Zirkeltraining für mehr Bewegungsfreude und bessere Behandlungserfolge in der geriatrischen Rehabilitation – Wirtschaftsministerium unterstützt innovatives Projekt

Tessiner Projekt wegweisend für ein aktives Betreuungskonzept für Senioren

18.3.2016 – Ein modernes Zirkeltraining wird zurzeit im Tessinum, einem Therapiezentrum für Altersmedizin, erprobt. Das innovative Projekt wird vom Wirtschaftsministerium unterstützt. Die geriatrische Rehaklinik ist unter dem Dach des Tessinums gemeinsam mit dem Pflege- und Betreuungszentrum und der ambulanten Alten- und Krankenpflege Bestandteil des Behandlungszentrums Tessin. Dazu gehören auch noch betreutes Wohnen und eine ambulante Physio- und Ergotherapie. „Mit dem Investitionsvorhaben ist der Ausbau des Therapiekonzeptes der geriatrischen Rehaklinik geplant, wobei die vorhandene Ausstattung an neue wissenschaftliche Entwicklungen der Rehabilitationsforschung angepasst wird“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe. „Im Rahmen des umfassenden Ausbaus des Therapiekonzeptes der Klinik wurde ein kombiniertes Kraft- und Ausdauerzirkeltraining mit altersgerechten Geräten aufgebaut, das sich gegenwärtig in einer Testphase befindet. Zusätzlich ist ein computergestütztes Therapieplanungssystem installiert worden, mit dem der laufende Betrieb und die Trainingsabläufe optimiert werden sollen. Das Tessiner Modell ist wegweisend für ein aktives Betreuungskonzept für Senioren“, lobte der Minister das Projekt.

Individuelles Zirkeltraining zur Unterstützung der Behandlungstherapie

Die Chefärztin des Tessinums, Dr. Antje Kloth, betonte: „Schon im Probebetrieb ist die Begeisterung für die neuen Sportgeräte und Bewegungsmöglichkeiten groß und die Behandlungszufriedenheit steigt“, so die Neurologin. „Alle Geräte sind angeschafft und werden gerade von unseren Patienten hochmotiviert auf ihre Praxistauglichkeit geprüft. Dabei handelt es sich um sportliche Einrichtungen, die speziell an unsere Nutzer mit einem Durchschnittsalter von 82 Jahren angepasst sind. Da geht es um niedrige Einstiegshöhen, sichere Sitz- und Standflächen, eine einfache Handhabung und die Vermeidung von Verletzungsrisiken.“ Nach Anpassung der räumlichen Bedingungen wurden ein Kraftzirkel, ein Ausdauerzirkel, ein Gleichgewichts- und Balancezirkel zur Sturzprävention sowie ein Armzirkel für die Schwerpunktbehandlung nach einem Schlaganfall sowie ein Entspannungsraum eingerichtet. Alle Sportgeräte mit Gewichtswiderständen können aufgrund ihres hydraulischen Kraftentfaltungsprinzips gelenkschonend und je nach Stärke und Konstitution des Rehapatienten eingesetzt werden. Äußerst beliebt sind die neuen Sitzcrosstrainer, mit denen auch Vitalparamenter wie die Herzfrequenz und Puls nachverfolgt werden können. Im Entspannungsraum mit Schallwellenmassage, Licht- und Aromatherapie findet die Einstimmung auf die sportliche Betätigung und sogleich auch die anschließende Ruhezeit statt.

„Auch wir betreten mit diesem Konzept Neuland und müssen die Abläufe und die gesundheitsfördernden Zirkelprogramme definieren“, so die Chefärztin. Für die fachgerechte Betreuung geriatrischer Patienten ist ein weitaus höherer Personalaufwand im Vergleich zu jüngeren Menschen notwendig. Allerdings ist längst bewiesen, dass gezielte Sportangebote und insbesondere auch Krafttraining für ältere Patienten von großer Bedeutung und positiver Wirkung sind . Die zusätzlichen Therapieeffekte sollen nicht nur im Rahmen von Gruppen- und Zirkeltraining, sondern bei Bedarf auch im Einzeltraining genutzt werden. Die Arbeit in Therapiegruppen soll gleichzeitig dazu beitragen, die Freude an der gemeinsamen Bewegung und sozialer Gemeinschaft zu fördern. Die Integration des computergestützten Therapieplanungsprogrammes ermöglicht eine effektivere Abstimmung der Therapeuten, Räumlichkeiten und Geräteauslastung. Im April soll der Testlauf abgeschlossen sein. „Dann werden wir unser neues Therapiekonzept im Rahmen einer großen Weiterbildungsveranstaltung erstmals öffentlich vorstellen“, kündigte Dr. Antje Kloth an.

Das Wirtschaftsministerium fördert das Therapiekonzept aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 100.000 Euro. Insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen auf 150.000 Euro. „Es ist wichtig, dass in einer älter werdenden Gesellschaft noch mehr Angebote auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnitten werden. Das sportliche Konzept ist ein hervorragendes Beispiel hierfür. Der Teilnehmer verbessert durch Übungen den eigenen Körper und Geist, Erfolge werden in Gruppen gemeinsam erlebt. Das sind auch Maßnahmen für ein längeres selbstbestimmtes Leben“, sagte Glawe abschließend. Das Pflege- und Betreuungszentrum Tessinumwurde vor 22 Jahren und die Geriatrische Rehaklinik mit 70 Betten vor 18 Jahren eröffnet. In der Rehaklinik werden vor allem ältere Patienten nach einer schweren Erkrankung oder einer größeren Operation wieder auf ein weitestgehend selbstständiges Leben vorbereitet. Durchschnittlich drei Wochen verweilen die Patienten in der Rehaklinik. Seit Bestehen wurden bereits 16.600 Patienten in der Rehaklinik betreut, im vergangenen Jahr 1.069 Senioren. Im Großraum Rostock stellt das Tessinum mit insgesamt 270 Mitarbeitern ein wichtiges Zentrum der modernen Altersmedizin dar. www.tessinum.de

Advertisements