Untersuchungsergebnisse zu Kinder- und Jugendübernachtungsstätten vorgestellt

Qualität, Zertifizierung und Vermarktung der Angebote stehen im Fokus

Schwimmen, Foto: Joachim Kloock

Ferienkinder in der Schwimmhalle, Foto: Joachim Kloock

Wirtschaftsminister Harry Glawe hat in Schwerin Ergebnisse einer Untersuchung der Kinder- und Jugendübernachtungsstätten mit touristischer Ausrichtung in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt. „Der Kinder- und Jugendreisebereich ist von großer Bedeutung für die touristische Entwicklung im Land. Um den Bereich strategisch weiter zu entwickeln, haben wir ihn detailliert unter die Lupe genommen, um künftige Handlungsbedarfe zu identifizieren. Die 162 Einrichtungen im Land sind gut aufgestellt. Zukünftig wollen wir die Themen Qualität, Zertifizierung und Vermarktung der Angebote noch verstärken“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe am Montag in Schwerin.

162 Kinder- und Jugendübernachtungsstätten in Mecklenburg-Vorpommern – Zertifizierung als Marketing-Instrument nutzen

Insgesamt wurden im Jahr 2015 nach Angaben des Statischen Amtes rund 266.000 Ankünfte und knapp 872.000 Übernachtungen registriert. Grundlage der Zahlen sind 100 erfasste Jugendherbergen, jugendherbergsähnliche Einrichtungen und Hütten. Nicht in der Statistik gezählt sind weitere Übernachtungsstätten für Kinder und Jugendliche – beispielsweise fehlen Hostels, Jugendgästehäuser, Jugendhotels, Jugendbegegnungsstätten, Ferienparks und Jugenddörfer. Im Ergebnis der Untersuchung zu den Kinder- und Jugendübernachtungsstätten wird von insgesamt 162 Einrichtungen im Land ausgegangen. „Die Zahlen zeigen, dass wir ein vielfältiges Angebot an Kinder- und Jugendübernachtungsstätten bieten können. Das Segment bietet viel Potential für die touristischen Anbieter. Es lohnt sich, intensiv um die Zielgruppe zu werben“, sagte Glawe. 14 Prozent der Angebote haben eine QMJ-Basiszertifizierung (QMJ = Qualitätsmanagement Kinder- und Jugendreisen vom BundesForum Kinder- und Jugendreisen e.V.), 28 Prozent eine QMJ-Klassifizierung nach Sternen. „Qualität ist ein starkes Entscheidungskriterium für einen Urlaubsort. Mit einer Zertifizierung können die Übernachtungsstätten noch besser punkten. Gerade Gäste von außerhalb, wie beispielsweise Schulklassen aus anderen Bundesländern, benötigen einen umfassenden Überblick, um ihre Zielauswahl treffen zu können. So ist dann auch eine einheitliche, landesweite Vermarktung möglichst aller Kinder- und Jugendunterkünfte möglich“, sagte Glawe.

Ausgewählte Eckdaten im Überblick:

  • Insgesamt stehen in 162 Einrichtungen mehr als 22.000 Schlafplätze in Kinder- und Jugendeinrichtungen zur Verfügung
  • Mit insgesamt mehr als 8.500 Schlafplätzen führen die Jugendcamping-/Jugendzeltplätze das Ranking an, gefolgt von den Jugendherbergen (mehr als 4.600) und den Ferienparks/Ferienstätten mit insgesamt mehr als 3.600.
  • Quellmärkte der Gäste sind Berlin (54 %), Mecklenburg-Vorpommern (52 %) und Brandenburg (33 %)
  • Je Unterkunft werden durchschnittlich zehn Mitarbeiter beschäftigt
  • Breite Palette an Freizeitmöglichkeiten: umweltpädagogische, erlebnisorientierte und kreative Angebote

Die Untersuchung wurde vom Kieler NIT („news insight for tourism“), einem Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Europa in der Zeit von Dezember 2015 bis März 2016 erstellt. Im Rahmen der Untersuchung wurden Kinder- und Jugendübernachtungsstätten in Mecklenburg-Vorpommern identifiziert, kategorisiert und bewertet. Dazu gehören alle Unterkünfte, die ein Übernachtungsangebot bereitstellen, das sich gezielt an Kinder und Jugendliche ohne Begleitung erziehungsberechtigter Erwachsener richtet (kein Familienurlaub). So wurden neben quantitativen Merkmalen (beispielsweise betriebswirtschaftliche Kennzahlen, Größe der Einrichtung und Anzahl der Mitarbeiter) auch qualitative Merkmale erfasst (Infrastruktur, Alleinstellungsmerkmale). Die Untersuchungsergebnisse stehen unter www.wm.mv-regierung.de in der Rubrik Publikationen zum Download bereit.

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