Ministerium lehnt Rankings von Schulen in MV zum Unterrichtsausfall ab

Landtagsopposition erfragt erneut schulgenaue Ausfallstatistik

Schule, Foto: Shutterstock

Schule, Foto: Shutterstock

31.3.2016 – In Mecklenburg-Vorpommern soll es seitens der Landesregierung keine schulgenaue Veröffentlichung der Daten zum Unterrichtsausfall geben. Das Bildungsministerium lehnt eine solche Veröffentlichung erneut ab. Die Landesregierung ist jedoch verpflichtet, kleine Anfragen zum schulgenauen Unterrichtsausfall zu beantworten. Die Grünen hatten in einer Kleinen Anfrage den Unterrichtsausfall und Vertretungsunterricht schulgenau im Schuljahr 2014/2015 abgefragt. „Rankings von Schulen zum Unterrichtsausfall und Vertretungsunterricht helfen niemandem weiter“, bekräftigte der Pressesprecher des Bildungsministeriums, Henning Lipski. „Das Ministerium sieht auch in diesem Jahr von einer Veröffentlichung ab, weil die Daten dazu geeignet sind, Missverständnisse auszulösen und einzelne Schulen in ein schlechtes Licht zu rücken“, so Lipski. Dies hätten die Lehrerinnen und Lehrer nicht verdient. Erziehungsberechtigte, Schüler- und Elternvertreter können selbstverständlich die Ausfallstatistik und Daten zum Vertretungsunterricht ihrer Schule erhalten. Die Weitergabe der Daten erfolgt durch das Bildungsministerium. Informationen bei aktuellem Ausfall erhalten Erziehungsberechtigte, Schüler- und Elternvertreter in gewohnter Weise durch die Schule. An den allgemein bildenden Schulen blieb der originäre Unterrichtsausfall im Schuljahr 2014/2015 mit 2,0 Prozent auf niedrigem Niveau. Er war damit genauso niedrig wie im Schuljahr 2012/2013. Dies ist der niedrigste Anteil an originär ausgefallenen Unterrichtsstunden seit Beginn der Erhebung. An den beruflichen Schulen lag der originäre Unterrichtsausfall im Schuljahr 2014/2015 bei 6,0 Prozent. Im Schuljahr 2013/2014 waren es 5,8 Prozent. Um die Zahl der Ausfallstunden an den beruflichen Schulen zu reduzieren, hat das Land in einem Modellvorhaben zusätzlich 18 Stellen für Vertretungslehrkräfte bereitgestellt. Dies entspricht einem Umfang von 1,3 Mio. Euro. Zehn Stellen sind für eine langfristige strategische Personalplanung gedacht. Acht Stellen kommen Schulen zu Gute, an denen der Unterrichtsausfall besonders groß ist. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es insgesamt 24 öffentliche berufliche Schulen. An fast jeder beruflichen Schule steht somit eine zusätzliche Stelle für eine Vertretungslehrkraft bereit.

Advertisements