Innovative mobile Zerlegemaschine für Rotorblätter in Entwicklung

Zeit und Aufwand bei Zerlegung reduzieren – mehr als 8.000 Beschäftigte in knapp 200 Unternehmen in Windenergiebranche tätig

Flügerschneider Vorversuch2

Flügelschneider, Foto: Hanseatic Rohr GmbH

Bei der Hanseatic Rohr GmbH in Bargeshagen bei Rostock entsteht derzeit eine mobile Zerlegeeinheit für Rotorblätter von Windkraftanlagen. Die innovative Technik arbeitet berührungslos und damit besonders verschleißarm. „Die Maschine soll mobil einsetzbar sein und die Flügel mit Hilfe von Wasserstrahlen zerlegen. Demzufolge können diese künftig direkt neben der Windkraftanlage zerkleinert werden. Somit wird ein Arbeitsschritt gespart und die Einheiten lassen sich besser abtransportieren. Unser Land erweist sich als technologischer Motor in der Entwicklung der Windkraftbranche“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe.

Innovative Wasserstrahltechnik wird eingesetzt

Beim bisher üblichen Verfahren müssen die großen Flügel der Windräder per Schwerlasttransport ins Werk gebracht werden, in dem die Zerlegung erfolgte. Die in der Entwicklung befindliche Maschine soll dies künftig sensorbasiert und automatisiert direkt am Einsatzort erledigen und lediglich 0,5 x 0,5 Meter oder 1 x 1 Meter große Einzelteile hinterlassen. Diese werden im weiteren Verfahren von einem Schredder zu 1 x 1 Zentimeter messende Kleinteile gemahlen und können schlussendlich weiterverarbeitet werden. „Mit der neuen Technologie lassen sich Zeit und Aufwand reduzieren“, so Glawe weiter. Damit beim Zerlegen keine Giftstoffe freigesetzt werden, darf die Temperatur beim Schneiden nicht über 100 Grad betragen. Durch die innovative Wasserstrahltechnik soll dies künftig möglich sein. Gleichzeitig lässt sich so auch das Karbon, aus dem die Rotorblätter hauptsächlich bestehen, von der Glasfaser trennen. Selbst moderne Windkraftanlagen mit einer Heizung in den Rotorblättern lassen sich damit zerlegen. Bis dato ist dies nicht ohne weiteres möglich und eine Wiederverwertung damit sehr kompliziert. Derzeit befinden sich die Einzelkomponenten in der Erprobungsphase. Zum Ende des Jahres soll dann mit den ersten Tests der gesamten Anlage begonnen werden, die die Hanseatic Rohr GmbH dann für ganz Norddeutschland und die Ostseeanrainer produzieren möchte.

Mehr als 8.000 Beschäftigte in knapp 200 Unternehmen

Waren im Sommer 2008 in Mecklenburg-Vorpommern rund 40 Unternehmen mit etwa 2.000 Beschäftigten in der Windenergiebranche tätig, so hat sich ihre Anzahl heute auf mehr als 8.000 Beschäftigte in knapp 200 Unternehmen erhöht. „Die Zulieferer decken die Bandbreite der Wertschöpfungskette ab. Das Produktportfolio erstreckt sich vom Bau der Fundamente über Herstellung von Stahlrohrtürmen, Gondeln aus Kunststoff, Rotorblättern sowie Rotornaben, kompletten Schaltschränken, Zubehör wie Bremsen und Spezialbehälter bis hin zum Korrosionsschutz und Oberflächentechnik. Die Betreibergesellschaften und Unternehmen für Service und Wartung gewinnen ebenso an Bedeutung, da diese meist vor Ort ansässig sind und somit langfristige Beschäftigung von Mitarbeitern sichern“, sagte Glawe abschließend.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit rund 946.000 Euro. Die Investitionen belaufen sich insgesamt auf rund 1,6 Millionen Euro.

Informationen zum Unternehmen

Die Firma Hanseatic Rohr GmbH wurde im Jahr 2001 als Dienstleistungsunternehmen im Bereich der Rohrreinigung gegründet. Heute ist die Firma am Standort Bargeshagen bei Rostock ansässig. Die Mitarbeiteranzahl stieg innerhalb der letzten zehn Jahre von vier auf knapp 30, wobei insbesondere die Stärkung des ingenieur-technischen Potenzials in den letzten vier Jahren im Vordergrund stand. Zu dem anfänglichen Leistungsangebot der Firma Hanseatic Rohr kamen weitere und völlig neue Arbeitsfelder bzw. Leistungsbereiche für industrielle Kunden, insbesondere im Schiffbau, in der Schifffahrt, der Holzindustrie und der regenerativen Energieindustrie. Die Kernaufgaben liegen dabei hauptsächlich in der technischen Wartung, der Reinigung, Sanierung und Installation von Heizungs-, Sanitär- und Lüftungsanlagen.

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