Archiv für 3. April 2016

Im Sägewerk Malchow fallen wieder Späne – „starkes Signal für Branche

Bewachsener Holzstamm, Foto: Martina Wichor

Bewachsener Holzstamm, Foto: Martina Wichor

1.4.2016 – Das Laubholzsägewerk der Firma Pollmeier in Malchow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) hat heute seine Produktion wieder aufgenommen. Anlässlich der Wiedereröffnung traf sich Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, heute vor Ort mit Vertretern des Cluster Forst und Holz zu einem Runden Tisch, bei dem die Stärkung der regionalen Wertschöpfungskette Holz im Fokus stand. „Ich freue mich sehr, dass sich das Holzsägewerk für einen Neustart am alten Standort in Malchow entschieden hat. Vor allem für die Region ist es wichtig, dass Arbeitsplätze entstehen. Rund fünf Millionen Euro sollen künftig in die Modernisierung des Werkes investiert werden, 70 Mitarbeiter sollen eingestellt werden. Besonders begrüße ich die innovativen, technologischen Ansätze der Firma bei der Verarbeitung von Laubhölzern, wie der Buche. Mit dem Furnierschichtholz hat das Unternehmen ein völlig neues Produkt entwickelt, das vor allem in der Möbelherstellung und im Innenausbau eingesetzt wird. Die Wiedereröffnung ist ein starkes Signal für die Holz- und Forstwirtschaft bei uns im Land und beweist, dass MV für die Branche ein interessanter Standort bleibt“, betonte Dr. Backhaus. Im Anschluss an eine Werksführung nahm der Minister gemeinsam mit Vertretern des Clusters Forst und Holz an einem Runden Tisch teil, an dem er gemeinsam mit Waldbesitzern, der Sägeindustrie, dem Holzhandel, dem Tischlerei- und Baugewerbe sowie dem Landesbeirats Holz MV Möglichkeiten zur Steigerung der Holzverwendung diskutierte. Ca. zwei Mio. m³ Rundholz würden die Waldbesitzer in MV jährlich für die weitere stoffliche und energetische Verwendung bereitstellen. Der Minister wies daraufhin, dass insbesondere in der Baubranche in den vergangenen Jahren mehr Holz zum Einsatz gekommen ist: „Während 2006 die Holzbauquote im Wohnungsbau bei 12% lag, beträgt sie nunmehr 15%.“ Um die im Zuge der weiterentwickelten Holzbautechniken und Holzprodukte entstandenen vielfältigen und nachhaltigen Einsatzmöglichkeiten des Rohstoffes noch bekannter zu machen, müsse allerdings noch mehr Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden. „Holz verfügt über eine außerordentlich positive Öko-Bilanz. Bei der Holzbe- und -verarbeitung entstehen praktisch keine Abfälle, sondern immer wieder verwertbare Produkte und Energieträger. Damit leistet der Einsatz von Holz auch einen Beitrag zum Klimaschutz, aber natürlich nur, wenn wie bei uns im Land ein ausgewogenes Verhältnis zwischen forstwirtschaftlicher Nutzung und Waldnaturschutz besteht.“ Dr. Backhaus bescheinigte dem Cluster Forst und Holz MV in Malchow „eine deutlich größere volkswirtschaftliche und arbeitsmarktpolitische Bedeutung als weithin angenommen“. Das Cluster umfasse ca. 2.450 Unternehmen mit rund 14.300 Beschäftigten und einem Umsatz von 1,5 Milliarden €. Fester Bestandteil des Clusters sei die sogenannte erste Verarbeitungsstufe. Dazu zählten Werke der Säge- und Holzwerkstoffindustrie, von denen es im Land 25 mit einer Verarbeitungskapazität von jährlich insgesamt 3,6 Mio. m³ Rundholz gebe. Bundesweit zählt die Forst- und Holzwirtschaft rund 1,1 Mio. Beschäftigte und einen jährlichen Umsatz von 1,5 Milliarden €.

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Ein Jahr ohne Milchquote – „Gesetze können Marktkräfte nicht aushebeln“

Kühe, Foto: Joachim Kloock

Kühe, Foto: Joachim Kloock

31.3.2016 – Ein Jahr ist es her, seitdem die Milchquote im Zuge der EU-Agrarreform am 1. April 2015 abgeschafft wurde und die Milchbauern wieder dem angebots- und nachfrageabhängigem Marktgeschehen ausgesetzt sind. Dazu stellt Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz heute in Schwerin fest: „Mit dem Auslaufen der Quotenregelung haben die Milcherzeuger und die Molkereien nicht nur das Recht, sondern auch die Verantwortung zurückerhalten, die Rohmilchmenge selbst zu bestimmen. Das fällt nach 30 Jahren Quotenregelung und damit einer ganzen Generation an Milcherzeugern und Molkereimanagern später natürlich nicht ganz leicht. Auch Erfahrungen aus anderen Sektoren sind nur bedingt hilfreich. Milch ist nun mal ein besonderes Gut, das jeden Tag anfällt und frisch verarbeitet werden muss. Getreide kann auch mal eine gewisse Zeit eingelagert und später vermarktet werden.“ „In Vorbereitung auf das Quotenende wurde aber auch immer wieder darauf verwiesen, dass Marktschwankungen zunehmen und, dass sich die Milcherzeuger darauf vorbereiten müssen. Das Ende der Quotenreglung ist nun zufällig in eine Krisenzeit gefallen, die den Transformationsprozess hin zu verlässlichen Mengenabgaben und stabilen Auszahlungspreisen zusätzlich erschwert. Gesetzliche Regelungen können die Kräfte des globalen Marktes nicht aushebeln und würden letztlich eine Kehrtwende in der Politik zurück zu staatlicher Steuerung bedeuten.“

„Es bedarf in erster Linie veränderter Beziehungen zwischen Milcherzeugern und Molkereien, beide Partner müssen hier gemeinsam neue Wege gehen. Angebot und Nachfrage müssen wieder ins Gleichgewicht gebracht werden, hier sind die Marktpartner, aber auch die Verbraucher gefragt. Sie müssen ihrer vielfach geäußerten Forderung nach guten Lebensmitteln aus heimischer Produktion auch flächendeckend Taten folgen lassen und die Arbeit der Landwirte an der Kasse entsprechend entlohnen. Hohe Qualität, mehr Tier- und Umweltschutz gibt es nicht zum Nulltarif.“ „Als Landwirtschaftsminister und Vorsitzender der Agrarministerkonferenz 2016 betrachte ich es dennoch als meine Aufgabe und meine Pflicht den Bauern in MV den Rücken zu stärken. Für den 5. April habe ich deshalb den „Runden Tisch Milch“ einberufen. Auch auf den kommenden Agrarministerkonferenzen im April und im September werde ich die Situation der Landwirtschaft weiter fest im Blick behalten. Die Marktpartner rufe ich bei den laufenden Vertragsverhandlungen dazu auf mit Augenmaß vorzugehen: Molkereien müssen ihr Angebot stärker bündeln, um erfolgreicher am Markt agieren zu können. Der stark konzentrierte Lebensmitteleinzelhandel darf den Bogen nicht überreizen, will er auch in Zukunft hochwertige Produkte aus heimischer Produktion anbieten. Nur gemeinsam wird es gelingen, die erfolgreiche Entwicklung der für MV so bedeutsamen Land- und Ernährungswirtschaft fortzusetzen.“