Alle Rentnerinnen und Rentner in den ostdeutschen Bundesländern würden bessergestellt und höhere Renten erhalten. Und auch für alle älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer würde der Nahles-Vorschlag zu höheren Renten führen“, sagte Sellering. Für die jüngeren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sei aufgrund des Wegfalls der Höherbewertung wichtig, dass die Lohnangleichung schneller vorankomme. Das müsse ein gemeinsames Ziel sein.  „Ich kann Bundeskanzlerin Merkel nur davor warnen, beim Thema Rentenangleichung ein zweites Mal wortbrüchig zu werden. Die Union hat in der Zeit der Bundesregierung aus CDU, CSU und FDP schon einmal die Angleichung der Renten angekündigt. Und dann ist nichts passiert. Das darf kein zweites Mal passieren“, warnte der Ministerpräsident.

Denkmale gemeinsam erhalten – Greifswalder Einrichtungen laden am 11. September zum Tag des offenen Denkmals ein

Pommersches Landesmuseum in Greifswald, Quelle: UW/30.8.2005, CC-BY-SA-2.5; Licensed under the GFDL by the author.

Pommersches Landesmuseum, Foto: UW 2005

Der diesjährige Tag des offenen Denkmals am 11. September widmet sich dem Thema „Gemeinsam Denkmale erhalten“. In Greifswald haben viele Einrichtungen dieses Motto  aufgegriffen. Schon am Samstag lädt das sozio-kulturelle Zentrum St. Spiritus zum langen Abend des Offenen Denkmals ein. Gleich zwei Jubiläen gibt es hier zu feiern: zum einen blickt das Gebäudeensemble „St.  Spiritus“ auf eine 25jährige Geschichte als lebendiges Denkmal zurück, zum anderen besteht die Big Band der Greifswalder Musikschule seit 10 Jahren. Im Konzert mit den „Groovties“ kann man daher ein Denkmal voll Musik erleben. „Im dunklen Zimmer“ heißt eine Ausstellung von Studenten des Caspar-David-Friedrich-Institutes. Sie haben mit der Camera Obscura unter anderem im Rathaus, im Pommerschen Landesmuseum oder im  Botanischen Garten experimentiert. Die Vernissage beginnt um 18:30 Uhr. Im April 1991 ereignete sich im Hauptgebäude der Greifswalder Universität der damals spektakulärste Kunstdiebstahl in den neuen Bundesländern. 45 Gemälde wurden unter anderem aus dem Konzilsaal entwendet. Nur sechs Monate später konnten sie bereits dank professioneller kriminalistischer Arbeit an ihren Ursprungsort zurückkehren. Zahlreiche Spenden von Privatpersonen, der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Universität Greifswald e.V. sowie eines Hauptangeklagten im Prozess wegen Kunsthehlerei trugen dazu bei, die Professorenportraits zu restaurieren. Die Bilder hängen fast alle wieder im Konzilsaal und können dort besichtigt werden. Bei einer Führung durch die Akademische Kunstsammlung wird die Geschichte noch einmal lebendig. (Treffpunkt 13 Uhr, Domstraße 11, Universitätshauptgebäude, Eingang III, EG, Konzilsaal).

Auch die ehemalige Flugplatzsiedlung in Ladebow kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Seit 1992 steht sie als Einzeldenkmal auf der Denkmalliste der Stadt. 1934 wurde in Ladebow zunächst ein Flugplatz errichtet, der sportlich genutzt werden sollte.  Doch noch im selben Jahr wurde dieser zur militärischen Nutzung umgebaut und erweitert. Damit einher gingen die Anlage eines Fliegerhorstes und wenig später die Errichtung einer Militärwohnsiedlung. Sie entstand ab 1935 für Offiziere, aber auch für Soldaten, Witwen und Zivilangestellte. Die militärischen Anlagen wurden 1947 gesprengt. Nach 1990 wurde die Siedlung saniert. Die Struktur der Gebäude, aber auch der Straßen, Plätze und Gärten blieben im Wesentlichen erhalten. Heute ist Ladebow eine beliebte Wohngegend. Dank engagierter Unterstützung von Vertretern der Ortsteilvertretung konnten die Erkenntnisse zum ursprünglichen Aussehen der Siedlung durch Fotos und Zeitzeugenberichte ergänzt werden, die zum Beispiel die historische Farbigkeit der Gebäude und deren ehemals vorhandene Fensterläden oder das Aussehen eines früher vorhandenen Springbrunnens dokumentierten. Bei Führungen um 10 und 11 Uhr durch die Siedlung informieren Prof. Lichtnau und Heino Förste von der Ortsteilvertretung über die Geschichte, die Architektur und den Städtebau.

Das Pommersche Landesmuseum eröffnet zum Tag des offenen Denkmals seine Foto- Ausstellung „Greifswald – Der private Blick“ Greifswalder Bürger fotografieren ihre Stadt. Das Besondere an dieser Schau: die Fotografen sind nicht immer Profis, sondern Bewohner Greifswalds, die ihre Stadt in den Jahren von 1960 bis 1990 mit der Kamera festgehalten haben. Die Ausstellung unternimmt den Versuch, den städtischen Alltag zwischen Abriss und Neubau möglichst allumfassend abzubilden. Dabei wird den Fragen nachgegangen, wie man in Greifswaldwohnte, welche Lieblingsplätze es gab und wie die bauliche Entwicklung von den Bewohnern der Stadt wahrgenommen wurde. Welche Bauwerke wurden geliebt, welche kritisch beäugt und was zeigte man Besuchern? Aus Hunderten von eingesandten Fotos wurden für die Ausstellung 150 bis 200 Aufnahmen ausgewählt, die unverfälscht und vielfältig  über die eigene Erfahrung mit der Stadt Greifswald aus der ganz persönlichen Sicht seiner Bewohner erzählen. (Eröffnung: 11.00 Uhr, Eintritt: frei.

Darüber hinaus werden anlässlich des Tags des offenen Denkmals zahlreiche Führungen angeboten, darunter durch die Altstadt, im ehemaligen Professorenhaus „Alte Sternwarte“, im Alten Elektrizitätswerk, in der historischen Gewächshausanlage des Botanischen Gartens, im Caspar-David-Friedrich-Zentrum, in der Klosterruine Eldena und in der Museumswerft. In der Stralsunder Straße 10/11 können sich Besucher über den Baufortschritt informieren. Die Universität präsentiert wertvolle Objekte aus der Geologischen Sammlung, u.a. Meteoriten und den Dinosaurier Emausaurus ernsti. Wer mehr über den Umzug der Gustaf-Dalman-Sammlung in den Plattenbautyp WB70 AR erfahren möchte, ist zu einem Vortrag in die Theologische Fakultät (Rubenowplatz 2/3) mit anschließendem Stadtrundgang eingeladen. Auch die Kirchen St. Marien, St. Nikolai und St. Jacobi sind geöffnet und laden zum Gottesdienst, zu Führungen und Konzerten ein.

„Greifswalder Beiträge“ widmen sich unter anderem der  Siedlungsgeschichte an der südlichen Marktseite

Auch in diesem Jahr wird am Tag des offenen Denkmals die neue Ausgabe der Schriftenreihe „Greifswalder Beiträge zur Stadtgeschichte, Denkmalpflege, Stadtsanierung“ präsentiert. Das neue Heft beinhaltet die Ergebnisse jüngerer archäologischer und bauhistorischer Untersuchungen. Der umfangreichste Artikel wartet auf mit neuen Erkenntnissen zur Siedlungsgeschichte an der südlichen Marktseite. Auf dem Areal hinter dem alten Postgebäude wurden im Vorfeld der Bauarbeiten für das neue Stadthaus interessante mittelalterliche Hausbefunde, Brunnen und Latrinen freigelegt. Herausragende Fundstücke zeigen, dass hier direkt am Markt ehemals die Häuser besonders begüterter und einflussreicher Familien standen. Über Grundstücksentwicklungen und Bebauungsstrukturen der frühen Stadtgeschichte informiert auch der Beitrag über Ausgrabungen an der Friedrich-Loeffler-Straße. Auch das Gebäude Lange Straße 82 wird vorgestellt, welches im 18. Jahrhundert wiederholt königlichen Gästen als Quartier diente. Ein kleiner, aber wissenschaftlich ebenfalls sehr wertvoller Aufsatz behandelt die Untersuchung am Dachwerk hinter dem reich dekorierten Renaissancegiebel des Hauses Knopfstraße 20. Abschließend berichtet der Verein „Europäische Route der Backsteingotik e. V.“ über seine ambitionierte Arbeit. Bauhistoriker André Lutze stellt das Jahresheft um 11.30 Uhr im Rathaus vor. Das vollständige Greifswalder Programm zum Tag des offenen Denkmals finden Sie unter www.greifswald.de.

 

Umfangreiche Baumaßnahmen im Schloss Griebenow

Beeindruckendes Baudenkmal der Region ist touristisches und kulturelles Ausflugsziel für Gäste und Bewohner

Schloss Griebenow, Quelle: http://www.schloss-griebenow.de/

Schloss Griebenow, Quelle: http://www.schloss-griebenow.de/

Das Schloss Griebenow in der Gemeinde Süderholz (Landkreis Vorpommern-Rügen) soll grundhaft erneuert werden, um eine stärkere touristische Nutzung möglich zu machen. „Das Barock-Schloss Griebenow ist mit dem Gutspark und der Kirche ein beeindruckendes Baudenkmal der Region. Es ist vor allem den Mitgliedern des Vereins Barockschloss zu Griebenow e.V. zu verdanken, dass sich die gesamte Anlage zu einem touristischen und kulturellen Ausflugsziel entwickelt hat, das von Besuchern gut angenommen wird. Jetzt soll umfassend erneuert werden, um den Gästen weitere attraktive Angebote zu bieten“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe. Wirtschaftsminister Harry Glawe hat vor Ort im Beisein von Dr. Angela Merkel einen Fördermittelbescheid an die GemeindeSüderholz übergeben.

Fassade, Außentreppe, Ausstellungsräume und Touristeninformation – umfangreiche Sanierungsarbeiten geplant

Das Griebenower Schloss wurde 1709 errichtet und gilt als eines der größten nichtköniglichen Schlösser der spätkarolinischen Zeit. Es zählt zu den bedeutendsten baulichen Zeugnissen der schwedischen Zeit im Norden Deutschlands. Die Gemeinde Süderholz plant, in Zusammenarbeit mit dem Verein das Schloss umfassend zu erneuern. Die Maßnahmen betreffen unter anderem die Fassade, die Außentreppe, das Portal, die Touristeninformation, die Ausstellungsräume, die Heizungsanlage und diverse Brandschutzmaßnahmen. „Teilbereiche der Anlage sollen behutsam baulich verändert und erweitert werden, um langfristig mehr Besucher für das Schloss zu gewinnen. Das Vorhaben trägt dazu bei, das touristische, saisonverlängernde Angebot in der Region zu stärken“, sagte Glawe.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Die Gesamtinvestitionen für das Vorhaben betragen rund drei Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Projekt in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Das Innenministerium des Landes stellt weitere 263.000 Euro Kofinanzierungsmittel zur Verfügung. „Unseren Förderschwerpunkt setzen wir in Maßnahmen der Qualitätsverbesserung und der Saisonverlängerung, um unseren Gästen ein attraktives Urlaubserlebnis zu bieten“, sagte Glawe.

Förderung der touristischen Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern

Im Zeitraum von 1990 bis Ende Juli 2016 sind aus Mitteln der GRW, EFRE und dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER) sowie außerhalb der Gemeinschaftsaufgabe (aGA) insgesamt 1.593 touristische Infrastrukturmaßnahmen gefördert worden. Das Gesamtkostenvolumen betrug rund 1,4 Milliarden Euro; das Wirtschaftsministerium hat die Vorhaben mit rund 957 Millionen Euro unterstützt. Bei den geförderten Maßnahmen handelte es sich um Investitionen in touristische Infrastruktureinrichtungen, wie beispielsweise touristische Radwege, Errichtungen und Erweiterungen von Wasserwanderrastplätzen, Strandpromenaden, Häuser des Gastes und zoologische Einrichtungen.

Neuansiedlung – AkkuSys Akkumulator und Batterietechnik Nord siedelt sich im Gewerbegebiet in Vorpommern an

20 neue Arbeitsplätze entstehen im Pommerndreieck – Vorpommern noch stärker als Industrie- und Gewerbestandortregion entwickeln

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Akkupacks, Quelle: http://www.akkusys.de/

In Vorpommern am Pommerndreieck siedelt sich ein neues Unternehmen an: Die AkkuSys Akkumulator und Batterietechnik Nord GmbH errichtet in der Gemeinde Süderholz eine neue Betriebsstätte. „Vorpommern kommt auch in Sachen Ansiedlungen voran. 20 neue Arbeitsplätze werden im Pommerndreieck perspektivisch entstehen. Die Neuansiedlung stärkt das verarbeitende Gewerbe in der Region. Das freut mich besonders“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe. „Die Ansiedlung belegt, dass unser Land ein attraktiver Wirtschaftsstandort ist – Vorpommern kommt wirtschaftlich weiter voran. Jede Neuansiedlung und jede Erweiterung leistet hierfür einen entscheidenden Beitrag. Im Ergebnis werden Arbeitsplätze gesichert, neue Jobs entstehen.“

Angebotspalette wird weiter ausgebaut

Das Unternehmen aus dem Raum Hamburg wurde 2008 gegründet und handelt mit Akkus und Batterien, teilweise aus eigener Produktion. Daneben wird Service, Pflege, Wartung und Inbetriebnahme von stationären und mobilen Batterieanlagen angeboten. „Durch das starke Wachstum in den letzten Jahren haben wir uns für eine Erweiterung unseres Betriebes in Vorpommern entschieden. Die neue Betriebsstätte wird neben der Akku- und Batteriepack-Konfektionierung auch die Produktion von Kabeln und Gabelstaplerbatterien umfassen“, erklärt Geschäftsführer Björn Nowosadtko. Die neue Produktion ermöglicht es AkkuSys, innerhalb von 48 Stunden die gängigsten Gabelstaplerbatterien an Kunden in ganz Deutschland auszuliefern. Um dies zu realisieren, werden viele Prozesse automatisiert und ausreichend Einzelbatteriezellen bevorratet. Die Firma AkkuSys plant am Standort eine Millioneninvestition. „Die Gespräche für die Unterstützung der Neuansiedlung laufen, der Förderantrag ist bereits gestellt“, so Wirtschaftsminister Glawe weiter.

Fertigstellung des Produktionsbetriebes in 2017

Zunächst werden zehn feste Arbeitsplätze am Standort entstehen. Geplant ist, diese Zahl bis 2019 auf 20 zu erhöhen. Der erste Bauabschnitt des Produktionsbetriebes wird noch in diesem Jahr begonnen und in 2017 fertigstellt werden. Der zweite Bauabschnitt ist für 2018 mit einer weiteren Lagerhalle geplant. „Der Standort Pommerndreieck ist für uns ideal, da wir hier ausreichend Platz vorfinden, um weiter stark wachsen zu können, außerdem haben wir sehr gute Erfahrungen mit Mitarbeitern aus der Region an unserem Standort inDemmin sammeln dürfen“, begründet Nowosadtko. Die Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern hat die Neuansiedlung in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Süderholz von Beginn an zielführend begleitet.

Vorpommern kommt bei Ansiedlungen voran – Gewerbestandorte intensiv vermarkten

„Wir haben in den vergangenen fünf Jahren wichtige Ansiedlungen in Vorpommern erzielt. Darüber hinaus bauen Unternehmen ihre Kapazitäten weiter aus“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe. „Mit dem Bau einer Forschungsstätte der Firma Contintental in Anklamund einer Investition in Höhe von 35 Millionen Euro haben wir die Basis für die Etablierung eines industriellen Kerns gelegt“, so Glawe weiter. „Ziel ist es, Vorpommern neben dem Tourismus noch stärker als Industrie- und Gewerbestandortregion zu entwickeln. Das verarbeitende Gewerbe, die Gesundheitswirtschaft sowie Forschung, Entwicklung und Innovation sind wichtige Bereiche, in denen wir weiter intensiv unsere Ansiedlungsbemühungen intensivieren. Das schafft und sichert Arbeitsplätze in Vorpommern“, betonte Glawe. Mit der Ansiedlung der Firma Anklam Extrakt konnte ein Unternehmen für die Region gewonnen werden, welches Marktführer im Bereich der Kräuterextraktion ist und anerkannter Partner in der pharmazeutischen Industrie. Mit der Ansiedlung des türkischen Rohrherstellers BOGENN im Fährhafen Sassnitz und der Schaffung von 65 Arbeitsplätzen hat sich das erste türkische Industrieunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern angesiedelt. Mit der Ansiedlung der Firma IDT Biologika (Tiergesundheit, Impfstoffe) wurde ein namhaftes Unternehmen aus dem Bereich der Biotechnologie in Greifswald angesiedelt. Die biosanica Manufaktur GmbH erweitert gerade zum zweiten Mal am Pommerndreieck – 41 Mitarbeiter werden nach Abschluss der Investitionen (Gesamtinvestitionsvolumen 12,2 Millionen Euro) dort einen Arbeitsplatz haben. Die Deutsche Ölwerke GmbH in Lubminwächst weiter. Auch hier läuft die zweite Erweiterung. Die Gesamtmitarbeiterzahl nach Fertigstellung der neuesten Erweiterungsinvestition liegt dann bei 76 Mitarbeitern (Gesamtinvestitionsvolumen 30,2 Millionen Euro.).