Diplomgrad soll bundesweit anerkannt werden

Akkreditierungsagenturen dürfen sich nicht über Landesrecht stellen

Zeugnis, Grafik/Quelle: experto.deWissenschaftsminister Mathias Brodkorb setzt sich für eine bundesweite Anerkennung des Diploms ein. Nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe zum derzeitigen Akkreditierungswesen von Studiengängen sieht der Minister dafür gute Chancen. Außerdem fordert er seine Länderkollegen auf, das Akkreditierungswesen zu verändern und die in der Vergangenheit gemachten Fehler des Bologna-Prozesses zu korrigieren. „Das Diplom genießt in der Fachwelt hohes Ansehen und steht für eine hochqualifizierte Ausbildung“, betonte Wissenschaftsminister Mathias Brodkorb. „Mit der Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge in Deutschland ist fast zeitgleich ein Beschluss der Länder gefasst worden, wonach die Hochschulen ihre Studiengänge in aufwändigen und teuren Verfahren bei Akkreditierungsagenturen überprüfen lassen müssen. Es kann aber nicht sein, dass sich die Akkreditierungsagenturen über das Landesrecht stellen. Unser Landeshochschulgesetz sieht eine Verleihung des Diplomgrads ausdrücklich vor“, sagte Brodkorb. An der Fachhochschule Stralsund und an der Universität Rostock können Absolventinnen und Absolventen in insgesamt fünf Studiengängen anstelle des Bachelor- oder Mastergrades den Diplomgrad erhalten.

Die Hochschulen haben von einer entsprechenden Regelung im Landeshochschulgesetz Gebrauch gemacht. Die zuständigen Akkreditierungsagenturen haben jedoch die Akkreditierung dieser Studiengänge aufgrund der Option „Diplom“ versagt. Die Fachhochschule hat sich im Mai 2014 entschlossen, vor dem Verwaltungsgericht Greifswald Klage gegen die zuständige Akkreditierungsagentur einzureichen. Das Land unterstützt diese Klage beispielsweise, indem es die finanziellen Kosten des Verfahrens für die Fachhochschule trägt. „Das Land steht zu seiner Zusage und wird die Fachhochschule Stralsund bei diesem Vorhaben mit allen Kräften unterstützen“, betonte Wissenschaftsminister Mathias Brodkorb. „Darüber hinaus ist jetzt der geeignete Zeitpunkt, die Qualitätssicherung von Studiengängen neu zu organisieren. Die Hochschulrektorenkonferenz hat vor fast sechs Jahren mit den ‚Institutionellen Audits‛ einen guten Ansatz gegeben. Es ist Zeit, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren und die Qualitätssicherung an den Hochschulen in jene Hände zu geben, die davon am meisten verstehen: die Hochschulen“, so Brodkorb.

 

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