Seniorentourismus im Fokus – internationales Projekt „CUBITUS“ gibt Handreichungen für Touristiker

Spezielle Angebote für Senioren notwendig – Kooperationen von Wissenschaft und Tourismus nutzen

Senioren im IGA-Park, Foto: Joachim Kloock

Senioren, Foto: Joachim Kloock

11.3.2016 – Das Thema Seniorentourismus stand im Mittelpunkt des internationalen Netzwerkprojektes „CUBITUS“ („Curriculum for sustainaible University Business Corporation in the Tourism Sector“). Mit einer Fachkonferenz fand das Projekt am Freitag in Schwerin seinen Abschluss. „Die Menschen werden älter, haben eine höhere Lebenserwartung und damit im Ruhestand mehr Zeit für Freizeitaktivitäten, wie etwa das Reisen. Die touristischen Dienstleister müssen sich auf die speziellen Bedürfnisse, Ansprüche und Wünsche dieser Zielgruppe noch besser einstellen. Im Ergebnis des internationalen Projektes CUBITUS sind Handreichungen für Touristiker entstanden, auch das Konzept für die Ausbildung der Berater steht. Nun geht es um die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft durch die Bildung langfristiger Partnerschaften und die Umsetzung der Erkenntnisse“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe vor Ort.

Tourismus-Berater unterstützt kleine und mittlere Unternehmen mit individuellem Programm

Im Rahmen des vor drei Jahren gestarteten Projektes wurde ein Trainingsprogramm zum sogenannten „Cubitus-Coach“ erarbeitet: Der zertifizierte „Berater im Tourismus“ soll dazu ausgebildet werden, in kleineren und mittleren Tourismus-Unternehmen vor Ort ein auf das Unternehmen zugeschnittenes Beratungsprogramm durchzuführen. Das Modell wurde bereits in Pilot-Coachings in verschiedenen Partnerländern getestet (Deutschland, Rumänien, Estland, Wales) und die Ergebnisse evaluiert. Weitere Ergebnisse des Projektes sind die Erstellung eines Handbuchs zum Seniorentourismus, eine Zertifizierungsmatrix sowie eine Evaluierung des Projektes. „Ich sehe in dem Thema großes Potential für die Touristiker. Senioren haben die Möglichkeit, ihre Urlaubszeiten selbst festzulegen. Mit der Schaffung von speziellen Angeboten für die älteren Reisenden können bessere Auslastungen auch außerhalb der Hochsaisonzeiten erreicht werden“, betonte Glawe.

Schweriner Fachhochschule des Mittelstandes leitet internationales Projekt

Projektpartner waren Hochschulen und Unternehmen aus Rumänien (Universität Suceava), Estland (Universität Tartu), Wales (Coleg Llandrillo Cymru), Portugal (Sociedade Portuguesa de Inovacao), Österreich (SystemCERT), Italien (Florence Planet) und der Türkei (Industrie- und Handelskammer Istanbul). Die Fachhochschule des Mittelstandes aus Schwerin hatte die Leitung des Projektes übernommen. „Mit den internationalen Partnern können neue Potenziale im Tourismus definiert und entwickelt werden, die nicht zuletzt gewinnbringend für das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern sind. Ein zu erwartender Nebeneffekt kann die Steigerung der Gäste aus dem Ausland sein“, sagte Glawe.

Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern

Nach Angaben des Statistischen Amtes wurden 2015 rund 375.000 ausländische Gäste (+1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) gezählt, die in der amtlichen Statistik mit knapp mehr als eine Million Übernachtungen (+2,0 Prozent) zu Buche schlagen. Insgesamt sind 2015 knapp 29,5 Millionen Übernachtungen verzeichnet worden. Im Vergleich zum Vorjahr (28,7 Millionen Übernachtungen) ist das ein Zuwachs von 2,6 Prozent und damit das beste Ergebnis seit 1990. Die Anzahl der Gästeankünfte lag mit 7,4 Millionen Übernachtungen um zwei Prozent über dem Vorjahresergebnis. Das CUBITUS-Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission im Rahmen des Erasmusprogramms für lebenslanges Lernen finanziert.

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