MV treibt Vereinheitlichung des Abiturs in Deutschland voran

Minister Brodkorb: Alle Bildungsminister müssen Kompromisse machen

Schüler, Foto/Quelle: Pressestelle BM M-V

Schüler, Foto: Presse BM M-V

28.6.2016 – Mecklenburg-Vorpommern hat sich innerhalb der Kultusministerkonferenz (KMK) für eine weitere Vereinheitlichung des Abiturs in Deutschland stark gemacht. In der jüngsten KMK-Sitzung haben sich die Länder darauf verständigt, die Vereinbarung zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe zu überarbeiten, die Spielräume enger zu fassen und sich dadurch weiter anzunähern. Die neuen Regelungen sollen deutschlandweit für Schülerinnen und Schüler gelten, die im Jahr 2018 in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe (Klasse 10) eintreten. „Bei der Vereinheitlichung des Abiturs hat Mecklenburg-Vorpommern innerhalb der KMK eine wichtige Rolle übernommen“, betonte Bildungsminister Mathias Brodkorb. „Ich freue mich sehr darüber, dass die anderen Länder unseren Vorschlägen gefolgt sind. Ich danke dem Leiter unserer Schulabteilung, Thomas Jackl, der den Vorsitz der Arbeitsgruppe ‚Gymnasiale Oberstufe‘ des Schulausschusses übernommen hat. Er konnte damit an herausgehobener Stelle dieses wichtige bildungspolitische Vorhaben voranbringen. Die Arbeit ist aber noch nicht zu Ende. Als Nächstes müssen sich die Länder auf einheitliche Bewertungsmaßstäbe einigen“, so Brodkorb. Dabei müssten alle Bildungsminister Kompromisse machen. Er sei dazu bereit.

Die Änderungen der Oberstufenvereinbarung im Überblick

  • Die Schülerinnen und Schüler belegen in der Qualifikationsphase mindestens vier Schulhalbjahre durchgängig in einem der naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Chemie, Physik.
  • Die Anzahl der belegten Halbjahreskurse muss die Anzahl der in die Gesamtqualifikation einzubringenden Schulhalbjahresergebnisse um mindestens zwei übersteigen.
  • Die Schülerinnen und Schüler belegen zwei bis vier Fächer auf erhöhtem Anforderungsniveau.
  • Auf grundlegendem Niveau werden Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen 3- oder 4-stündig unterrichtet, die übrigen Fächer 2- oder 3-stündig.
  • Insgesamt müssen 32 bis 40 Schulhalbjahresergebnisse in die Gesamtqualifikation eingebracht werden.
  • Die Länder können bis zu zwei Prüfungsfächer auf erhöhtem Anforderungsniveau doppelt gewichten.
  • Unter den eingebrachten Schulhalbjahresergebnissen dürfen höchstens 20 Prozent mit weniger als 5 Punkten bewertet sein.

Um die neuen Regelungen umzusetzen, muss das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur vier Verordnungen überarbeiten. Die Abiturprüfungsverordnung, die Verordnung zur Arbeit und zum Ablegen der Abiturprüfung am Abendgymnasien, die entsprechende Verordnung für die Fachgymnasien sowie die Verordnung zum Ablegen des Abiturs für Nichtschüler müssen geändert und sollen in einer einzigen Verordnung zusammengeführt werden.

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