Archiv für 7. Juli 2016

Es rappelt in der Kiste

Nachhaltige Umweltbildung in den Jugendherbergen Mecklenburg-Vorpommerns mit der „OstseeKiste“

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Umweltbildung direkt am Haff mit der OstseeKiste der Jugendherberge Ueckermünde, Foto: DJH MV

7.7.2016 – Umweltbildung auf Klassenfahrt: Mit der so genannten „OstseeKiste“ bieten die Jugendherbergen Mecklenburg-Vorpommerns ein neues Instrument zur Umweltbildung an. Die „OstseeKiste“ ist eine Box, die aus Lernmaterialien, wissenschaftlichen Untersuchungsgeräten, Bestimmungsbüchern und Tourentipps für Entdeckungen an der Küste besteht. Die Touren, die je nach Standort der Jugendherberge inhaltlich auf den jeweiligen Küstenabschnitt abgestimmt sind und demzufolge mal ans Haff oder an den Strand führen, werden durch Umweltpädagogen begleitet. Ziel ist es, vornehmlich Schüler der Klassenstufe fünf bis sieben für komplexe Themen rund um den Lebensraum Ostsee zu sensibilisieren. Die Inhalte sind jedoch ebenso für jüngere Kinder und Jugendliche anwendbar. „Mit der ‚OstseeKiste‘ bieten wir Schulklassen einen weiteren Anreiz, ihre Klassenfahrten und Projekttage in unseren Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern zu verbringen und diese gemeinsam mit unseren Umweltpädagogen zu gestalten. Wir möchten neugierig machen und motivieren, sich mit unserer Natur, Umwelt und Kultur auseinanderzusetzen und diese intensiv vor Ort zu erleben“, sagte Silke Kunz, Projektverantwortliche des DJH-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Die Jugendherbergen in Prora auf der Insel Rügen und Ueckermünde am Stettiner Haff sind die ersten Jugendherbergen, die die „OstseeKiste“ mit in ihr Freizeitprogramm aufgenommen haben. Entwickelt wurde die „OstseeKiste“ vom Verein „EUCC – Die Küsten Union Deutschland“ (EUCC-D) in Kooperation mit dem Jugendherbergsverband Mecklenburg-Voropommern. Sie wird den betreffenden Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern als Leihgabe dauerhaft zur Verfügung gestellt. Zukünftig soll die „OstseeKiste“ auch für Familien und Lehrerfortbildungen genutzt werden, um pädagogische Ansätze zur Wissensvermittlung zum Lebensraum Ostsee vorzustellen. Weitere Informationen: www.jugendherbergen-mv.de

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Neues aus der Kunsthalle Rostock Juli 2016

KHR Newsletter 6.07.2016

Abitur in Mecklenburg-Vorpommern soll reformiert werden

Landesschülerrat und Bildungsminister haben über Ausgestaltung der Hauptfächer beraten

Studenten, Foto: Joachim Kloock

Lernen im Grünen, Foto: Joachim Kloock

7.7.2016 – Die jüngsten Beschlüsse der Kultusministerkonferenz zum Abitur gehen auch auf einen Vorschlag des Landesschülerrates Mecklenburg-Vorpommern zurück. Der Landesschülerrat hatte angeregt, die Zahl der Hauptfächer im Abitur künftig deutschlandweit auf höchstens vier zu begrenzen. Das Bildungsministerium hat diesen Vorschlag aufgegriffen und in die Kultusministerkonferenz eingebracht. Er wurde durch den Grundsatzbeschluss der KMK im Juni gebilligt. Die neuen Regelungen sollen für Schülerinnen und Schüler gelten, die im Jahr 2018 in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe (Klasse 10) eintreten. „Ich freue mich sehr darüber, dass der Landesschülerrat mit hohem Engagement und großer Sachkompetenz die Interessen der Schülerinnen und Schüler vertritt und unsere Arbeit konstruktiv begleitet“, sagte Bildungsminister Mathias Brodkorb nach einem turnusgemäßen Arbeitsgespräch mit dem Vorstand des Landesschülerrates.  „Dies hilft sehr dabei, die Schulpolitik so zu gestalten, dass zwischen allen Beteiligten ein sachlich ausgereifter Vorschlag entsteht“, so Brodkorb. Die Mitglieder des Landesschülerrates begrüßten die Entscheidung der Kultusministerkonferenz und unterbreiteten dem Ministerium einen weiteren Vorschlag zur künftigen Umsetzung. „Aus unserer Sicht wäre es die beste Lösung, wenn die Schülerinnen und Schüler künftig weiterhin sowohl Mathematik als auch Deutsch verpflichtend als Hauptfächer belegen müssten. Dies würde für alle eine gute Allgemeinbildung sichern. Die beiden weiteren Hauptfächer sollten möglichst frei gewählt werden können, um den speziellen Interessen aller Schülerinnen und Schüler entgegen zu kommen und eine optimale Vorbereitung auf Studium oder Beruf zu gewährleisten“, sagte der Vorstand des Landesschülerrates. Darüber hinaus plädierte der Vorstand für die teilweise Wiedereinführung eines Leistungskurssystems. „Aus Sicht der Schülerinnen und Schüler wäre es wünschenswert, zumindest in den verpflichtenden Kernfächern Deutsch und Mathematik zum System aus Grund- und Leistungskursen zurückzukehren. So könnte dem unterschiedlichen Leistungsniveau und Interesse der Schülerinnen und Schüler bei gleichzeitiger Sicherung der Allgemeinbildung am besten entsprochen werden“, erläuterte der Vorstand des Landesschülerrates. Bildungsminister Mathias Brodkorb sagte zu, diesen Vorschlag konstruktiv zu prüfen und ihn in die weiteren Beratungen einfließen zu lassen. Darüber hinaus soll im Rahmen einer Umfrage die Meinung der Lehrerinnen und Lehrer eingeholt werden. „Ich finde den Vorschlag des Landesschülerrates sehr bedenkenswert, weil mit der Abiturprüfungsverordnung bereits vor zwei Jahren ein erster Schritt in diese Richtung gegangen wurde und er auch in kleineren Gymnasien und Gesamtschulen im ländlichen Raum umsetzbar wäre“, sagte Brodkorb. „Die Leistungskurse könnten dann wieder wie früher fünfstündig unterrichtet werden, die Grundkurse drei- oder vierstündig“, so der Minister. Eine abschließende Entscheidung werde es in der laufenden Legislaturperiode voraussichtlich aber nicht mehr geben.

Erstmals „Meister-Extra“ vergeben

Einsatz und die Leistung der Absolventen gewürdigt – Wettbewerb fordert auch stetige Weiterentwicklung

Logo des Deutschen Handwerks/Wikipedia 20106.7.2016 – Am Mittwoch hat Wirtschaftsminister Harry Glawe 32 Industriemeistern der Industrie- und Handelskammern in Mecklenburg-Vorpommern (IHK`s in MV) erstmals das neue „Meister-Extra“ übergeben. Das Wirtschaftsministerium honoriert mit der Auszeichnung den erfolgreichen Abschluss einer Meisterprüfung in Handwerk und Industrie in Höhe von 1.000 Euro. „Mit dem Meister-Extra würdigen wir den Einsatz und die Leistung der Absolventen einer Meisterausbildung. Gleichzeitig werben wir für eine individuelle Qualifikation in Handwerk und Industrie. Wir brauchen wissenshungrige, engagierte Fachkräfte im Land, um die Wirtschaft weiter voranzubringen. Der Meistertitel ist das anerkannte Gütesiegel für Qualität“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe bei der Ehrung in Schwerin.

Dank an Absolventen, Unternehmen und Familie – regelmäßige Weiterbildungen sind notwendig

Wirtschaftsminister Glawe beglückwünschte die Absolventen zu ihrem erfolgreichen Meisterabschluss. Gleichzeitig dankte er den Angehörigen und Betrieben. „Bis zu einem erfolgreichen Meisterabschluss ist es ein langer Weg. Da ist es wichtig, dass auch das Umfeld den Rücken freihält. Eine umfangreiche Fortbildung neben Beruf und Familie erfordert auch private Entbehrungen über eine gewisse Zeit, umso schöner ist es, wenn die Mühen sich am Ende für alle Beteiligten gelohnt haben“, betonte Glawe weiter. „Regelmäßige Weiterbildungen sind in vielen Branchen notwendig, um auch zukünftig ganz vorn mit dabei zu sein. Die Zeiten, in denen ein Arbeitnehmer ein ganzes Leben lang einer einzigen Tätigkeit nachgehen konnte, sind längst vorbei. Der heutige Wettbewerb erfordert auch stetige Weiterentwicklung.“

„Meister-Extra“ für Meister-Absolventinnen und Absolventen

Das Meister-Extra wird ab dem 01. Januar 2016 (Stichtagsregelung) für Meisterprüfungen in Handwerk und Industrie vergeben. Für die bestandene Meisterprüfung gibt es eine Prämie in Höhe von 1.000 Euro. Für 2016 sind Landesmittel in Höhe von 500.000 Euro vorgesehen, für das Folgejahr ebenso 500.000 Euro. Die Beantragung für das Meister-Extra läuft über die zuständige Industrie- und Handelskammer bzw. Handwerkskammer.

 

Lagunen an der Ostsee

Mit den Boddenlandschaften gehören ganz besondere Wasserwelten zu den sieben Naturwundern Mecklenburg-Vorpommerns. Ein Überblick.

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Windwatt vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, Foto: TMV

Es scheint paradox: Um sich dem Wasser zu nähern, gehen wir zunächst in die Luft. Steigen auf des Überblicks wegen in die Perspektive der Kraniche, die sich jedes Jahr zum XXL-Zwischenstopp einfinden auf Deutschlands beliebtester Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Einem in jeder Hinsicht extravaganten Stück Land, das von oben aussieht wie eine gen Osten gerichtete Pistole. Das irre Gebilde verdankt seine Form zum einen den Ostseewellen, die mit unermüdlicher Schöpferkraft seine Nordflanken attackieren und modellieren. Im Süden hingegen wird Fischland-Darß-Zingst überhaupt erst zur Halbinsel durch eine Wasserlandschaft von ganz eigenem Flair. Sie separiert den schmalen Streifen vom Festland und fasziniert durch ganz und gar eigenen Zauber: die Welt der Boddengewässer. Bereits aus der Luft ein unvergesslicher Anblick: Propellerten wir eben noch über dem weltberühmten Darßer Weststrand, gleitet die Cessna nach abruptem Ostschwenk jetzt über saftige Wiesen und Weiden – ein sattgrüner Rahmen für die glitzernden Binnengewässer mit ihren einsamen Inselchen. Doch das ist nur der Auftakt. Hinter Zingst legt die Natur erst richtig los. Zum Beispiel mit dem einzigartigen Windwatt, das nur von oben seine ganze surreale Schönheit zeigt – eine zehn Kilometer lange Sandbank, die kaum ein Mensch je betritt und auf der Muscheln, Schnecken, Würmer und Krebse folglich ganz und gar ungestört leben. Fahrzeug- und Perspektivwechsel. Vom Flieger ins Boot, von der Luft auf den Bod(d)en. Genau genommen liegen gleich drei solcher Lagunen zwischen Halbinsel und Festland. Ein Areal von annähernd 200 Quadratkilometern Größe, im Durchschnitt gerade mal zwei Meter tief und an einigen Stellen so flach, dass Booten nur eine schmale Fahrrinne bleibt. Selbst Aussteiger stünden hier mitunter nur knietief im Wasser, wenn man denn so einfach aussteigen dürfte in diesem hochsensiblen Ökosystem. Von der geringen Tiefe stammt übrigens vermutlich auch der Name – Bodden ist niederdeutsch und bedeutet „Boden“ oder „Grund“. In der Urlaubs- und Freizeitwelt von Fischland-Darß-Zingst jedenfalls sind diese Gewässer mit ihren breiten Schilfgürteln ein unverzichtbares Element. Besonders beliebt: Bodden-Törns auf traditionellen Zeesenbooten, mit denen bis in die 1980er Jahre gefischt wurde. Heute schippern die rostbraun getakelten Segler als Ausflugsboote um die Halbinsel und kämpfen im Sommer auf Regatten spektakulär um Siege. Wer hingegen gern selbst Segel setzt, etwa um als Kite- oder Wind-Surfer übers Wasser zu jagen, findet im Flachwasser des Saaler Boddens zwischen Fischland und Festland ein exzellentes Revier.

Nicht zu vergessen: Die Boddenlandschaften – eigentlich nichts weiter als überflutete Grundmoränen, die während der letzten Eiszeit entstanden und vom Meer typischerweise abgetrennt wurden durch langgestreckte Inseln oder Halbinseln – sind maßgebliches  Element und nicht von ungefähr Namensgeber des „Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft“. Weitgehend isoliert vom ohnehin salzarmen Brackwasser der Ostsee haben die Bodden von Fischland-Darß-Zingst nahezu den Charakter von Süßwasserseen. Das gefällt vielen Vogelarten ausnehmend gut, die außerdem an den dicht mit Schilf bewachsenen Ufern exzellente Nist-, Brut- und Lebensbedingungen vorfinden. Nur an der südlichen Ostsee gibt es diese Lagunen, die Mecklenburg-Vorpommern neben den Inseln, den Kreidefelsen, den Kranichen, den Küstenwäldern, den Seenlandschaften und der Wildnis zu seinen sieben Naturwundern zählt. Und das vollkommen zu Recht: Die Bodden sind Welten für sich. Mit eigener Natur, mit eigener Kultur, mit eigenem Charakter. Oft liegen nur wenige hundert Meter zwischen Ostseestränden und Boddenufern, doch immer wieder frappiert der Kontrast. Wogende See und Urlaubstrubel auf der einen, ruhender See und tiefer Frieden auf der anderen Seite. Bodden schmeicheln dem Auge. Streicheln die Seele. Liebkosen das Gemüt. Am oder auf den Bodden bekommt Zeit eine andere Dimension und einen veränderten Wert – nach ein paar Tagen sind Hektik und Stress nur noch abstrakte Begriffe. In Mecklenburg-Vorpommern kann man dieses Fluidum aber nicht nur auf Fischland-Darß-Zingst spüren; wenn es um Anzahl und Größe der Bodden geht, hat Rügen eindeutig die Nase vorn. Hier dominieren gleich zwei große Boddenketten die Landschaft: So sind die vier Westrügenschen Bodden einschließlich der InselHiddensee ebenfalls Teil des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Im Norden wiederum grenzen der Bug, die Halbinseln Wittow und Jasmund sowie die Landzunge Schaabe eine Gewässerkette gen Norden ab, die aus gleich zehn Bodden besteht und das Profil der Insel maßgeblich formt. Auch sie sind nur schwach salzhaltig, fischreich und als Wassersportreviere ausgesprochen populär.

Rügens Südküste ist zugleich Nordufer des Greifswalder Boddens, mit 514 Quadratkilometern Fläche der Big Boss in Vorpommern und sogar noch etwas größer als der Bodensee. Seine Küstenlinie ist stark gegliedert; verschiedene Halbinseln reichen weit in das Gewässer hinein und teilen es in zum Teil tief eingeschnittene Buchten. Mit vielen flach abfallenden Stränden ist der Greifswalder Bodden ein Eldorado für Familien mit kleinen Kindern, ein Traumrevier für Kiter und Surfer,  ein Schlaraffenland für Zander-, Hecht- und Aalangler und ein Paradies für Brutvögel vieler Arten, die an den Küsten eine gut gefüllte Speisekammer vorfinden und im Europäischen Vogelschutzgebiet besonders ungestört leben. Ein besonderer Kandidat unter den Vorpommerschen Bodden ist der Peenestrom, ein Meeresarm, der Usedom vom Festland trennt. Etwas über 20 Kilometer lang, verbindet er das Stettiner Haff mit der offenen Ostsee und ist damit zugleich einer der drei Mündungsarme der Oder zum Meer. Seine Ausbuchtungen wie Achterwasser und Krumminer Wiek ragen weit in die InselUsedom hinein. Der Strom ist bedeutsam als Lebensraum für Seeadler, Reiher, Kormorane und Seeschwalben, und die Peenemündung wurde wegen ihres Vogelreichtums bereits 1925 als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

www.nationalpark-vorpommersche-boddenlandschaft.de
www.kuestenexkursion.de
www.vorpommern.de
www.auf-nach-mv.de

Thema im Landtag – Bundesprogramm Blaues Band Deutschland

Wassertourismus nicht gefährden – wichtiger Wirtschaftsfaktor im Land

Gewässer Prerow-Zingst, Foto Joachim Kloock

Gewässer um Zingst, Foto: Joachim Kloock

6.7.2016 – Den Wassertourismus und die Binnenschifffahrt in Mecklenburg-Vorpommern weiter zu stärken war am Dienstag Thema im Landtag in Schwerin. Anlass der Diskussion war unter anderem, dass im Rahmen des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“ beispielsweise geprüft wird, Fließgewässer zu renaturieren. „Der Wassertourismus in Mecklenburg-Vorpommern spielt eine herausragende Rolle als Wirtschaftsfaktor sowie bei der Entwicklung der ländlichen Räume. Renaturierungen könnten zu eine Einschränkung der wassertouristischen Nutzung in diesen Gebieten bis hin zum Entzug von Wassertourismusrevieren bedeuten. Das können wir nicht hinnehmen. Hier müssen wir als Tourismusland ganz genau hinschauen. Ich plädiere dafür, dass wir uns gemeinsam ressortübergreifend für die Interessen des Wassertourismus und der Binnenschifffahrt beim Bund einsetzen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe im Landtag.

Touristiker und Verbände der Bundesländer einbeziehen

„Wir müssen uns als Land für die Erhaltung der wichtigen vernetzten Wasser-Verkehrsadern gegenüber dem Bund einsetzen“, mahnte Glawe weiter. Darüber hinaus müssen auch die anderen Bundesländer an dem Entscheidungsprozess beteiligt werden. „Aber nicht nur die Verkehrs- und Umweltbereiche, sondern auch der Tourismus- und Wassersportbereich muss auf ministerieller und Verbandsebene einbezogen werden, damit diese Belange aufgenommen werden können. Um die Erfolgsgeschichte der Branche fortzusetzen, sind abgestimmte Prozesse mit der Regionalentwicklung, der Branche und Tourismusverbänden sowie mit unseren Nachbarländern Brandenburg und Berlin notwendig“, forderte Glawe. Das Bundesprogramm wird derzeit gemeinsam vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) entwickelt und soll vom Bundeskabinett Ende 2016 als Handlungsrahmen für die nächsten Jahre beschlossen werden. Derzeit werden die fachlichen und konzeptionellen Grundlagen erarbeitet.

Wirtschaftsminister sieht Entwicklung mit Sorge

Der Wirtschaftsminister sieht die Entwicklungen und Bestrebungen auf Bundesebene im Bereich der Bundeswasserstraßen infolge der Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sowie durch neue Bundesprogramm „Blaues Band“ mit Sorge. „Wohl keine andere Branche ist so breit aufgestellt wie der Wassertourismus. Auch die Binnenschifffahrt ist eng mit anderen Urlaubsformen im Land verbunden. Wasser spielt bei uns im Tourismus eine große Rolle und die Naturressource und natürlichen Voraussetzungen bieten dem Land Alleinstellungsmerkmale innerhalb Deutschlands und Europa. Das Land nimmt aufgrund seiner zentralen Lage im europäischen Wasserstraßennetz eine besondere Stellung und Funktion ein“, betonte Glawe.

350 Wasserwanderrastplätze, über 20.000 Liegeplätze

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es derzeit 350 Wasserwanderrastplätze, Marinas und Sportboothäfen mit 14.000 Liegeplätzen an der Küste und 7.725 Liegeplätzen im Binnenland. „Der Wassertourismus ist einer der Hauptmärkte der touristischen Entwicklung im Land. Er ist eine Wachstumsbranche mit überdurchschnittlich gestiegenen Bruttoumsätzen“, sagte Glawe. In den vergangenen untersuchten 10 Jahren haben sich die Bruttoumsätze auf 494 Millionen Euro verdreifacht. 1.400 Anbieter sind mit rund 7.000 Beschäftigten in diesem Bereich tätig. Der Anteil des Wassertourismus in der Tourismuswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern beträgt ca. 10 Prozent. „Dauerhafter Erfolg beruht auf Investitionen an den richtigen Standorten beispielsweise zur Herstellung eines Sportboothafennetzes“, sagte Glawe. Das beträfe sowohl gewerbliche Investitionen in touristische Einrichtungen im Wassertourismus (Marinas, Sportboothäfen), aber auch Investitionen in die touristische Infrastruktur. „Wer durch das Land reist, sieht am Wasser neben einer einzigartigen Naturausstattung Seebrücken, Schiffsanleger, Wasserwanderrastplätze, Anlegestellen, Strandpromenaden, Badestellen, Rettungstürme und barrierefreie Strandabgänge, die genutzt und besucht werden.“

Über eine halbe Milliarde Euro für den Wassertourismus

Insgesamt hat das Wirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern von 1990 bis heute (Stand Ende Juni 2016) 343 wassertouristische Infrastrukturmaßnahmen gefördert. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 527,6 Millionen Euro, die Förderung betrug rund 370 Millionen Euro. Im Bereich des Gewerbes wurde in 150 Sportboothäfen und Marinas rund 252 Millionen Euro investiert. Sie wurden mit 90,6 Millionen Euro an Investitionsförderung unterstützt. Die Mittel der Zuschüsse vom Wirtschaftsministerium stammen aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und unter anderem aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Laut der vom Wirtschaftsministerium beauftragten Landeswassertourismuskonzeption Seen- und Flusslandschaft Mecklenburg-Vorpommern aus dem Jahr 2014 belaufen sich die wirtschaftlichen Effekte auf einen Umsatz von 199 Millionen Euro pro Jahr, 98 Millionen Euro Einkommenseffekte pro Jahr und rund 3.000 Vollzeitarbeitskräfte sind beschäftigt. In gewässerreichen Regionen können Umsätze aus den Bereichen Bootstourismus mit Motorbootfahren, Segeln, Kanufahren, Hausbootfahren mit Charterbooten, Surfen, Wasserski, Tauchen, Angeln genauso erzielt werden wie aus verschiedenen Bereichen der Schifffahrt. Hierzu zählen die Bereiche der Fahrgast- und Traditionsschifffahrt sowie Flusskreuzfahrt. Download der Studie „Landeswassertourismuskonzept Seen- und Flusslandschaft MV 2014“ unter Service->Publikationen->Tourismus:www.wm.mv-regierung.de.