Überbetriebliche Ausbildung im Handwerk in M-V wird gestärkt

Handwerk ist zuverlässiger Partner in der Ausbildung – Unterstützung für ausbildende Betriebe 

Wirtschaftsministerium unterstützt Ausbildung im Handwerk: Beim jährlich stattfindenden Hoffest der Handwerkskammer Schwerinüberreichte Wirtschaftsminister Glawe einen Zuwendungsbescheid für die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) in Höhe von 640.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) an die Kammer. Die Lehrgänge sind Teil der fachpraktischen Ausbildung im Handwerk und ergänzen die betriebliche Ausbildungsleistung. „Vor allem kleinere Handwerksbetriebe haben nicht immer die Möglichkeit, alle notwendigen Bereiche einer Ausbildung fachlich abzudecken. Hier unterstützt das zusätzliche Angebot, um die jungen Menschen vollumfänglich in neueste technische und wirtschaftliche Methoden einzuweisen. Gleichzeitig werden die Handwerksbetriebe deutlich bei den Ausbildungskosten entlastet“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe vor Ort. In den mehr als 7.600 Mitgliedsbetrieben der Handwerkskammer Schwerin arbeiten rund 35.000 Beschäftigte, davon mehr als 1.800 Auszubildende. Im Jahr 2015 nahmen rund 2.400 Teilnehmer an 266 ÜLU-Lehrgängen im Kammerbezirk teil. Aufgabe der Zusatzkurse ist es, eine breite einheitliche Grundausbildung und die Anpassung an den technischen Fortschritt sicherzustellen. Unternehmen erhalten dadurch in der Grundstufe bis zu 80 Prozent und in der Fachstufe bis zu 50 Prozent der förderfähigen Lehrgangskosten. Für die Internatsunterbringung der Auszubildenden während der Lehrgänge gibt es ebenfalls eine pauschalierte Unterstützung. „Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern auch weiterhin zuverlässig Ausbildungsplätze zur Verfügung stellt. Wir wollen mehr junge Menschen für das Handwerk begeistern und ihnen aufzeigen, dass es attraktive Aufstiegsmöglichkeiten gibt“, sagte Glawe.

„Meister-Extra“ für Meister-Absolventen

Das Wirtschaftsministerium honoriert den erfolgreichen Abschluss in Handwerk und Industrie mit dem „Meister-Extra“. Für die bestandene Meisterprüfung in Industrie und Handwerk gibt es das „Meister-Extra“ in Höhe von 1.000 Euro. Für 2016 sind Landesmittel in Höhe von 500.000 Euro vorgesehen, für das Folgejahr ebenso 500.000 Euro. „Wir wollen gestandene Handwerker motivieren, sich weiter zu qualifizieren und neuen Herausforderungen zu stellen. Vor allem mit Blick auf die in den nächsten Jahren anstehenden Betriebsübernahmen brauchen wir gut ausgebildete Fachkräfte im Land“, sagte Glawe.

Hilfen bei Betriebsübernahmen und Existenzgründungen

Unternehmensnachfolgen im Handwerk werden durch das Wirtschaftsministerium gefördert. Handwerker, die einen Betrieb übernehmen wollen, werden mit einem einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschuss zum Lebensunterhalt, der sogenannten „Meisterprämie“, unterstützt. Handwerker, die sich eine Existenz aufbauen wollen, können ein Mikrodarlehen erhalten. Das gilt auch für eine Betriebsübernahme. Dafür können verzinsliche, rückzahlbare Mikrodarlehen in Höhe von bis zu 20.000 Euro gewährt werden. Weitere Informationen stehen auf der Internetseite des Wirtschaftsministeriums unter dem Themenpunkt Handwerk – Förderung im Handwerk. Zusätzlich haben das Wirtschaftsministerium, die Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammern sowie die Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern ein weiteres Projekt gestartet, das sich der Unternehmensnachfolge widmet. Dieses beinhaltet unter anderem Unterstützung bei der Suche nach einem Nachfolger, Gespräche mit möglichen Übergebern/Nachfolgern und Unterstützung bei der Erstellung eines Übergabefahrplanes. Weitere Informationen gibt es unter http://www.regierung-mv.de/Landesregierung/wm/wirtschaft/Entrepreneurship/Unternehmensnachfolge.

Informationen zum Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern

Mehr als 21.200 Handwerksbetriebe in ganz Mecklenburg-Vorpommern mit rund 102.000 Beschäftigten und derzeit rund 5.000 Lehrlingen erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von rund 9 Milliarden Euro. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern etwa 10 Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden.

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