Wie führt man eine Biotonne ein? Griechische Inseln wollen Erfahrungen aus Vorpommern nutzen

17.6.2016 – Griechische Inseln der Nordägäis wollen ihre Müll- und Abfallentsorgung nach deutschem Vorbild organisieren. Deshalb wird in der kommenden Woche (21. – 24.6.) eine große Delegation in Vorpommern erwartet. Ihr gehören unter anderem Bürger- und Vizebürgermeister aus vielen Städten der Teilregion an sowie ein Vertreter des Ministeriums für Energie, Umwelt und Klimaschutz. Auf die Gäste warten ein straffes Besuchsprogramm und ein intensiver Fachaustausch in Sachen Müllentsorgung. So besuchen sie den Eigenbetrieb für Abfallwirtschaft des Landkreises Vorpommern-Rügen, um sich über Organisation, Strukturen, aber auch Satzung und Gebühren der kommunalen Abfallwirtschaft in einem Landkreis zu informieren. Insbesondere geht es ihnen auch um die Einführung einer Biotonne auf ihren Inseln. Außerdem besichtigen sie die Müllumschlagstation in Samtens, wo unter anderem getrennte Müllsammlungen, aber auch Bio- und Grünabfall umgeschlagen werden. Weitere Stationen sind das Kompostwerk Reinberg oder die Biomassenheizanlage in Kaschow. Griechische Restaurantbetreiber sind insbesondere an der Aufbereitung von Restaurant- und Küchenabfällen interessiert. Hierzu geben Vertreter der Entsorgungsfirma Nehlsen in Samtens ihre Erfahrungen weiter. Am Mittwoch, dem 22. Juni, werden die Gäste um 12:30 Uhr von Greifswalds Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder im Greifswalder Rathaus empfangen, am Abend vom Landrat des Landkreises Vorpommern-Rügen, Ralf Drescher.

 Die Teilregion der Nordägäis, bestehend aus den Inseln Samos, Ikaria, Fourni und Thymaina hatte im vergangenen Jahr  Interesse an einer Zusammenarbeit mit Greifswald und der Region bekundet, da diese die sie interessierenden Aspekte kommunaler Arbeit besonders gut abbilden. Außer der Abfallwirtschaft interessieren die Griechen die Tourismusentwicklung, die Seerettung sowie  eine mögliche Hochschulkooperation mit der Ägäis-Universität. Nach mehreren Vorgesprächen ist dies nun das erste intensive Fachtreffen. Der Kontakt zu den Gästen wurde durch die Deutsch-Griechische Versammlung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Berlin initiiert. Im Gegensatz zu den klassischen Städtepartnerschaften zielen diese Kontakte auf einen konkreten Erfahrungsaustausch ab. Die Themen der Zusammenarbeit werden von der griechischen Partnerkommune bestimmt.

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