Stadtwette „30 Lastenräder in Rostock?“ – Aktion zum Klimaaktionstag am 10. September in der Langen Straße

Radfahrer bei der Warnow-Tour 2017, Foto: Joachim Kloock

Radfahrer bei der Warnow-Tour 2017, Foto: Joachim Kloock

22.8.2017 – Anlässlich des Klimaaktionstages am 10. September 2017 rufen die Veranstalter eine Stadtwette aus. Der Rostocker Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus zu den Hintergründen der Wette: „Lastenräder, egal ob mit oder ohne elektrische Unterstützung  ersetzen in Metropolen zunehmend den Lieferverkehr und fungieren als Familienkutschen. Im Rostocker Stadtbild sind sie noch nicht alltäglich. Deshalb wollen wir gern für diese klimafreundlichen, leisen und platzsparenden  Verkehrsmittel werben. Wir sind froh, dass mit der Hanseatischen Brauerei Rostock ein regionales Unternehmen die Stadtwette unterstützt.“ Für deren Geschäftsführer Peter Gliem liegt eine Kooperation nahe: „Als Unternehmen der Region engagieren wir uns gerne in unserer Heimatstadt. Als uns die Stadt von ihrer Idee zum Klima-Aktionstag erzählt hat, waren wir sofort begeistert. Denn auch in unserem Rostocker steckt viel Gutes aus der Natur, so dass uns eine intakte Umwelt am Herzen liegt.“ Der Senator für Bau und Umwelt, Holger Matthäus, Schirmherr des Klimaaktionstages, ruft nun zur Stadtwette auf: „Ich  wette, dass es den Rostockerinnen und Rostockern nicht gelingt, am Klimaaktionstag mit mehr als 30 Lastenrädern um 16.30 Uhr vor der Bühne zu erscheinen.“ Über den Wetteinsatz hüllt er sich noch in Schweigen. Nur so viel verrät er.

„Persönlich werde ich öffentlich mit dem Lastenrad einen sozialen Zweck erfüllen.“ Aufgerufen sind alle, die in der Region Rostock ein Lastenrad nutzen, also neben Privatpersonen auch Firmen. Unter „Lastenrad“ werden neben den klassischen zwei- und dreirädrigen Lastenrädern, auch Fahrräder mit großen Transportboxen oder -taschen gezählt, wie sie Pizza-,  Paketdienste und die Post benutzen. Jeder Lastenrad-Wett-Teilnehmer erhält einen Kasten „Rostocker Radler“ – gesponsert von der Hanseatischen Brauerei Rostock. Rene Tober von Transportrad-MV freut sich auf die Wette: „Ein tolle Idee, die ich gern in der Jury unterstütze. Bei Lastenrädern ist in Rostock noch ganz viel Luft“, sagt er und schwärmt von Kopenhagen.

Auch in diesem Jahr findet anlässlich der „Europäischen Mobilitätswoche“ wieder der Klima-Aktionstag am 10. September in Rostock statt. Unter dem Motto „Rostock fairteilen“ werden in den Bereichen Verkehr, Energiewende und nachhaltiger Konsum Angebote und Projekte vorgestellt, gemeinsam Ideen entwickelt  und Gleichgesinnte für neue Ideen gesucht. Elektrofahrräder und  -autos sowie Lastenräder können getestet werden. Alle Rostocker und Rostockerinnen sind eingeladen, sich von 12 bis 17 Uhr in der Langen Straße zu „Teilen/Sharing“ zu informieren. Immer noch werden Anwohnerinnen und Anwohner sowie Initiativen gesucht, die eine Parktasche gestalten möchten. Der „Kreativsaison e.V.“ wurde vom Agenda-21-Arbeitskreis „Klimaschutz und Mobilität“ mit der Organisation beauftragt. Zum veranstaltenden Arbeitskreis gehören die Deutsche Bahn, die Rostocker Straßenbahn AG, die Rostocker Stadtwerke AG und das Amt für Verkehrsanlagen der Hansestadt Rostock, der Mobilitätskoordinator und die Klimaschutzleitstelle. Auf der Website http://www.klimaaktionstag-rostock.de können sich die Parktaschengestalter anmelden, hier sind auch alle aktuellen Informationen zur Veranstaltung zu finden.

Verbessertes gastronomisches Angebot in Intercity-Zügen in Mecklenburg-Vorpommern

ICE 3, Foto: Sebastian Terfloth

ICE 3, Foto: Sebastian Terfloth

22.8.2017 – In den meisten Intercity-Zügen der Deutschen Bahn zwischen Hamburg und Rostock gibt es seit Anfang August wieder eine Bordverpflegung. In der Urlaubssaison von Beginn der Oster- bis Ende der Herbstferien kommt das Zugpersonal auf den IC-Direktverbindungen Stralsund – Hamburg – Frankfurt/Main mit heißen und kalten Getränken sowie mit süßen und herzhaften Snacks direkt an den Sitzplatz. Mindestens drei Zugpaare pro Tag bieten diesen Service zwischen Rostock und Hamburg. Im Winter wird dieser Service am Wochenende angeboten. Damit sind alle touristisch relevanten IC-Züge zwischen Hamburg und Rostock bewirtschaftet. „Diese gute Nachricht ist das Ergebnis der Zusammenarbeit mit verschiedenen ‚Streckenanrainern‘: dem Marburger Verkehrspolitiker und stellvertretenden SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Sören Bartol, der Stralsunder Bundestagsabgeordneten Sonja Steffen und dem niedersächsischen Verkehrsminister Olaf Lies“, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel. Sie hatten sich gemeinsam bei der Bahn für eine Bordverpflegung stark gemacht, nachdem im vergangenen Dezember der Bistrowagen auf der Strecke Stralsund-Frankfurt aus Altersgründen abgeschafft worden war. Als Ersatz war der „Service am Platz“ eingeführt worden, allerdings nur zwischen Frankfurt und Hamburg.

„Dass die auch von vielen Touristen genutzte Strecke weiter bis nach Mecklenburg-Vorpommern abgehängt wurde, war für uns nicht hinnehmbar. Ich bin meinen Mitstreitern entlang der Strecke und der Deutschen Bahn sehr dankbar, dass hier nun eine Lösung gefunden wurde“, so Christian Pegel. Dieser Lösung vorausgegangen war eine Testphase seit Ostern in ausgewählten Zügen bis und von Schwerin. Auf die Intervention der Politik hin hat sich die Bahn vor dem geplanten Ende des Versuchs im Herbst bereit erklärt, den Service bis nach Rostock auszuweiten – so lange, bis ab spätestens Anfang der 2020er-Jahre die Züge zwischen Frankfurt und Stralsund durch neue ersetzt werden. Dann wird es nach Auskunft der Bahn wieder einen Bistrowagen geben. Die zwischen Stralsund und dem Rhein-/Ruhr-Gebiet fahrenden Intercity-Züge fahren nach wie vor auf der gesamten Strecke ganzjährig mit Bistro.

 

Schweriner Unternehmen forscht an neuartigem Schweißverfahren für Turbinen-Service

Lebensdauer von Turbinenschaufeln soll deutlich erhöht werden

OT Oberflächentechnik GmbH & Co. KG

OT Oberflächentechnik GmbH & Co. KG

22.8.2017 – Das Schweriner Unternehmen OT Oberflächentechnik GmbH & Co. KG forscht derzeit zusammen mit der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt Mecklenburg-Vorpommern GmbH (SLV M-V GmbH, Rostock) an einem neuen Schweißverfahren. Dieses soll bei der Instandsetzung von Turbinenschaufeln angewendet werden und so deren Verschleißwiderstand deutlich erhöhen. „Ziel des neuen Verfahrens ist es, Ausfallzeiten aufgrund von Reparaturen in Zukunft deutlich zu reduzieren. Denn Turbinenschaufeln sind in der Regel sehr heißrissempfindlich und damit nur bedingt schweißbar. Aufgrund der extremen Betriebsbeanspruchungen unterliegen die Turbinenschaufeln einem ungemein hohen Verschleiß, dass macht die Instandhaltung sehr kostenintensiv“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Vorwärmtechnik für Laserpulverschweißanlagen wird entwickelt

Turbinen sind rotierende Strömungsmaschinen, die durch strömende Flüssigkeiten oder Gase mechanische Leistung erzeugen. Zum Einsatz kommen sie beispielsweise in den Antriebseinheiten von Flugzeugen oder Schiffen, aber auch in Gas- oder Ölkraftwerken. In der Regel werden die Schaufeln von Turbinen aus Nickelbasislegierungen gefertigt, die nur bedingt zum Schweißen geeignet sind. Um dennoch Rekonditionierungsverfahren durchführen zu können, sollen die Laserpulverschweißanlagen in dem Vorhaben mit einer induktiven Vorwärmtechnik ausgestattet werden. Somit kann neben der konventionell-automatischen Schweißfertigung im Kronenbereich ohne Vorwärmung zukünftig auch eine spezielle Schweißfertigung erfolgen, bei der die Turbinenschaufeln im Kronenbereich lokal vorgewärmt werden. „Der Lösungsansatz des Forschungsvorhabens sieht vor, dass eine weitgehend eigenständige Einheit entwickelt wird. Das hat den Vorteil, dass diese bei Bedarf an der Fertigungsanlage direkt angebracht und über eine Hard- und Software-Schnittstelle verbunden werden kann“, sagte Glawe.

Zwei Projektpartner forschen an dem innovativen Verfahren

Der Fokus der OT Oberflächentechnik GmbH liegt zunächst auf der technischen Vorbereitung der geplanten Versuchsschweißungen sowie der anschließenden metallurgischen Untersuchung und deren Auswertung. Die SLV M-V GmbH wird federführend für die Schweißversuche verantwortlich sein. Zusätzlich wird die Forschungseinrichtung die Anforderungen zur Durchführung einer digitalen Radioskopie ermitteln und daraus resultierend die Verfahrensparameter bestimmen sowie diese in realen Bauteilversuchen validieren. „Die Fertigstellung, Erprobung und Inbetriebnahme der Anlagentechnik ist für den Beginn des nächsten Jahres vorgesehen“, sagte Glawe.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von knapp 662.000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen der Projektpartner auf mehr als 950.000 Euro. Für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) stellt das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln zur Verfügung. Unterstützt werden vor allem auch Verbundprojekte. Das sind Projekte von Unternehmen, Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Die Projektpartner

Die OT Oberflächentechnik GmbH & Co. KG ist ein zertifiziertes Unternehmen, das sich auf die komplette Regeneration von Bauteilen aus stationären Gas- und Dampfturbinen sowie auf das Oberflächenbeschichten mit metallischen und keramischen Werkstoffen spezialisiert hat. Das Unternehmen bietet seinen Kunden individuelle Applikationen für die Bearbeitung von Bauteilen aus unterschiedlichen, überwiegend Hochtemperatur-Werkstoffen an. www.ot-schwerin.de

Die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt Mecklenburg-Vorpommern GmbH ist eine staatlich anerkannte Einrichtung nach dem Weiterbildungsförderungsgesetz. Gegründet wurde sie 1990 an der Universität Rostock, Fachbereich Maschinenbau und Schiffstechnik. Für die Gründung war bestimmend, auf den Gebieten der Werkstoff-, Schweiß- und Lasertechnik in Mecklenburg-Vorpommern beratend und unterstützend tätig sein zu wollen, das Prüf- und Überwachungssystem auf diesen Gebieten zu fördern und damit einen Beitrag für die Entwicklung und den Wiederaufbau von Wirtschaft und Industrie zu leisten. www.slv-rostock.de

Rostocker Robben holen Beachsoccer-Titel

20.8.2017 – Die Rostocker Robben haben bei der fünften Deutschen Beachsoccer-Meisterschaft in Warnemünde ihren zweiten Titel geholt. In der Neuauflage des Endspiels von 2015 setzte sich der „Gastgeber“ erneut mit 7:6 nach Penaltyschießen gegen Titelverteidiger BSC Ibbenbüren durch. Nach dreimal zwölf Minuten hatte es 5:5 gestanden, die dreiminütige Verlängerung brachte ebenfalls keine Entscheidung. Schon 2015 trafen beide Teams im Finale aufeinander – mit dem exakt selben Endergebnis zu Gunsten der Rostocker. Neben dem lautstarken Fanclub der Robben verfolgten in der DFB-Beachsoccer Arena am Ostseestrand in Warnemünde zahlreiche Fans ein spannendes Endspiel, in dem es Hin und Her ging. Die Rostocker Führung drehte Ibbenbüren zunächst zum 2:1 und ließ auch auf den Rostocker Ausgleich zwei weitere Treffer zum 4:2 folgen. Rostock steckte aber nicht auf, traf zweimal zum 4:4.

Verlängerung nach dramatischer Schlussphase

Die dramatische Schlussphase mündete in der Verlängerung: Zunächst traf Valon Begiri 19 Sekunden vor dem Ende scheinbar zum Ibbenbürener Sieg, doch dann glich Torsten Dahnke drei Sekunden vor Schluss zum 5:5 aus. Nachdem die Verlängerung keinen Sieger hervorbrachte, hielt Rostocks Keeper Robin Schröder zwei Penaltys – Christoph Thürk verwandelte den entscheidenden dritten Schuss der Robben. Erwin Bugar, Vizepräsident Breitenfußball, sagte zum Turnier: „Wir haben ein tolles Turnier mit einem dramatischen Finale gesehen. Nach einem Neun-Meter-Schießen haben wir am Ende immer einen glücklichen Sieger. Die Organisation des Turniers war sehr gut. Wir wollen uns beim Ministerium für Wirtschaft und Tourismus für die Unterstützung bedanken. Es hat sich ausgezahlt, dass wir die Stadionkapazität erhöht haben. Wir hatten trotz Wetterkapriolen die höchste Besucherzahl seit fünf Jahren. Nun freuen wir uns auf das erste internationale Turnier in Deutschland, wo die deutsche Nationalmannschaft auf den Einzug in die Euro Beach Soccer League packen will.“

„Schaubrüterei“ und ein neuer „alter“ Pferdestall sollen im Wildpark MV in Güstrow entstehen

Kontinuierliche Angebotserweiterungen werden von Besuchern honoriert – Wildpark-MV ist beliebte Freizeiteinrichtung für Jung und Alt

Wildpark-MV_Kremser

Foto Wildpark MV

Der 200 Hektar große Wildpark-MV in Güstrow (Landkreis Rostock) investiert in die Ausweitung seines Angebotes; geplant ist der sorgsame Umbau älterer Gebäude zu modernen Tierbegegnungsstätten. So ist eine erste Schaubrüterei im Land vorgesehen sowie verbesserte Bedingungen für die Pferde und den Reit- und Fahrtourismus in der Anlage. „Der mit vielen einheimischen Wildtierarten ausgestattete Park hat sich zu einer beliebten Freizeiteinrichtung für Jung und Alt im Herzen Mecklenburg-Vorpommerns entwickelt. Die kontinuierlichen Investitionen werden von den Besuchern honoriert. Mehr als 160.000 Gäste wollten im vergangenen Jahr den Spuren der Wölfe, Bären und Seeadler folgen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Vom Ei zum Huhn 

Noch in diesem Jahr soll das Reetdach auf dem Pferdestall und im kommenden Jahr auf dem Verwaltungsgebäude erneuert werden. 2018 ist eine Modernisierung des Fachwerkbaus zu einem begehbaren Pferdestall inklusive der Sanitäranlagen und einer behindertengerechten Toilette vorgesehen. Darüber hinaus wird ein Neubau für die Wagenremise als Unterstellmöglichkeit für Kremser, Fahrräder und Bollerwagen entstehen. Ebenfalls im nächsten Jahr richten die Parkbetreiber in dem historischen Haus einen Informationsbereich ein, der mit der Verwaltung, dem Pferdestall mit Wagenremise und der künftigen Schaubrüterei eine touristische Einheit bildet. Im neuen Infocenter werden künftig alle Angebote und Ausleihmöglichkeiten des Wildparks übersichtlich für den Besucher dargestellt. „Der Wildpark-MV setzt auch künftig seine Philosophie um, das Tiererleben mit wissenswerten Fakten zum Natur- und Artenschutz zu verknüpfen. Das ist genau der richtige Ansatz, um neben dem Erholungswert auch eine innovative Umweltbildung einzubinden“, sagte Glawe. „Besonders freuen wir uns, das alte Entenhaus 2018 als eine gläserne Schaubrüterei neu zu eröffnen“, sagte Wildparkdirektor Klaus Tuscher. „In der ersten Schaubrüterei des Landes können die Besucher erleben, wie sich aus einem Ei ein Huhn entwickelt. Da viele Kinder Eier nur aus dem Supermarkt und Hühner nur aus dem Fernsehen kennen, wird das sicher für einige Aha-Effekte sorgen.“ Der Blick hinter die Kulissen ist dann eine der Erlebnisstationen auf den beliebten Kremsertouren mit den Kaltblütern durch den Wildpark-MV. Auch die Trekkingtouren mit Eseln und Ponys sowie Bildungsveranstaltungen rund um das Pferd sollen ausgeweitet werden.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Das Projekt mit zahlreichen touristischen Synergien für den Wildpark-MV und die Region wird vom Wirtschaftsministerium im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 307.000 Euro unterstützt. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf mehr als 341.000 Euro.

www.wildpark-mv.de

Wohngeldreform bringt mehr Haushalten Wohnkostenzuschuss

Wohnen, Foto: Joachim Kloock

Wohnen, Foto: Joachim Kloock

21.8.2017 – Viele Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern profitieren von der jüngsten Wohngeldreform. In der Bilanz des ersten Jahres nach ihrem Inkrafttreten ist die Zahl der Empfängerhaushalte im Land um ein Drittel von 20.778 auf 27.535 erhöht. Damit erhalten 3,3 Prozent aller Privathaushalte in M-V Wohngeld. „Die jetzt vorliegende Wohngeldstatistik für das Jahr 2016 zeigt, dass sich unser Einsatz für diese längst fällige Reform gelohnt hat“, sagt Infrastrukturminister Christian Pegel. Zum 1. Januar 2016 war das Wohngeld erstmals seit 2009 wieder erhöht worden. „Wichtig ist nun, dass es nicht wieder sieben Jahre bis zur nächsten Anhebung der Leistungen dauert. Ich unterstütze hier Bundesministerin Barbara Hendricks in ihrer Forderung nach einer regelmäßigen und bedarfsgerechten Anpassung des Wohngeldes an die Miet- und Preisentwicklung. Die nächste Bundesregierung ist gefordert, geeignete Vorschläge zur Weiterentwicklung des Wohngeldes auf den Tisch zu legen.“, so Christian Pegel. Die Koalition in Mecklenburg-Vorpommern hat es sich zum Ziel gesetzt, dass auch Menschen mit geringem und mittleren Einkommen, Alleinerziehende, Studierende und Ruheständler bezahlbare, gute Wohnungen finden. Hierfür leistet das Wohngeld einen unverzichtbaren Beitrag, indem es genau diese Haushalte mit einem Zuschuss zu den Wohnkosten unterstützt. „Das Wohngeld ist mehr als eine reine Sozialleistung. Es ist eine wertvolle Ergänzung der klassischen Wohnraumförderung des Landes. Bürgerinnen und Bürger mit niedrigen Einkünften werden so unterstützt, dass sie sich auch Wohnungen des mittleren Preissegments leisten können. Durch seine individuelle Berechnung ist das Wohngeld sehr treffsicher und wirkungsvoll“, sagte der Minister.

Im Durchschnitt 35 Euro mehr im Monat

Durch die Wohngeldreform ist das durchschnittliche monatliche Wohngeld in M-V von 93 Euro auf 128 Euro angestiegen. Mietzuschussempfänger erhalten im Schnitt 121 Euro (Vorjahr: 90 Euro), Lastenzuschussempfänger, d. h. Eigentümer von selbst genutztem Wohnraum, 185 Euro (Vorjahr: 120 Euro). Der Unterschied ist darauf zurückzuführen, dass in den Haushalten von Eigentümern häufig mehrere Personen leben und die berücksichtigungsfähige Belastung für Eigenheime meist höher ist als eine Miete, wodurch sich ein höherer Wohngeldanspruch ergibt. Die größte Personengruppe im Wohngeld, der Ein-Personen-Rentnerhaushalt, erhält in M-V im Durchschnitt 93 Euro Wohngeld pro Monat (Vorjahr: 60 Euro). Die durchschnittliche monatliche Wohnkostenbelastung der Empfängerhaushalte (Grundmiete zzgl. kalte Betriebskosten) sinkt von 38,4 Prozent vor Wohngeld auf 25,4 Prozent nach Wohngeld. Die Belastung nach Wohngeld ist knapp drei Prozentpunkte geringer als vor der Reform.

54 Prozent aller Wohngeldempfänger sind Rentner

Viele Rentner erhalten dank der Wohngeldreform wieder Unterstützung für ihre Wohnkosten, nachdem sie in den Vorjahren aufgrund der jährlichen Rentenerhöhungen sowie der Mütterrente die Einkommensgrenze überschritten und aus dem Wohngeldbezug gefallen waren. So ist die Zahl der Rentnerhaushalte im Zuge der Reform auch am stärksten gestiegen, um mehr als die Hälfte auf 13.700. Sie stellen damit mit mehr als 54 Prozent die größte Gruppe unter den Wohngeldbeziehern in Mecklenburg-Vorpommern. Es folgen die Arbeitnehmer/Beamten mit 29 Prozent sowie die Arbeitslosen und die Studenten/Auszubildenden mit jeweils knapp sechs Prozent.

Lastenzuschuss erreicht vor allem Familien

Ein-Personen-Haushalte machen in Mecklenburg-Vorpommern mit knapp 64 Prozent den größten Teil der Wohngeldempfänger aus. Es folgen Zwei-Personen-Haushalte (15 Prozent) und Drei- bzw. Vier-Personen-Haushalte mit jeweils knapp acht Prozent. Während zwei Drittel der Mietzuschussempfänger allein leben, sind dies nur ein Drittel der Lastenzuschussbezieher. Zugleich sind Mehrpersonenhaushalte unter den Eigentümern bei den Wohngeldempfängern besonders stark vertreten: In 32 Prozent der Haushalte mit Lastenzuschuss leben vier oder mehr Personen. „Mit dem Lastenzuschuss erreicht das Wohngeld demnach besonders viele Familien“, schlussfolgert Christian Pegel. Die Zahl der Wohngeldhaushalte mit Kindern unter 18 Jahren ist im Zuge der Wohngeldreform 2016 um etwa 35 Prozent auf knapp 8.000 Haushalte gestiegen. 

Hintergrund

Das Wohngeld ist ein Zuschuss zu den Wohnkosten für einkommensschwächere Haushalte oberhalb des Existenzminimums. Das Wohngeld wird je zur Hälfte von Bund und Land gezahlt. Durch das Wohngeld sind Haushalte mit geringem Einkommen nicht auf das mitunter enge Wohnungssegment mit besonders günstigen Mieten beschränkt, sondern haben – anders als bei der Grundsicherung – auch Zugang zu Wohnungen mit durchschnittlichen Mieten. Dadurch leistet das Wohngeld einen wichtigen Beitrag zu stabilen Bewohnerstrukturen und die Durchmischung in den Quartieren.

Weitere Informationen unter www.regierung-mv.de/Landesregierung/em/Bau/Wohngeld

Luxusyachten kommen zukünftig aus Greifswald

Neu errichtete Betriebsstätte verbessert Produktionsbedingungen vor Ort deutlich

 Michael Schmidt Yachtbau GmbH, Foto: F. Schöttke

Michael Schmidt Yachtbau GmbH, Foto: F. Schöttke

Das Greifswalder Unternehmen Michael Schmidt Yachtbau GmbH hat in der Hansestadt eine Betriebsstätte zum Bau von Luxusyachten errichtet. Ab sofort sollen bereits vorliegende Auftragsarbeiten im neuen Werk im Greifswalder Stadtteil Ladebow gebaut werden. „Entscheidend für die Wahl des Standortes war der Zugang zum Wasser mit entsprechendem Tiefgang. Das stellt in Greifswald kein Problem dar. Zudem sind viele Zulieferer für Möbel oder Tischler- und Edelstahlarbeiten in unmittelbarer Umgebung, sodass sich weitere Synergieeffekte für die regionale Wirtschaft ergeben können. Mit der neu errichteten Betriebsstätte werden die Produktionsbedingungen deutlich verbessert“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Vier bis sechs Leichtbauyachten können gleichzeitig in der neu errichteten Betriebsstätte gebaut werden – internationaler Markt im Fokus

Bisher verfügte der Schiffsbauer in Greifswald über einige Räumlichkeiten zur Entwicklung und zur Markterforschung. Die jetzt neu errichtete Betriebsstätte ist 50 Meter lang und 40 Meter breit und verfügt unter anderem über ein 800 Quadratmeter großes Lager, eine Lackierhalle sowie einen Maschinenpark mit Kunststoffbearbeitungsmaschinen und Hubwerkzeugen. Insgesamt beträgt die Fläche aller Baueinheiten mehr als 3.500 Quadratmeter. Am Standort ist es nun möglich, gleichzeitig vier bis sechs Leichtbauyachten zwischen 20 und 30 Metern Länge zu bauen. Der Vertrieb der Yachten soll nach Unternehmensangaben eigenständig oder über Makler und Vermittler erfolgen. „Das Unternehmen hat den internationalen Markt für die Yachten im Fokus. So wird zukünftig ein in Mecklenburg-Vorpommern hergestelltes Produkt auf den Weltmeeren unterwegs sein“, so Glawe weiter.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von 1.014.300 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf mehr als 3,5 Millionen Euro.

Informationen zum Wassertourismus in Mecklenburg-Vorpommern

Derzeit gibt es 1.400 Unternehmen mit rund 7.000 Beschäftigten in der Branche. Die Umsätze haben sich in den letzten zehn Jahren verdreifacht auf 474 Millionen Euro Bruttoumsatz. Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern derzeit 350 Wasserwanderrastplätze, Marinas und Sportboothäfen mit 14.000 Liegeplätzen an der Küste und 7.725 Liegeplätzen im Binnenland.