Landesforst noch breiter aufstellen – „Kontinuität im Wandel“

Moorwanderung in Vorpommern, Foto: TMV

Moorwanderung in Vorpommern, Foto: TMV

26.5.2016 – Auf einem Festkolloquium anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Landesforstanstalt in Basepohl (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) richtete Mecklenburgs Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute den Blick auf neue Geschäftsfelder. Dabei bescheinigte er insbesondere der naturnahen Forstwirtschaft großes Potenzial, um die Landesforstanstalt noch breiter aufzustellen. „Kontinuität im Wandel ist seit jeher das Erfolgsrezept der Landesforstanstalt. Wir haben uns in der Vergangenheit im bundesweiten Vergleich eine Vorreiterrolle erarbeitet, auf die es aufzubauen gilt“, betonte der Minister. Geschäftsfelder sollen verbreitert oder neu erschlossen, Einnahmen gestreut werden. Gute Ansätze sieht er in der naturnahen Forstwirtschaft, die insbesondere dem Klimaschutz Rechnung trägt: „Auch wenn es derzeit noch Kenntnislücken über Ausmaß und Tempo des Klimawandels gibt, wäre es unverantwortlich, wenn die Forstwirtschaft diese Entwicklung nicht weiter verfolgen würde.“ Bereits 2010 hat das Agrarministerium deshalb ein Maßnahmenkonzept zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel erarbeitet, das nicht nur für die Baumartenwahl im Rahmen von Aufforstungen maßgebend ist, sondern mit dem sich auch „klimabedingte Risikogebiete“ identifizieren lassen. Dazu zählen beispielsweise Regionen, in denen künftig verstärkt mit einem Wassermangel zu rechnen ist. Flankiert werden sollen forstliche Anpassungsstrategien mit umweltpolitischen Maßnahmen –„nur so können wir dem Ausstoß von Treibhausgasen langfristig etwas entgegen setzen.“ Ein wichtiger Bestandteil dabei ist das Moorschutzkonzept, das 2009 unter Minister Dr. Backhaus fortgeschrieben wurde. „Waldmoore nehmen im Land insgesamt rund 60.000 ha ein. Viele davon sind mehr oder weniger stark entwässert und belasten die Umwelt mit Treibhausgasen.“ Allein von 2000 bis 2014 wurden vom Land auf 3.400 ha Waldmoore renaturiert (ca. 8 % der entwässerten Waldmoore). Von besonderer Bedeutung sei auch die Erstaufforstung wiedervernässter Moore zur Holzproduktion. Dazu sieht das Moorschutzkonzept eine Aufforstungsfläche von insgesamt 10.000 ha vor. „Der Holzmarkt ist noch immer die Achillesferse der Landesforstanstalt. 2015 sicherte der Holzverkauf noch über 80% der Einnahmen. Der hohe Umsatzanteil verdeutlicht einerseits die guten Absatzmöglichkeiten für fast alle Rohholzsortimente der Landesforstanstalt. Anderseits birgt die einseitige Ausrichtung auf lange Sicht konjunkturelle Risiken“, so der Minister. Entwicklungsmöglichkeiten sehe er daher auch in erneuerbaren Energien, im Tourismus, in der Bildungs- und Waldpädagogik sowie in der Jagd. „Die Jagdausübung im Wald erhebt den Anspruch, Wildschäden zu vermeiden und einen gesunden und artenreichen Wildbestand zu erhalten. Wald und Wild stellen demnach keinen Widerspruch dar, jedoch müssen Forstpraktiker und Wissenschaftler künftig noch intensiver an Strategien arbeiten, mit denen ein Gleichgewicht zwischen Wald- und Artenschutz hergestellt werden kann“, sagte Dr. Backhaus. Von den 195.000 Hektar Wald (35% des Gesamtwaldes in M-V), die die Landforstanstalt aktuell bewirtschaftet, werden drei Viertel jagdlich genutzt. Seit 2006 wurden 190.000 Stück Schalenwild erlegt und vermarktet.

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