Thema im Landtag – Forschung und Entwicklung auf Landes- und Bundesebene vorantreiben

Mehr anwendungsorientierte Forschung mit Bezug zur regionalen Wirtschaft nötig – MV mit Fördervorschlägen auf Bundesebene erfolgreich

Technologiezentrum Warnemünde, Foto: Joachim Kloock

Technologiezentrum Warnemünde, Foto: Joachim Kloock

Wie das Thema Forschung und Entwicklung auf Landes- und Bundesebene weiter vorangebracht werden kann, wurde im Landtag in Schwerin debattiert. Ende des Jahres 2019 wird der Solidarpakt II auslaufen. Eine Neuordnung sowohl der Bund-Länder-Finanzbeziehungen als auch der regionalen Struktur- und Förderpolitik stehen auf der wirtschafts- und finanzpolitischen Agenda. In diesem Zusammenhang wird diskutiert, das Instrument der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) für Forschung, Entwicklung und Innovation stärker zu öffnen. „Die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation gewinnt an Bedeutung, weil ein nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum zunehmend von Produkt- und Verfahrensinnovationen, wie zum Beispiel Industrie 4.0, getrieben wird und sich hier Förderbedarf und Fördermöglichkeiten zeigen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe im Landtag.

MV hat Änderungen der Fördermöglichkeiten auf den Weg gebracht

Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern hat gegenüber dem Bund bereits mehrere Vorschläge für vermehrte Fördermöglichkeiten der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW), insbesondere im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation, gemacht. „Beispielsweise haben wir die Förderung von ´Forschungsinfrastruktur´ in die Diskussion eingebracht. Dieser Vorschlag wird aktuell um einen Vorschlag zur Förderung von ´Forschungseinrichtungen´ erweitert“, so Glawe weiter. Als Änderung der Rahmenbedingungen bei den Fördermöglichkeiten der GRW wurde auf Initiative von Mecklenburg-Vorpommern angestoßen, dass die GRW sich an Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit bis zu einer Million Euro und an der Markteinführung innovativer Produkte mit bis zu 200.000 Euro pro Förderfall beteiligen kann. „Die Felder ´Schulung´ und ´Angewandte Forschung und Entwicklung´ sollen nunmehr auf Antrag meines Hauses auch für Großunternehmen geöffnet worden. Wir sind mit unseren Vorschlägen im Bund deutlich vorangekommen“, sagte Glawe.

Mehr anwendungsorientierte Forschung mit Bezug zur regionalen Wirtschaft nötig

Mecklenburg-Vorpommern hat im Bereich Innovation Handlungsbedarf. Es ist ersichtlich, dass in Mecklenburg-Vorpommern die Bund-Länder-Forschungseinrichtungen überwiegend sowohl von den wissenschaftlich-technologischen Ausrichtungen als auch von der Grundlagenforschung nur bedingt Bezüge zu den Bedürfnissen der regionalen Wirtschaft entwickelt haben. „Die Auswahl der Forschungsinhalte, Standorte als auch Zielrichtungen muss stärker auf die Notwendigkeiten und Bedürfnisse in der regionalen Wirtschaft ausgerichtet sein“, forderte Wirtschaftsminister Glawe. Der Wirtschaftsminister regte insbesondere den Ausbau der Fraunhofer Institute im Land, die ihre Schwerpunkte in der anwendungsorientierten Forschung sehen, an. „Darüber muss forschungsintensiven Bereichen, wie Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften eine stärkere Bedeutung im außeruniversitären Forschungsbereich zukommen“, erläuterte Glawe.

Industrie 4.0 und Digitalisierung – mehr Teilhabe der mittelständischen Wirtschaft nötig

Das Zukunftsthema Industrie 4.0 und Digitalisierung der Wirtschaft ist schwerpunktmäßig auf Großunternehmen und in der Fertigungstechnik zugeschnitten. Die gewerbliche innovative Wirtschaft partizipiert bisher nicht ausreichend von der Digitalisierung der Wirtschaft. „Diese leistet jedoch einen erheblichen Beitrag zur Erhöhung von Innovation, Forschung und Entwicklung und damit zur Schaffung und Erhaltung werthaltiger Arbeitsplätze. Eine Teilhabe der klein- und mittelständischen Wirtschaft an dieser Entwicklung ist unbedingt anzustreben und zu ermöglichen“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Zahlreiche Studien zeigen, dass das Wissen über die Chancen und neuen Geschäftsmöglichkeiten digitalen Wirtschaftens und Arbeitens insbesondere im Mittelstand bisher noch wenig verbreitet ist bzw. sich kaum an den Anforderungen von kleinen und mittleren Unternehmen orientiert. Bisherige Forschungen und Projekte zur Digitalisierung der Wirtschaft und zu Industrie 4.0 sind zu stark auf die Entwicklung einzelner Technologien bezogen. Zudem mangelt es noch an der Zusammenführung, Aufbereitung und Vermittlung der Ergebnisse in einer Form, die für Mittelstand und Handwerk geeignet ist. Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern ist gegenwärtig mit wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen aus Mecklenburg-Vorpommern im Gespräch und lotet Unterstützungsmöglichkeiten aus. „Ziel ist es, ein Kompetenzzentrum des Bundes in unserem Land zu etablieren. Darüber hinaus unterstützt das Wirtschaftsministerium M-V einen weiteren Ausbau des Fraunhofer Anwendungszentrums in Rostock zu einem eigenständigen Fraunhofer Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik. Forschung, Entwicklung und Innovation ist der Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg und damit für nachhaltige, attraktive Arbeitsplätze. Die sich hier auftuenden Chancen gilt es zu nutzen. Ich werde alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um diese Entwicklung zu unterstützen“, so Glawe abschließend.

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