Archiv für 8. August 2016

Moosmutzel und Waldwuffel im Kurhausgarten

Traumzauberbaum Jubiläums-Show kommt nach  Warnemünde

06.08.2016 – Das Familien-Musical „35 Jahre Traumzauberbaum“ war heute zu Gast im Kurhausgarten Warnemünde. In der Jubiläums-Show wurde eine Bühnenfassung der Erfolgsproduktion „Der Traumzauberbaum“ von Reinhard Lakomy gezeigt. Die liebevolle Inszenierung ist ein musikalisches Vergnügen für Fans jeden Alters und lässt kleine und große Kinderherzen höher schlagen. Viele der bekannten Lieder von Reinhard Lakomy, wie das „Küsschenlied“,  laden zum Mitsingen ein und lassen Kindheitserinnerungen aufleben. „In den Sommerferien zählen besonders viele Familien mit Kindern zu unseren Gästen, die mit dem Traumzauberbaum ein zusätzliches Highlight geboten bekommen“, so Tourismusdirektor Matthias Fromm. „Die Programmgestaltung im Kurhausgarten orientiert sich eng an unseren Hauptzielgruppen, die sich damit auch in diesem Sommer auf ein ansprechendes und abwechslungsreiches Kulturangebot im Urlaub freuen dürfen. „Das REINHARD LAKOMY-Ensemble besteht in der Stammbesetzung aus den Sängerinnen und Schauspielerinnen Olivia Winter, Susi Wiemer und Barbara Hellmuth. Sie spielen die von den Kindern heiß geliebten Traumzauberbaum-Figuren „Moosmutzel“, „Waldwuffel“ und „Agga Knack, die wilde Traumlaus“ sowie viele weitere Rollen. Für Besucher eine traumhafte Begegnung und ein einmaliges Musikprogramm.

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Rund 240 Diplom-Abschlüsse aus der DDR anerkannt

Nachträgliche Anerkennung von Abschlüssen weiterhin möglich

Zeugnis, Grafik/Quelle: experto.de238 Absolventinnen und Absolventen von Ingenieur- und Fachschulen der ehemaligen DDR haben sich seit dem Jahr 2013 ihre Bildungsabschlüsse anerkennen lassen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hatte in jenem Jahr die Bedingungen für die Verfahren verändert. Rund ein Drittel der Abschlüsse stammte aus dem Bereich Maschinenwesen, ein weiteres Drittel der Abschlüsse aus dem Bereich Bauingenieurwesen, ein weiteres Drittel teilen sich Abschlüsse aus den Bereichen Pflanzen- und Tierproduktion sowie Wirtschaftswissenschaften. „Ein anerkannter Abschluss weist eine Lebensleistung nach“, betonte Bildungs- und Wissenschaftsminister Mathias Brodkorb. „Ich freue mich, dass rund 240 Absolventinnen und Absolventen von den neuen Regelungen Gebrauch gemacht haben. Alle, die dies noch nicht getan haben, rufe ich dazu auf, sich ihre Abschlüsse nachträglich anerkennen zu lassen. Dies ist weiterhin möglich. DDR-Abschlüsse sind in der Regel gleichwertig“, sagte Brodkorb. Der Nachweis einer Qualifikation könne auf dem beruflichen Lebensweg sehr wichtig sein. Wesentliche Änderung ist der Wegfall der sogenannten Stichtagsregelung in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. In den anderen ostdeutschen Bundesländern gilt die Stichtagsregelung weiterhin. Absolventinnen und Absolventen von Fach- und Ingenieurschulen haben im Nordosten und in Sachsen die Möglichkeit, eine Nachdiplomierung zu beantragen, wenn sie ihren Abschluss nach dem 31. Dezember 1990 erworben haben. Vor Änderung der Regelung war dies nur Absolventinnen und Absolventen vorbehalten, die zu diesem Zeitpunkt die Ausbildung bereits beendet hatten. Voraussetzung für die Verleihung des Diplomgrades mit dem Zusatz „FH“ (Fachhochschule) ist, dass die Absolventinnen und Absolventen einen Nachweis einer mindestens dreijährigen einschlägigen Berufstätigkeit nach Abschluss des Studiums erbringen. Dieser akademische Grad entspricht einem Fachhochschulabschluss Informationen zum Anerkennungsverfahren finden Interessierte auf der Internetseite des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur unter dem Stichwort „Anerkennung von DDR-Bildungsabschlüssen“.

Konkurrenzfähige Filmförderung für MV schaffen! Filmbranche Mecklenburg-Vorpommern stellt gemeinsames Positionspapier vor

Gemeinsame Pressemitteilung vom 4. August 2016

Vertreter der für Film und Medien zuständigen Institutionen und Verbände im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern haben am heutigen Donnerstag bei einer Sonder-Landespressekonferenz im Schweriner Schloss ihr gemeinsames Positionspapier zur Weiterentwicklung der Film- und Medienförderung in Mecklenburg-Vorpommern der Öffentlichkeit vorgestellt.

Volker Kufahl, Geschäftsführer der FILMLAND MV gGmbH in Schwerin, sprach von einem „konstruktiven Vorschlag“ für eine einheitliche, kulturwirtschaftliche Filmförderung, die den attraktiven Drehstandort MV voranbringen könne und Benachteiligungen ansässiger Produzenten beseitige.

Sabine Matthiesen, Geschäftsführerin des Filmbüros MV / Mecklenburg-Vorpommern Film e.V. betonte, die Kulturelle Filmförderung habe in der Vergangenheit „sehr erfolgreich gearbeitet“, aber es bedürfe weiterer Instrumente, damit sich die Branche in MV nachhaltiger als bisher entwickeln und konkurrenzfähiger gegenüber den anderen Bundesländern werden kann. Das gemeinsame Vorgehen der Branchenvertreter böte dazu „eine große Chance“, so Matthiesen.

Auch Roland Possehl, Vorstandsvorsitzender des Berufsverbandes der Film- und Medien-produzenten MV e.V. und Olaf Jacobs, Geschäftsführer der Hoferichter & Jacobs Film- und Fernsehproduktion GmbH mit Standorten u.a. in Greifswald und Berlin, sagten, es bedürfe weiterer Anreize, damit die Branche in MV national und international wettbewerbsfähig wird. „Viele Film- und Medienschaffende leben und arbeiten gerne in Mecklenburg-Vorpommern“, wo sie auch gerne Geld für ihre Projekte ausgeben möchten, sagte Roland Possehl. Nur mangele es oft an wirtschaftlichen Perspektiven. Zusätzliche Mittel für die Film- und Medienförderung seien daher nachhaltig angelegte Investitionen. Das zeigten die erfolgreichen Beispiele in anderen Ländern, so die Produzenten Possehl und Jacobs.
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Die gemeinsame Pressemitteilung im Wortlaut:

Eine einheitliche, kulturwirtschaftlich ausgerichtete, effektive Film- und Medienförderung für Mecklenburg-Vorpommern – das fordern Branchenvertreter und –verbände des Bundeslandes in einem über mehrere Monate gemeinsam erarbeiteten Positionspapier. In dem 3-seitigen Papier zur Weiterentwicklung der Film- und Medienförderung in Mecklen­burg-Vorpommern setzen sich die Initiatoren Roland Possehl (Vorstand Berufsverband der Film- und Medienproduzenten MV, Produzent), Prof. Olaf Jacobs (Autor, Produzent), Sabine Matthiesen (Leiterin Kulturelle Filmförderung MV) und Volker Kufahl (Geschäftsführer Filmland MV gGmbH), auch stellvertretend für ihre Verbände dafür ein, eine konkurrenzfähige, zu anderen Regionen kompatible und dem Land angemessene Film- und Medienförderung zu etablieren. Um die Film- und Medienstruktur des Landes weiter nachhaltig zu entwickeln, zukunftsorientierte Arbeitsplätze in dieser Branche zu schaffen sowie einheimischen Produzenten und Kreativen einen besseren Zugang zu Fördermitteln auf nationaler und europäischer Ebene zu ermög­lichen, schlagen die Autoren die Vergabe von erfolgsbedingt rückzahlbaren Darlehen für die Entwicklung und Herstellung audiovisueller Medien vor. Bedingung sei, dass jeder Förder-Euro nachweislich auch im Land wieder ausgegeben und vor allem die Wertschöp­fung im Land gefördert werde. Bei den Förderentscheidungen sollten sowohl filmwirtschaftliche als auch kulturelle Aspekte berücksichtigt werden.

Analog zu anderen Bundesländern raten die Initiatoren zur Gründung einer Förder­gesell­schaft als zentraler Ansprechpartnerin für Politik und Branche, in der perspektivisch die Filmland MV gGmbH sowie der Mecklenburg-Vorpommern Film e.V. aufgehen könnten. Das Land Mecklenburg-Vorpommern sollte sich als Mehrheitsgesellschafter beteiligen, als weitere Partner sollten entsprechend den positiven Erfahrungen in vielen anderen Bundesländern NDR, ZDF und die Medienanstalt gewonnen werden. Die bisherige Kulturelle Filmförderung hat seit mehr als 25 Jahren trotz kleinen Budgets über viele Jahre künstlerisch wertvolle Filme unterstützt, die bundesweit für Aufsehen sorgten und auf großen Filmfestivals, u.a. der Berlinale Erfolge feierten. Jedoch konnten auf diese Weise kaum Impulse für nachhaltige filmwirtschaftliche Strukturen gegeben werden. Um unter besseren Rahmenbedingungen nachhaltige Effekte für die Film- und Medienproduktion im Land zu generieren, halten die Unterzeichner ein jährliches Fördervolumen in Höhe von 1,5 Mio. Euro für notwendig. Darin aufgehen könnten die bisher für die kulturelle Filmförderung zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 215.000 Euro. An der Erarbeitung des Papiers beteiligt waren neben den Unterzeichnern Marco Voß (Film Commission MV) und Katja Pilgrim (Geschäftsführerin Berufsverband der Film- und Medienproduzenten MV). Impulse kamen von Reik Möller (Wild Bunch/Senator Film Verleih) und Arne Sommer (Leiter Filmwerkstatt Kiel der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein).

Das Positionspapier steht zum Download zur Verfügung unter:

http://www.filmbuero-mv.de/de/film_in_mv/positionspapier

http://www.filmbuero-mv.de/de

Bildunterschrift:  Podium im Schweriner Schloss am 4.8.2016 (v.l.n.r.): Roland Possehl, Vorstandsvorsitzender Berufsverband der Film- und Medienproduzenten MV e.V., Sabine Matthiesen, Geschäfts-führerin Filmbüro MV / Mecklenburg-Vorpommern Film e.V., Volker Kufahl, Geschäftsführer FILMLAND MV gGmbH und Olaf Jacobs, Geschäftsführer Hoferichter & Jacobs Film- und Fernsehproduktion GmbH

Reportage: Hast Du ’nen Vogel? –

Im Herbst bevölkern Tausende Zugvögel die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Dann ist Hochsaison für Naturfotograf Mario Müller. In einem Fotoworkshop hat er uns seine Tricks für das perfekte Bild beigebracht.

Kraniche im Nebel

Kraniche im Nebel, Foto: TMV/grauerkranich.de

Es ist ein frischer Spätsommerabend. Hier, mitten in der Vorpommerschen Boddenlandschaft, nahe dem kleinen Ort Bresewitz, ist es mucksmäuschenstill. Das Korn ist abgeerntet und liegt, zu großen Strohballen gerollt, auf den Feldern. Erst ganz leise, dann immer lauter hören wir Geschnatter. In V-Formation kommen viele Vögel auf uns zu. Sie fliegen geradewegs an der untergehenden Sonne vorbei in Richtung der Insel Kirr, die Teil des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft ist, der sich fast über die gesamte Halbinsel Fischland-Darß-Zingst erstreckt. Es sind Kraniche, die die Nacht auf der Insel verbringen werden. Wie auf Kommando reißen wir unsere Kameras in die Höhe und fotografieren, was das Zeug hält. Mit der Stille ist es vorbei. In das Geschrei der Kraniche mischt sich das unaufhörliche Klicken der Kameras. Kaum sind die Vögel außer Sichtweite, wird es wieder schlagartig ruhig – bis zum nächsten Vogelschwarm. Wir nehmen an dem zweitägigen Fotoworkshop „Die Faszination des Vogelzugs an der Küste“ des Max Hünten Hauses in Zingstteil. Das MAX, wie es die Zingster gerne nennen, ist die zentrale Anlaufstelle für Touristen, wenn es um Fotografie geht. Hier finden Workshops, Ausstellungen, Konferenzen und Seminare statt. Der absolute Höhepunkt im Jahr ist das Umweltfotofestival »horizonte zingst«, veranstaltet im Juni von der Vereinigung Erlebniswelt Fotografie Zingst. Es ist Treffpunkt für Fotoexperten und Fotofreunde aus aller Welt und bietet über zehn Tage ein vielfältiges Programm. Die Philosophie, die hinter allem steckt, ist die Liebe zur Natur und der behutsame Umgang mit ihr. Die Hochsaison der Zugvögel hat begonnen, denn sie alle machen, auf dem Weg in den Süden, Halt auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Vor allem die Inseln Kirr und Barther Oie, die zwischen dem Festland und der Halbinsel liegen, sind bei den Tieren als Nachtquartiere beliebt. Tagsüber fliegen sie zum Fressen auf das Festland und stehen dort zahlreich auf den Feldern. „Jetzt, zu Beginn der Saison, finden wir vorwiegend einheimische Kraniche hier“, erklärt Workshopleiter und Naturfotograf Mario Müller. „Im September kommen dann noch skandinavische und osteuropäische Kraniche dazu. Dann haben wir circa 100.000 Tiere zu Besuch.“ Und mit den Zugvögeln kommen die Naturfotografen. Unsere Gruppe besteht aus zwölf ganz unterschiedlichen Menschen, vom Vogelkundler bis zum leidenschaftlichen Hobbyfotografen. Ausgerüstet sind wir mit großen Objektiven, Kameras und Stativen. Das Equipment konnten wir uns im Max Hünten Haus ausleihen. Schnell kommen wir zu der Erkenntnis: Ein Naturfotograf muss bereit sein, schwer zu tragen. Doch zum Glück ist unser Weg an diesem Abend nicht so weit: Ein Aussichtspunkt gegenüber der Insel Barther Oie ist das Ziel. Hunderte von Vögeln sind auf und über der Insel – und vom Festland kommen stetig mehr. Der Lärm ist unglaublich: Überall um uns herum zetern Gänse und trompeten Kraniche. „Denkt daran, den Kopf der Tiere zu fokussieren“, ruft Mario Müller. Die Frau neben ihm hält inne und fängt an zu lachen: „Ich bin schon froh, wenn der Vogel irgendwo scharf ist.“

Stimmt: Die Tiere fliegen so schnell, dass es einem Wunder gleicht, wenn man überhaupt ein ordentliches Bild hinbekommt. Die meisten Regeln, die Mario uns mittags in der Theorie beigebracht hat, sind vergessen: mal gegen das Licht fotografieren, um den Vögeln eine schöne Umrandung zu geben. Die Flügel in ihrer Bewegung unscharf abbilden. Für uns zählt gerade nur eins: wenigstens einen Vogel halbwegs scharf festzuhalten. Nach unserem Besuch an der Insel Barther Oie machen wir uns auf den Weg zur Meiningenbrücke. Sie verbindet das Festland mit der Halbinsel. Von hier aus bietet sich uns ein wunderschöner Blick auf die Vorpommersche Boddenlandschaft, die jetzt im Sonnenuntergang liegt. „Wenn die Kraniche vorbeifliegen, könnt ihr tolle Bilder machen“, verspricht uns Mario Müller. Ja. Wenn. Wie wir später feststellen, sind die Kraniche hinter unserem Rücken vorbei auf die Inseln geflogen. „Das ist das Risiko eines Naturfotografen“, sagt Mario Müller. Wir nehmen es mit Humor, denn am nächsten Morgen bekommen wir noch einmal eine Chance. Es ist 6 Uhr, als wir uns auf den Weg zum Bernsteinparkplatz in Prerow machen – wir sind noch nicht ganz wach, aber voller Tatendrang. Unser Fotomotiv heute: Zugvögel am Strand. Mario erklärt uns auf dem Weg, auf was wir achten sollen: immer auf Augenhöhe mit den Tieren sein, eine seichte Wasserstelle ist ein guter Platz, um die Vögel beim Baden zu beobachten. Alles klar. In der Ferne zeichnet sich der Darßwald als dunkelgraue Silhouette ab. Früher diente er pommerschen Herzögen, später Reichsministern und noch später DDR-Funktionären als Jagdrevier. Im September 1990, wenige Tage vor der Wiedervereinigung, war damit Schluss. Da wurde der Nationalpark eingerichtet. „Ohne den Schutz des Nationalparks wäre auch der Rastplatz der Kraniche undenkbar“, erklärt Mario, während wir am Strand entlang spazieren. Und dann geht es plötzlich ganz schnell: Der erfahrene Naturfotograf hat eine Gruppe Alpenstrandläufer und Sanderlinge ausgemacht und wirft sich bäuchlings in den Sand. Die kleinen braun gefiederten Vögelchen tippeln zwischen Algen hindurch und fangen kleine Insekten. Also tun wir es Mario Müller schnell gleich. Ob das was wird? Später bei der Auswertung der Bilder zeigt sich: Trotz der flinken und auch gänzlich unkooperativen Fotomodelle haben die meisten der Workshopteilnehmer tatsächlich ein paar ungewöhnliche Bilder zu präsentieren. „Auch ich mache oft tausende Bilder, um am Ende das eine außergewöhnliche zu haben“, erzählt Mario Müller zum Abschluss des Workshops. Das beruhigt uns. Weniger ist beim Fotografieren eben nicht unbedingt mehr.

Video zur Reportage: Naturfotografie-Workshop auf Fischland-Darß-Zingst
Mit Mario Müller auf Fotopirsch: Der Ornithologe zeigt, warum die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst prädestiniert für die Vogelbeobachtung ist und wo man in Zingst alles über das Fotografieren lernen kann.

Veröffentlicht 8. August 2016 von Martina Wichor in Auf dieser Seite

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