Herbstliches Spektakel: Zehntausende Kraniche sammeln sich in Mecklenburg-Vorpommern

Hochsaison der Kranichrast Mitte Oktober / Regionen locken mit Entdeckungstouren an Land und zu Wasser, Foto-Workshops und Kranichausritten

Zoo Rostock, Kranich, Foto: Joachim Kloock

Kranich, Foto: Joachim Kloock

17.8.2016 – Mehrere zehntausend Kraniche zieht es ab September aus ihren Sommerquartieren in Skandinavien und Osteuropa nach Mecklenburg-Vorpommern. Hier sammeln sie sich, um zu rasten und sich auf den abgeernteten Feldern für den Weiterflug in ihre Überwinterungsquartiere in Frankreich, Spanien und Nordwestafrika zu stärken. „Abhängig von Bruterfolgen und Rastbedingungen schwankt die Anzahl, doch in diesem Jahr kann mit 50.000 bis 60.000 Kranichen gerechnet werden. In der Spitze kamen aber auch schon bis zu 70.000 Tiere“, sagte Dr. Günter Nowald, Leiter des Kranich-Informationszentrums in GroßMohrdorf bei Stralsund. „Die Masse der Kraniche wird in den Tagen um den 15. Oktober erwartet“, so Nowald weiter. Vor allem die Region Darß-Zingster Boddenkette und Rügen, einer der bedeutendsten und größten Kranichrastplätze Mitteleuropas, bietet den sogenannten „Vögeln des Glücks“ ideale Bedingungen für die Rast und Futtersuche. Doch auch im Landesinneren, wie etwa im Müritz Nationalpark oder am Schaalsee, sind die majestätischen Zugvögel zu finden. Die Kranichrast ist ein besonderes Ereignis, welches Jahr für Jahr tausende Naturinteressierte und Hobbyfotografen anzieht. Bei einer Vielzahl von Aktivitäten können die Tiere beobachtet und abgelichtet werden. Im Folgenden eine Auswahl:

Bildershows und Exkursionen in der „18. Woche des Kranichs“

Das Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf veranstaltet zur Ankunft der majestätischen Vögel vom 18. bis 25. Septemberdie „18. Woche des Kranichs“. Hier können Gäste an verschiedenen Orten Abendveranstaltungen beiwohnen, wie beispielsweise der Multimediashow „Kranichwelten – Eine Reise mit den Vögeln des Glücks durch Europa“ am 18. September um 20.00 Uhr in der Seemannskirche Prerow oder der Bildershow mit Orgelklängen „Kranichkonzert im Herbst“ am 21. September um 19.00 Uhr in der Backsteinkirche Groß Mohrdorf. Anlässlich des „20. Birdwatch Day“ am 24. September haben Interessierte die Gelegenheit, auf einer Exkursion den Mitarbeitern bei der Erfassung des diesjährigen Kranichrastbestandes behilflich zu sein. Zudem können die Vögel im Rahmen von Wanderungen – entweder zum morgendlichen Abflug oder zum abendlichen Einflug – in Begleitung eines Rangers beobachtet werden. Die Teilnahmegebühr für die geführten Wanderungen beträgt fünf Euro. Darüber hinaus steht Besuchern das im Oktober 2015 eröffnete „Kranorama“, eine moderne Kranichbeobachtungsstation am Günzer See im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, offen. Die barrierefreie Beobachtungsplattform ermöglicht es Gästen, Kraniche und andere Zugvögel in ihrer natürlichen Umgebung wie aus einem Versteck heraus zu beobachten, ohne dass sich die Tiere gestört fühlen. Im September und Oktober wird es dort zudem „Ablenkfütterungen“ geben, um die Vögel auf die Flächen am Günzer See zu locken und sie auf diese Weise von den Wintersaaten fernzuhalten. Somit werden rund um das „Kranorama“ die beeindruckenden Tiere in großer Anzahl zu beobachten sein. Neben Informationstafeln und audiovisuellen Medien, die Wissenswertes zu Zug und Rast der Kraniche präsentieren, werden auch Livebilder der auf den Feldern rastenden Vögel gezeigt. Zusätzlich stehen Fotohütten, die vom 1. bis 31. Oktober nah an den Rastplätzen aufgestellt werden, Tier- und Naturfotografen zur Verfügung. Weitere Informationen sowie Tipps zum richtigen Verhalten bei der Kranichbeobachtung sind auf www.kraniche.de zu finden.

So weit das Auge reicht: Ausblick an Beobachtungspunkten

An vielen weiteren Beobachtungsstationen im Nordosten können Gäste einen ungestörten Blick auf die Großvögel werfen. Unterwww.auf-nach-mv.de/kraniche finden Interessierte Informationen über die verschiedenen Aussichtspunkte. So bietet in der Region Darß-Zingster Boddenkette und Rügen unter anderem der hölzerne Kranichbeobachtungspunkt Tankow auf Rügens kleiner Schwesterinsel Ummanz einen schönen Ausblick auf die Kranichrast sowie die Weiten der Vorpommerschen Boddenlandschaft. Auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst befinden sich die barrierefreie Beobachtungplattform Pramort und die Vogelbeobachtungspunkte Pramort Hohe Düne sowie Kirrblick. Diese sind ideal, um die einfliegenden und rastenden Kraniche mit dem Fernglas zu beobachten. Auch im Müritz-Nationalpark – in der Beobachtungskanzel am Rederangsee – können Besucher einen Blick auf die Zugvögel erhaschen, die sich in der Dämmerung zu Hunderten am Ostufer des Sees sammeln.

Abendliche Wanderungen im Müritz-Nationalpark

Den Müritz-Nationalpark in der Mecklenburgischen Seenplatte nutzen Kraniche ebenfalls als Rastplatz auf ihrem Zug in die Winterquartiere. Mit dem sogenannten „Kranich-Ticket“ fahren Gäste umweltfreundlich mit einem Shuttlebus in den Nationalpark und beobachten dort den abendlichen Einflug während geführter Wanderungen. Diese etwa dreistündigen Abendtouren finden täglich vom 15. August bis 10. September jeweils um 18.00 Uhr, ab dem 11. September um 17.30 Uhr und vom 23. bis 30. September um 17.00 Uhr statt. Die Wanderungen ab dem 1. Oktober beginnen um 16.30 Uhr und vom 9. bis 23. Oktoberstarten sie um 16.00 Uhr. Treffpunkt ist die Nationalpark-Information in Federow. Der Shuttlebus verkehrt jeweils 30 Minuten vor Beginn der Führungen ab Waren (Müritz) Steinmole. Das „Kranichticket“ inklusive Busfahrt und dreistündiger Wanderung kostet 8,50 Euro und kann unter www.nationalpark-service.debestellt werden. Weitere Informationen gibt es in der Nationalpark-Information in Federow unter der Rufnummer 03991-668849 oder unterwww.nationalpark-service.de.

Mit der „Kranich-Aktie“ die „Vögel des Glücks“ am Schaalsee unterstützen

Den Kranichzug können Gäste zudem im Biosphärenreservat Schaalsee, einem Schutzgebiet im Westen Mecklenburg-Vorpommerns, bestaunen. Um diesen angestammten Brut- und Rastplatz von mehr als 1.000 Kranichen zu erhalten und zu vergrößern, können Interessierte die sogenannte „Kranich-Schutz-Aktie“ der Stiftung „Biosphäre Schaalsee“ erwerben. Mit dem Geld unterstützen Spender sowohl die Kraniche als auch die heimische Tier- und Pflanzenwelt am Schaalsee. Darüber hinaus können Besucher an der Exkursion „Kranichzug am Schaalsee“ am 15. Oktober um 17.00 Uhr teilnehmen, um die einfliegenden Kraniche wie auch zahlreiche andere Vogelarten zu betrachten. Weitere Informationen sind unter www.kranich-schutz.de zu finden.

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