Thema im Landtag – Diskussion über Förderung touristischer Großprojekte in Mecklenburg-Vorpommern

Vorhaben werden mit Augenmaß geprüft – Gästeerwartungen haben sich verändert

Ostseebad Warnemünde, Foto: Joachim Kloock

Ostseebad Warnemünde, Foto: Joachim Kloock

25.4.2016 – Am Freitag ist im Schweriner Landtag über die Förderung touristischer Großprojekte in Mecklenburg-Vorpommern diskutiert worden. Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe verdeutlichte, dass im Bereich der Hotel- und Bettenförderung eine Vielzahl von Kriterien genutzt werde, ehe eine Entscheidung falle. Dabei handele es sich unter anderem um Fragen der Qualität, Auslastung und Anzahl der bereits vorhandenen Betten in der Region sowie der Rentabilität des Vorhabens gemessen am Umfang der zu schaffenden Zusatzangebote. „Der Tourismus ist in Mecklenburg-Vorpommern einer der wichtigsten Wirtschaftsbereiche. Unser Ziel ist es, Kapazitätserweiterungen dem Bedarf entsprechend zu unterstützen und ein Überangebot zu vermeiden. Wir prüfen jedes Vorhaben einzeln und mit Augenmaß“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe vor Ort.

Wertschöpfung der angebotenen Hotelbetten gesteigert – touristische Anbieter setzen verstärkt auf saisonverlängernde Maßnahmen

In Mecklenburg-Vorpommern gab es im Jahr 2011 in Hotels, Gasthöfe und Pensionen knapp 86.800 Schlafgelegenheiten. Im Jahr 2015 betrug die Anzahl nur noch 85.700. Die Auslastung in Hotels, Gasthöfen und Pensionen stieg im gleichen Zeitraum von 41 auf 43 Prozent. „Neben der rein zahlenmäßigen Entwicklung der Übernachtungsmöglichkeiten spielen qualitative Aspekte der Angebote eine wesentliche Rolle. Die touristischen Anbieter müssen sich neuen Trends anpassen, um am Markt weiterhin bestehen zu können. Investitionen in saisonverlängernde Maßnahmen wie beispielsweise Wellness- und Gesundheitsangebote sind dabei Grundvoraussetzung. Die Gäste von heute sind gesundheitsbewusster und erwarten entsprechende Leistungen. Diese Marktanpassungen können wir mit Fördermitteln unterstützen“, hob Glawe hervor.

Landestourismuskonzeption wird derzeit erarbeitet

Grundlage der künftigen Ausrichtung der touristischen Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern wird die derzeit neu entstehende Landestourismuskonzeption. Sie hat zunächst die Aufgabe, den erreichten Stand der touristischen Entwicklung zu evaluieren sowie gesetzte Ziele und Leitlinien auf Umsetzung und Wirksamkeit zu überprüfen. Zentraler Bestandteil dieses Teils der Konzeption ist eine wissenschaftlich fundierte Ist-Analyse, die die mit dem Tourismus einhergehenden Effekte für die Volkswirtschaft – direkt und indirekt – umfassend auswertet und darstellt. Dabei geht es unter anderem um Ausbau und Förderung des saisonal übergreifenden Tourismus, Entwicklung ländlicher Räume, grenzüberschreitende Kooperationen, Werbung um ausländische Gäste, barrierefreie Angebote und Nachhaltigkeit. In die Betrachtung mit einbezogen werden auch die rechtlichen Rahmenbedingungen in Mecklenburg-Vorpommern, wie zum Beispiel Bäderverkaufsordnung MV und Kurortgesetz, die Einfluss auf die touristische Entwicklung des Landes haben. Die Ergebnisse sollen im Sommer 2016 vorliegen. „Auf Grundlage der Ergebnisse werden wir zukunftsfähige Schwerpunkte für die weitere touristische Entwicklung identifizieren“, sagte Glawe.

Tourismuszahlen für Mecklenburg-Vorpommern

Mit 29,5 Millionen Übernachtungen und 7,4 Millionen Gästeankünften war 2015 das bisher erfolgreichste Jahr für den Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern (+2,6% bzw. +2%). Die Tourismusbranche mit ihren circa 173.000 direkt und indirekt Beschäftigten und einem Bruttoumsatz von rund 5,1 Milliarden Euro gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in Mecklenburg-Vorpommern.

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