Rostocker Gewebebank kooperiert mit einem international führenden Unternehmen der Regenerativen Medizin

Bessere Versorgung aller Patienten mit innovativen Gewebetransplantaten angestrebt

Diese Kooperation wird nicht nur Mecklenburg-Vorpommern als anerkannten Standort der Gewebemedizin stärken. Das hauptsächliche Bestreben liegt in der Verbesserung der Versorgung der Patienten aller Altersgruppen mit innovativen Gewebetransplantaten ohne längere Wartezeiten. Die im vergangenen Jahr in Rostock gegründete gemeinnützige Gewebebank Mecklenburg-Vorpommern (GBMV gGmbH) geht dazu eine Kooperation mit dem britischen Medizinunternehmen Tissue Regenix ein. Die Tissue Regenix Group plc ist eine international führende Firma in der Entwicklung von regenerativen Implantaten auf der Basis zellfreier Gewebegerüste. Erstmals stellt Tissue Regenix seine Lizenzen einer europäischen Gewebebank zur Verfügung. „Die Kooperation ist ein europäischer Meilenstein“, betonte der Geschäftsführer von Tissue Regenix, Antony Odell, heute in Rostock. „Die zeitnahe Bereitstellung von hochwertigen Gewebetransplantaten ist die eine Seite. Andererseits wollen wir gemeinsam mit den Rostockern und weiteren Partnern an neuen Transplantaten forschen, die für die Empfänger ein wesentlich besseres Langzeitergebnis durch höhere Qualität und deutlich geringere bzw. fehlende Abstoßungsreaktionen ermöglichen.“

Die Versorgung von Patienten mit hochwertigen Gewebetransplantaten ist auch acht Jahre nach Inkrafttreten der gesetzlichen Rahmenbedingungen unbefriedigend. Die Wartezeiten beim Ersatz einer Augenhornhaut liegen bei ca. drei Monaten, bei kardiovaskulären Geweben, also Herzklappen und Gefäßen, ist es ähnlich. Noch immer müssen Gewebetransplantate aus dem Ausland importiert werden. Im Notfall kann das Fehlen von geeignetem Spendergewebe auch tödlich enden oder zur dauerhaften Verschlechterung der Lebensqualität (z. B. Amputationen von Gliedmaßen) führen. Bereits im Juli 2007 wurde das Gesetz über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen und Geweben (Transplantationsgesetz) geändert und ein gesondertes Gewebegesetz erlassen. Das Gewebegesetz regelt den Umgang mit menschlichen Geweben und Zellen sowie mit medizinischen Transplantaten, die aus menschlichem Gewebe hergestellt wurden. Dennoch befindet sich die mögliche Anwendung innovativer Technologien im Bereich der Entnahme und Bearbeitung von Geweben in weiten Teilen noch im Anfangsstadium. Das soll sich mit der wegweisenden deutsch-englischen Kooperation ändern. Der Grundstein dafür wurde im vergangenen Jahr mit der Gründung der gemeinnützigen Gewebebank Mecklenburg-Vorpommern (GBM-V) und der gemeinnützigen Gesellschaft für Transplantationsmedizin Mecklenburg- Vorpommern (GTM-V gGmbH) in Rostock gelegt. Die GBM-V, die erste Multi-Tissue-Bank dieser Art in Deutschland, ist im Biomedizinischen Forschungszentrum Rostock (BMFZ) angesiedelt und Mitglied im BioCon Valley e.V. Initiatoren des neuen Weges in der Gewebemedizin in Mecklenburg- Vorpommern sind die Rostocker Ärzte Dr. Frank-Peter Nitschke (55) und Dr. Axel Manecke (46) mit langjähriger Erfahrung auf dem Gebiet der Transplantationsmedizin. Die Unternehmen verfolgen ausschließlich gemeinnützige Zwecke im Bereich der Gewebemedizin.

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